Newsflash

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen bleiben alle unsere Häuser – zu unserem größten Bedauern – bis auf Weiteres geschlossen.

ICOMOS-Stellungnahme zum Welterbe-Antrag "Der Naumburger Dom und die Herrschaftslandschaft ..."

Vorbemerkung

Da seit dem Bekanntwerden der ICOMOS-Stellungnahme zur Naumburger Welterbe-Bewerbung in der Naumburger Öffentlichkeit einiger Diskussionsbedarf zu beobachten war, andererseits aber nur die wenigsten der Diskutanten mangels Textkenntnis wirklich wussten - und wissen - worüber sie eigentlich streiten, haben wir uns entschlossen, sowohl den englischen Originaltext der ICOMOS-Stellungnahme als auch dessen deutsche Übersetzung hier zur Verfügung zu stellen.

Der englische Text wurde über den von der Mitteldeutschen Zeitung zur Verfügung gestellten Link [ed.: nicht mehr aktuell] kopiert, die deutsche Übersetzung wurde von uns angefertigt.

Zur Übersetzung ist zu sagen, dass diese schnell und nebenbei angefertigt wurde, also keinerlei Ansprüche auf literaische Qualität erhebt.

- Der Text ist nicht korrigiert.

- Die Übersetzung ist nicht vollständig. Die Passagen gegen Ende, die sich im Wesentlichen mit den administrativen Fragen beschäftigen (Management, Monitoring etc.), haben wir übersprungen, das sie wenig zur grundsätzlichen Diskussion der Sinnhaftigkeit des Welterbeprojektes beitragen.

- Die Übersetzung ist von keiner offiziellen Stelle authorisiert, sie stellt also lediglich eine Hilfe bei der Lektüre des englischen Originaltextes dar, mehr nicht.

- Einige Begriffe des Originaltextes sind schwer zu übersetzen, so z. B. das vielgenannte "property", das in offiziellen Dokumenten immer als "Gut" übersetzt wird, was sich aber im Deutschen seltsam anhört und für Leser, die nicht mit dem UNESCO-Jargon vertraut sind, kaum verständlich erscheint. Wir haben uns daher entschlossen, "property" meist mit "Antragsgebiet" zu übersetzen, obwohl wir uns im Klaren sind, dass damit eine etwas schiefe Interpretation verbunden ist, die "property" zu sehr als geographischen Begriff und nicht umfassend genug als "Kulturgut" versteht. Alles in Allem bitten wir zu berücksichtigen, dass wir ledigllich eine Lesehilfe bieten wollen und dass im Zweifelsfall der englische Text zur Verständnis herangezogen werden muss (obwohl auch dieser nicht immer ganz klar erscheint).

Sollten krasse Missinterpretationen auffallen, bitten wir uns zu benachrichtigen (aber bitte nicht über offensichtliche Tippfehler). Der Welterbeverein hat gleichzeitig von einem professionellen Übersetzungsbüro eine Übertragung anfertigen lassen. Wir konnten diese auch kurz vergleichen, zu einem intensiven Abgleich fehlt uns aber leider die Zeit. Unser Eindruck war, dass die beiden Versionen weitestgehen übereinstimmen, in einzelnen Fällen ist wohl mal die eine, mal die andere zutreffender. Was die wesentlichen Aussagen des Textes angeht, erscheinen die Unterschiede aber unerheblich.

Am Ende des Textes befindet sich ein Kommentarfeld, in das Sie Ihre Korrekturen und/oder Meinungen eintragen können.

