13. April bis 30. Juni 2019 - Galerie im Schlösschen Naumburg

AKT & LANDSCHAFT

Fotografien von Klaus Ender.

Klaus Ender

- Klaus Ender, geboren 1939 in Berlin, gilt mit seiner über 50 Jahren Foto-Praxis als Altmeister der Aktfotografie.
Bereits Anfang der 1960er Jahre hatte er erste Erfahrungen als Amateurfotograf gesammelt, wobei er sich zunehmend auf die Aktfotografie konzentrierte. Seine Modelle sprach er meist direkt an, die benötigte technische Ausstattung hatte er sich mühsam von seinem Bäcker-Gesellenlohn zusammengespart.
Einer zufälligen Bekanntschaft mit zwei Naumburgern war es zu verdanken, dass er die Wintermonate 1963 und 1964 in der Domstadt verbrachte. Hier half er im Fotoatelier Fritz Hege aus, trat dem hiesigen Fotoclub bei und war für einige Wochen als freier Mitarbeiter für die “Freiheit” unterwegs.
Die Zeit in Naumburg, vor allem der konstruktive Austausch mit Hege blieb für Ender eine lehrreiche Etappe in seiner Biografie. Nachts als Heizer in einer Maschinenfabrik arbeitend um die teure Freizeitbeschäftigung finanzieren zu können, versuchte er tagsüber sein Fotografenwissen zu erweitern.Klaus Ender: Die WogeKlaus Ender: Die Woge
Nach Rügen zurückgekehrt, erweiterte er sein Portfolio und konnte schließlich im Herbst 1965 erste Aktfotografien in der begehrten Zeitschrift DAS MAGAZIN veröffentlichen. Ein Jahr später erhielt er die Zulassung als Bildreporter und arbeitete fortan viele Jahre erfolgreich als freischaffender Fotograf für verschiedene Verlage und Fachzeitschriften.
Das Vorhaben, seine Arbeiten in einer eigenen Ausstellung zu präsentieren, scheiterten zunächst am Widerstand der zuständigen Kulturfunktionäre. 1975 gelang ihm schließlich mit der Ausstellung “AKT & LANDSCHAFT”, die er mit seinem Fotografenkollegen Gerd Rattei initiierte, der berufliche Durchbruch. Als erste genehmigte Aktausstellung der DDR ging die Ausstellung erfolgreich auf Wanderschaft durch die Republik und verhalf dem Genre zu landesweiter Akzeptanz.
Bereits ein Jahr zuvor konnte das Naumburger Museum einen Vorläufer dieser Ausstellungsidee zeigen. Unter dem unauffälligen Titel „LAND & SEE“ präsentierte Ender im Herbst 1974 eine Schau von Landschaftsfotografien unter denen auch einige Nackt-Porträts zu sehen waren.
Bis zu seiner Ausreise nach Österreich 1981 wurde seine erfolgreiche Tätigkeit als Landschafts- und Aktfotograf mit zahlreichen Auszeichnungen, darunter der Ehrentitel ARTISTE FIAP der Fédération Internationale de l‘Art Photographique, einem weltweit tätigen Fotografen-Verband, honoriert. Mit seiner neuen Staatsbürgerschaft jedoch erklärte die DDR Ender zur „persona non grata“, seine bisherigen Leistungen und Veröffentlichungen verschwanden von der Bildfläche des Arbeiter- und Bauernstaates.
Seit 1996 lebt Klaus Ender wieder auf Rügen, nutzt oft die maritime Umgebung für seine Aufnahmen. Sein Spektrum umfasst die Reise-, Natur-, Landschafts-, Akt- und Makrofotografie, seine Bildsprache changiert zwischen kraftvoller, farbverspielter Inszenierung und zurückhaltender, zeitloser Schwarz-Weiß-Ästhetik.

Eröffnung: 12. April, 17:00 Uhr
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10-17 Uhr (Montag Ruhetag)
Eintrittspreis: 4,00/3,00 Euro (Eintritt gilt auch für Stadtmuseum Hohe Lilie)