S. Wagner, 26. 5. 2015

Zur synoptischen Darstellung Englisch/Deutsch

Der Naumburger Dom und die Herrschaftslandschaft an Saale und Unstrut

(Bundesrepublik Deutschland)

Nr. 1470

Offizieller Name wie vom Vertragsstaat vorgeschlagen:

Der Naumburger Dom und hochmittelalterliche Herrschaftslandschaft an Saale und Unstrut

Lage

Land Sachsen-Anhalt, Burgenlandkreis, Bundesrepublik Deutschland

Kurzbeschreibung

Der Naumburger Dom und die Landschaft der Saale und Unstrut finden sich im östlichen Teil des Thüringer Beckens, um den Zusammenfluss von Saale und Unstrut und um die Städte Naumburg und Freyburg. Das Gebiet hat heute einen ruhigen, ländlichen Charakter, von der Moderne nur strichweise gezeichnet duch Energie- und Kommunikationsinfrastruktur sowie Wohn und Gewerbegebiete. Zeugnisse der mittelalterlichen Vergangenheit sind überliefert in Form von Sakral- und Wehrbauten, Reste alter Straßen, Überbleibsel von Wasserbauten, unter der Oberfläche Spuren der Agrarorganisation und der Landnutzung sowie Flurnamen.

Kategorie des Gutes

Nach den Kategorien kultureller Eigenschaften, wie sie im Artikel 1 der Welterbekonvention von 1972 beschrieben sind, ist dies eine „Stätte" (site).

Nach den Durchführungsbestimmungen für die Welterbekonvention (Juli 2013), Absatz 47, wurde das Gut auch als „Kulturlandschaft“ nominiert.

1. Grunddaten

Eintragung in die Tentativliste

20. September 1999

Internationale Unterstützung durch den Welterbe-Fonds zur Vorbereitung der Nominierung

keine

Datum des Eingangs beim Welterbezentrum

23. Januar 2014

Hintergrund

Dies ist eine neue Nominierung.

Beratung

ICOMOS ließ sich von seinem internationalen wissenschaftlichen Komitee für Kulturlandschaften und mehrere unabhängige Experten beraten.

Fachliche Bewertungsmission

Eine ICOMOS Delegation zur fachlichen Bewertung besuchte das Gebiet vom 18. bis 21. September 2014.

Zusätzliche Informationen, die ICOMOS erreicht haben

ICOMOS hat eine Reihe weiterer Informationen zum Antragsgebiet erhalten.

Am 28. Juli 2014 erhielt ICOMOS vom Welterbezentrum einen Brief von einer deutschen NGO (Verein „Rettet das Saaletal e. V."), betreffend den Bau einer Umgehungsstraße, die damit verbundene Flusskreuzung und deren Auswirkungen auf die Werte des Antragsgebietes. Am 10. Oktober 2014 erhielt ICOMOS eine briefliche Klarstellung des Landes Sachsen-Anhalt zu diesem Sachverhalt.

Am 8. September ging dem Vertragsstaat eine briefliche Anfrage zu nach weiteren Informationen zur Begründung der Grenzen des Antragsgebietes und der Pufferzone, sowie zum Konzept der „processing Grenzen"; dem konservatorischen Zustand der Denkmale, die zur antragsrelevanten Periode (dem HMa) in Beziehung stehen; einer Ausweitung der vergleichenden Analyse; Einzelheiten zu spezifischen Faktoren, die das Antragsgebiet beeinflussen (d. h., Industrieanlagen und Überflutungszonen); Struktur und Abschluss des Kulturlandschaftskatasters; die Organisation zusätzlicher Kartographie; den Förderverein Welterbe an Saale und Unstrut e. V.; Einzelheiten zu den Eigentumsverhältnissen; Einzelheiten zum Projekt der Saalebrücke und ihren möglichen Auswirkungen; darüber hinaus die Anfertigung von Themenspezifischen Karten. Der Vertragsstaat antwortete am 27. Oktober 2014 und stellte die angefragten Zusatzinformationen bereit.

Die auf diesem Wege erlangten Informationen wurden in die einschlägigen Abschnitte dieses Evaluationsberichtes aufgenommen.

Am 16 Januar 2015 hat ICOMOS dem Vertragsstaat brieflich mitgeteilt, dass das das Antragsgebiet die Anforderungen, wie sie in den Durchführungsrichtlinien zur Umsetzung der Welterbekonvention beschrieben sind, nicht erfüllt und ICOMOS dem Welterbekomitte empfehlen wird, das Antragsgebiet nicht in die Welterbeliste einzutragen.

Auf Vorschlag des Vertragsstaat und im Sinne der Beförderung des Dialogs zwischen ICOMOS und der beantragenden Staaten, wurde für den 4. Februar eine Video-Konferenz organisiert, an der Repräsentanten von ICOMOS und des Vertragsstaates teilnahmen, mit dem Ziel, die Beweggründe, die den ICOMOS Welterbe-Ausschuss bewogen haben, die negative ICOMOS-Empfehlung zu formulieren, ausführlicher zu erklären..

Am 18. Februar sandte der Förderverein Welterbe an Saale und Unstrut e. V. einen Brief an ICOMOS in dem die Nominierungsbegründung abermals wiederholt wurde.

Datum der Bestätigung dieses Berichts durch ICOMOS:

12. März 2015.

2. Das Antragsgebiet („Das Gut“)

Beschreibung

Das nominierte Gebiet befindet sich im östlichen Teil des Thüringer Beckens und umfasst das Gebiet um den Zusammenfluss der Unstrut mit der Saale. Die veränderlichen Läufe dieser beiden Flüsse haben das hügelige Plateau des Gebietes und dessen sanfte Täler eiszeitlichen Ursprungs geformt. Es besteht im wesentlichen aus Buntsandstein und Muschelkalk, mit dicken Ablagerungen von Löss auf dem Plateau und Alluvialböden (Schwemmböden) in den Niederungen.

Die nominierte Landschaft zeigt einen ruhigen, zeitgemäß-ländlichen Charakter mit Dörfern und Weilern. Sie besteht aus bewirtschafteten Feldern und eingestreuten Gehölzen und Wäldern, wo der Boden für die Landwirtschaft weniger geeignet ist. Einige terrasierte Weinberge sind an den steileren Hängen der Saale erhalten geblieben. Das Gebiet schließt ebenfalls Gewerbegebiete und moderne Wohngebiete in größeren Dörfern und Städten ein, zudem noch betriebene Steinbrüche, Schnellstraßen, Eisenbahnen und Kommunikations- und Energieversorgungs-Infrastruktur.

Das Gebiet wurde früher durch wichtige Verkehrswege durchzogen: Die wichtigsten waren die Via Regia, die West- und Osteuropa verband, und die Route, die Norditalien mit der Elberegion über Regensburg verband, bekannt als Regensburger, Nürnberger oder Frankenstrasse. Spuren dieser Handelswege können im Antragsgebiet noch immer gefunden werden in Form von erhöhten Wegen oder Hohlwegen, in der Beibehaltung gewisser Straßenverläufe (z. B. entlang der Saale) und in schriftlichen Quellen oder topographischen Befunden wie Furten, Flußquerungen, oder, seltener, Brücken unter klösterlicher Kontrolle (z. B. Wenzendorfer Brücke).

Der größte Teil der hochmittelalterlichen Landschaftsgestaltung, des früheren Landgebrauchs, von Bauwerken und anderen Merkmalen (wie Furten, Befestigungen, Wällen, Einfriedungen, Hofparzellen, Weideland, Wasserhaltungssystem bzw. -Bauwerke, Steinbrüche und -Gruben) wird durch Flurnamen repräsentiert, die im Antrag ausführlich dokumentiert sind, während andere durch Laserscan-Erfassungen aufgespürt wurden. In nur relativ wenigen Fällen sind deren Überreste als greif- und sichtbare Nachweise erhalten geblieben, d. h., Terrassensysteme gibt es noch am Igelsberg bei Goseck, während Feldstrukturen durch Laserscanning im Wald des Rödel südlich von Schulpforte nachgewiesen wurden. Nachweise alter terrassierter Weinberge können in abgegrenzten Gebieten noch gut beobachtet werden, wie am Schweigenberg oder am Klöppelberg. Weitere Weinberge haben aus dieser Zeit überdauert, aber ihre gegenwärtige Gestalt stammt aus der frühen Neuzeit oder aus dem späten 19. Jh. In den meisten Fällen wurden, in Folge der Rebkrankheiten, die Europa im 19. und 20 Jh. heimgesucht haben, frühere Anbaumuster durch erweiterte Anbauflächen ersetzt und neue Rebsorten wurden gepflanzt. Die Vergrößerung der Flurstücke wurde auch für andere Nutzpflanzen vollzogen und heute ist die Feldgrößte zumeist an die Erfordernisse der mechanisierten Landwirtschaft angepasst.

Wasserbauanlagen und Wasserversorgungssysteme, die seit dem 11. Jh. eingerichtet wurden, werden durch Flurnamen nachgewiesen, aber auch, in begrenztem Ausmaß, durch materielle Spuren, wie beispielsweise die Dorfweiher in Großwilsdorf (im Antragsgebiet) und in Punschrau (in der Pufferzone). Die kleine Saale, ein 10 km langer künstlicher Kanal, der im 13. Jh. angelegt wurde, um das Zisterzienserkloster Schulpforte mit Wasser zu versorgen, ist vielleicht eines der wichtigsten Zeugnisse im Kontext des Wasser-Managements, zumal nachgewiesen wurde, dass sie acht Mühlen angetrieben hat. Im Gebiet existieren noch immer etliche Mühlen und einige davon mögen in direkter Verbindung stehen zu mittelalterlichen Bauwerken im Hinblick auf Örtlichkeit und Namen.

Das Siedlungsmuster des Gebietes ist durch die geographischen Voraussetzungen geformt, darunter die Flüsse Saale und Unstrut und deren Zusammenfluss oder das Muschelkalkplateau. Die Verteilung der Siedlungen war ebenfalls bedingt durch den Verlauf der Kommunikationswege, insbesondere die Kreuzung der Via Regia und der Regensburger Straße mit dem wichtigen Markt, um den herum Naumburg sich entwickelte und erblühte.

Nur vier Burgen, die in der für die Bewerbung relevanten Periode errichtet wurden, weisen noch immer Bauteile des 12. und 13. Jh. auf: die Neuenburg in Freyburg, über dem Ostufer der Unstrut, wurde in mehreren aufeinanderfolgenden Phasen erweitert und umgebaut und bildet heute einen ziemlich umfangreichen Komplex; die Burg Saaleck weist zwei Türme auf und Teile von Ring- und Mantelmauer des 13. Jh; die Rudelsburg, auf einem Kalkfelsen gegenüber der Saaleck über dem Saaletal, wurde später erweitert und verändert; die Schönburg, an der Saale unweit von Naumburg errichtet, weist noch ihren originalen Grundriss auf und einige Teile wie den Bergfried aus dem 13. Jh.

Die Burg Goseck andererseits wurde schon früh zum Kloster umgebaut und schließlich wieder zum Schloss, so dass keine Strukturen des Hochmittelalters überdauert haben.

Klosteranlagen gab es ebenfalls einige und wenige haben sich erhalten, obwohl sie im Lauf der Jahrhunderte verändert wurden. Eine der (in diesem Zusammenhang) bedeutendsten ist das Zisterzienserkloster Pforta, wo nur wenige Bauteile aus dem HMa erhalten sind, darunter die eindrucksvolle Klosterkirche, die zwischen 1251 und 1268 nach dem Vorbild des Naumburger Domes errichtet wurde. Ein weiteres Klosterensemble ist der Benediktinerinnenkonvent in Zscheiplitz mit seiner Kirche aus dem 13. Jh., die architektonische Details mit Anklängen an den Naumburger Dom aufweist.

Naumburg und Freyburg sind die beiden Hauptorte des Antragsgebietes. Obwohl sie im selben Zeitraum gegründet wurden, zeigen sie Unterschiede in der Stadtanlage und in der räumlichen Organisation. Naumburg ist ein Beispiel für einen ottonischen Bischofssitz, während Freyburg eine neuartige Gründungsstadt mit der Funktion eines zentralen Handelsortes ist. (?)

Naumburg bildet das Zentrum des Antragsgebietes. Die Stadt entwickelte sich an der Kreuzung der Via Regia und der Regensburger Straße, einem strategischen Punkt für den Handel und den Austausch von Waren. Ursprünglich waren der Sakralbezirk, Schutzburg und Handelsstadt getrennte, befestigte Gebilde. Diese Struktur wäre aus dem Stadtplan noch immer ablesbar, ungeachtet der fortlaufenden Veränderungen der Stadt. Es hat jedoch kaum etwas aus dem Hma die Zeiten überstanden, abgesehen vom Dom und der Sakralarchitektur: einzig das Haus zur Hohen Lilie besitzt unter den Schichten fortwährender Modifikationen noch die Wände eines romanischen Turmes und Teile der Stadtbefestigung stammen noch aus dem 14.-15. Jh.

Freyburg war eine Neugründung mit regelmäßigem Grundriss, einem rechtwinkligem Straßenraster und einem zentralen Marktplatz aus romanischer Zeit. Im Verlauf des Mittelalters wurde Freyburg in vier Quartiere unterteilt. Nachweise der Bebauung können aus Kelleruntersuchungen gewonnen werden.

Die Ausdehnung der Stadt über die Mauern hinweg begann bereits zu Beginn des 15. Jh. Überreste der Gebäude des 11.-13. Jh. sind sehr selten und bestehen hauptsächlich aus Mauerresten/Spolien in Kellerwänden.

Die Stadtbefestigung und deren Tore stammen im Wesentlichen aus dem 14.-15. Jh.

Einige überkommene Beispiele typischer Sackangerdorf-Formen (?) sollen schon vor dem HMa entstanden sein; diese werden ergänzt durch lineare und radial angelegte Siedlungsformen (Großwilsdorf, Punschrau in der Pufferzone), die sich offensichlich aus Angerdörfern entwickelt haben.

Etliche Kirchen überdauerten im Gebiet, deren wichtigste der Naumburger Dom ist , eine Doppelchorkirche aus der spätromanisch-gotischen Zeit. Aus der für den Antrag relevanten Periode stammt die Krypta, der Chor, das dreijochige Querhaus mit seinem Portal und die Lettner. Bedeutender sind die bemalten Glasfenster und die Stifterfiguren aus dem 13. Jh., die der Werkstatt zugeordnet werden, die unter dem Namen "Naumburger Meister" bekannt ist und in Nordfrankreich, auf der iberischen Halbinsel (Burgos) und in Mainz, Meissen und Naumburg gearbeitet hat.

Der Domkomplex umfasste zwei Klausuren - aber nur deren südlich ist erhalten -, die Marienkirche, die Nikolaus- und die Dreikönigskapelle. Der ehemalige Immunitätsbezirk kann nur über Archivquellen und die Parzellenstruktur rekonstruiert werden, obwohl die Bischofs- und die Domherrenkurien noch existieren.

Weitere wichtige Kirchen sind die Kirche des Benediktinerklosters Goseck und die Kirche des Moritzklosters (Augustiner-Chorherren), die im 15. Jh. in gotisiert wurde. Diese zeugen vom Einfluss des Naumburger Domes und von der Rolle der Klöster in der Gegend.

Die Pufferzone beseht aus sechs separaten Zonen, die ähnliche Landschafts- und Siedlungsformen aufweisen wie das Antragsgebiet.

Geschichte und Entwicklung

Vorteilhafte klimatische Bedingungen - milde Winter und warme Sommer - förderten die ständige menschliche Besiedlung seit der Steinzeit, fortgesetzt durch das Neolithikum und die Bronzezeit. Die geographische Lage und geomorphologische Merkmale machten die Region zu einem Kreuzungspunkt für Mitteleuropa, was die Besiedlung unterstützte und Zuwanderer aus anderen Gegenden anzog.

Im frühen Mittelalter (5. Jh.) unterwarf die Expansionspolitik der Merowinger erfolgreich das Thüringerreich. Die Bewohner des Landes wurden unter Zwang in andere Gebiete des Frankenreichs umgesiedelt und durch Friesen, Angeln und Hessen ersetzt.

In dieser Zeit hinderten Bevölkerungsströme aus dem Osten (Avaren, aber auch slavische Sorben) die weitere Ostexpansion der Merowinger. Das Gebiet war Grenzland zwischen Franken, Sorben und Sachsen.

In den folgenden Jahrhunderten wurden sowohl Sorben als auch Sachsen von den Franken unterworfen und die Integration ins Frankenreich erfolgte mit Hilfe der Reichsabteien Fulda und Hersfeld.

An der Saale, nicht weit vom Zufluss der Unstrut, entwickelte sich Naumburg. Die Stadt wurde Bischofssitz, als dieser 1030 als Ergebnis gemeinsamer Anstrengungen der Ekkehardinger und Kaiser Konrad II. von Zeitz hierher verlegt wurde und ein wichtiger Marktplatz, dank der aktiven Politik des Bischofs.

Naumburg hatte zu dieser Zeit bereits den Status einer civitas und erhielt Freihandelsprivilegien, die den Zuzug aus Dörfern und Städten der Gegend beförderten.

Familien- und Sippenbeziehungen zwischen den Bischöfen und Königen und Kaisern der Salier und Staufer trugen zur Blüte Naumburgs als Handelszentrum und Außenposten des Reichs zur Christianisierung Osteuropas bei.

Freyburg an der Unstrut wurde als "Einlager"-Ort gegründet, wo sich Schuldner einfinden und verweilen mussten, bis ihre Schuld getilgt war. Die Bezeichnung civitas wurde für Freyburg in einer Urkunde von 1261 verwandt und die rechtliche Zugehörigkeit zum Naumburger Burg (zur Neuenburg?) wurde seit 1292 belegt.

Während des 12. Jh. erfuhr die Region - genauso wie der Rest Europas - eine Blüte der Landwirtschaft und der Ansiedlungen. Durch aktive Maßnahmen unternommen vom Naumburger Bischof, der die Ausbreitung des Zisterzienserordens in der Region fördern wollte, wurden flämische Bauern durch die Gewährung von Privilegien ermuntert in die Saale-Untrut-Region umzusiedeln.

Die eigentümliche Struktur des Dorfes Flemmingen entstammt dieser Periode.

Die Gründung des Zisterzienserklosters Pforte 1137-38 stellte auch einen Wendepunkt für die Kolonisierung und Gestaltung des Territoriums dar.

Das Kloster verfolgte eine Strategie der Landerwerbung und -Kontrolle durch die Einrichtung von Grangien (Außenwirtschaften) und förderten die Wirtschaft des Gebietes. Es ist dieser Kontext, in dem der namens „Kleine Saale“ benannte Kanal gebaut wurde.

Zur Stabilisierung der Herrschaft über die Region errichteten die Naumburger Bischöfe die Schönburg und die Rudelsburg, die dauerhaft von Burgvögten bewohnt werden sollten.

Das 12. und 13. Jh. sah abwechselnde Herrschaft über die Region durch die Pfalzgrafen von Sachsen und die Ludowinger, deren zunehmend wichtige Stellung sich im Burgenbau, in der Kunstförderung und in Kirchenstiftungen manifestierte.

Die Region kam dann unter die Herrschaft der Wettiner, wo sie bis 1815 verblieb. Unter den Wettiner wurde der Naumburger Dom gegründet und das Gebiet verlor seinen Grenzlandstatus, da dieses Herrscherhaus dem weiteren mitteldeutschen Raum andauernde Stabilität brachte.

Der Anbruch der Reformtion brachte wesentliche Veränderungen für die Region: die katholischen Klöster und Stifte wurden aufgehoben und ihre Besitzungen kamen in die Hände privater Pächter. Lediglich das Naumburger Domkapitel sah seine Besitzrechte im Wesentlichen unberührt. Die Stadt Naumburg gewann an Bedeutung bis ins 17. Jh., als der 30-jährige Krieg die Region zugrunde richtete.

Im 18. Jh. erfuhren Naumburg und sein Umland eine wirtschaftliche Wiederbelebung aufgrund des Weinanbaus und der Salzgewinnung in Kösen.

Mit dem Edikt von 1807 befreite Preußen die Bauern und tat damit einen ersten Schritt zur Modernisierung des Landes. In der Folge des Wiener Kongresses 1814-15 wurde Sachsen zur Abgabe von Landesteilen an den Preußenkönig gezwungen und so wurde das Antragsgebiet preußisch.

Das Kloster Pforte, das bereits nach der Reformation als Schule umgenutzt worden war, wurde abermals [?] in ein Gymnasium umgewandelt. Die Eröffnung der Bahnstrecken Frankfurt-Dresden und München-Berlin bestärkte die Position des Gebietes als Kreuzungspunkt.

Naumburg wurde Verwaltungszentrum von regionaler Bedeutung und ungeachtet der (vergeblichen) Bemühungen, Gewerbe anzuziehen entwickelte es den Ruf, ein idealer Ort für Ruheständler zu sein, was sich auch in einigen Vierteln der modernen Stadt noch zeigt.

Von den Zerstörungen der Kriege des 20. Jh. blieb die Region weitgehend verschont, ebenso wie von den Transformationsprozessen, die sich unter dem sozialistischen Regime ereigneten. Die Landreform und die Kollektivierung der Landwirtschaft brachten jedoch wesentliche Veränderungen des Landschaftsbildes mit sich, Flurstücke wurden vergrößert und die Agrarproduktion wurde auf der Basis von Großbetrieben organisiert.

Die Wiedervereinigung Deutschlands war mit beträchtlichen administrativen und sozialen Veränderungen verbunden, zugleich wurden systematisch Denkmäler restauriert, die Infrastruktur modernisiert und die Wirtschaft weiter entwickelt, einschließlich des Tourismus-Sektors.

3. Rechtfertigung für die Eintragung, Integrität und Authentizität

Vergleichende Analyse

Die vergleichende Analyse wie sie im Antrag ausgeführt ist hat als leitende Elemente [zum einen] die Typologie des Besitzes identifiziert, aus der sich die Kulturlandschaften entwickeln und [zum andern] die Dynamik ihrer Formation, die auf dem Widerstreit verschiedener Mächte und/oder kultureller Differenzen beruht, zusammen mit [drittens] den erhalten gebliebenen materiellen Zeugnissen dieser dynamischen Prozesse. Vom Vertragsstaat wird West- und Mitteleuropa als der geeignete Vergleichsraum angesehen, es werden aber auch Gebiete außerhalb Europas untersucht.

Die Analyse benennt eine Auswahl von Regionen, die in vier Gruppen gefasst werden: Die erste Gruppe enthält einige Kulturlandschaften, die bereits in die Welterbeliste eingetragen sind, denen ähniche Merkmale und analoge historische Entwicklungen zugeschrieben werden. Die zweite Gruppe schließt Regionen ein, die in Beziehung zum "Thema" der Macht und deren Einfluss auf das Territorium stehen. Die dritte Gruppe enthält Regionen, die Zeugnisse des Kulturaustausches mit Grenzgebieten aufweisen, während die vierte Gruppe sich auf Weinlandschaften bezieht. Insgesamt werden 26 Regionen berücksichtigt, davon 5 in Asien.

Der Antrag beschließt seine Analyse mit dem Eingeständnis, dass eine Reihe der in die Welterbeliste eingetragenen Gebiete bereits für das Kräftespiel der Mächte in Grenzländern steht, die sich in weltlichen und sakralen Gebäuden und Gebäudekomplexen und in der territorialen Organisation und Ordnung äußert.

Das Antragsgebiet jedoch sei einzigartig, weil es eine Kulturlandschaft bilde und wegen der hohen Konzentration von Zeugnissen des Hma im Vergleich zu anderen Gebieten, wo diese Spuren von späteren Entwicklungen überlagert wurden.

ICOMOS hat den Vertragsstaat gebeten, die vergleichende Analyse auf Gebiete zu erweitern, die noch nicht in der Welterbeliste eingetragen sind und die für die vorliegende Bewertung relevant sein könnten. Der Vertragsstaat antwortete indem man die Begründung und Befunde der im Antrag enthaltenen vergleichenden Analyse noch einmal zusammenfasste, aber die Analyse wurde nicht um zusätzliche Landschaften erweitert.

ICOMOS stellt darüber hinaus fest, dass, während der Titel des Antrags den Naumburger Dom nennt, die Vergleichsanalyse sich nicht mit diesem Monument beschäftigt, weder als eigenständiges Objekt noch in Hinsicht auf seinen möglichen Einfluss auf die Entwicklung der Region und wie sich dies in vergleichbaren Fällen verhalten haben mag.

ICOMOS gibt zu Bedenken, dass die Gruppe der "Weinlandschaften" (6 Gebiete) für die vorliegende Bewerbung nicht von besonderem Interesse ist, da die vorgeschlagene Rechtfertigung für das Kriterium „herausragender universeller Wert“ den Hauptakzent nicht auf diesen Aspekt menschlicher Entwicklung legt, ungeachtet der Tatsache, das einige begrenzte Flächen innerhalb des Antragsgebietes dem Terrassenanbau von Weinreben gewidmet sind. ICOMOS stellt darüber hinaus fest, dass einige der verglichenen Gebiete für diesen Antrag wohl irrelevant sind im Hinblick auf sozio-politische und historische Aspekte der Entwicklung, d. h. Portovenere, Cinque Terre and the Islands (Italy, 1997 (ii) (iv) (v)), or the Serra de Tramuntana (Spain, 2011 (ii) (iv) (v)).

Weiter stellt ICOMOS fest, dass es zutreffend ist, dass die vergleichende Analyse nicht auf Kulturlandschaften beschränkt gewesen ist und daher die Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof (Federal Republic of Germany, 2006 (ii), (iii) (iv)) hätte einschließen können, weil in diesem Fall der kulturelle und historische Kontext dem des Antragsgebietes entspricht und sich dort wichtige sakrale und profane Bauwerke des 11. bis 13. Jh. finden.

ICOMOS stellt fest, dass die grenzüberschreitende Kulturlandschaft Fertö/Neusiedler See (Österreich und Ungarn 2001 (v)) nicht in der Analyse berücksichtigt wurde, obwohl sich Ähnlichkeiten im Hinblick auf die durch kontrollierte Ansiedlung bewirkten Entwicklungsmuster, den Kulturaustausch und die Bevölkerungsbewegungen in derselben Zeitspanne (11.-13. Jh.) ergeben (allerdings unterscheiden sich die architektonischen Zeugnisse dieser Entwicklung erheblich).

Unter den Welterbestätten fehlt ein weiterer signifikanter Vergleichsort: Durham Castle and Cathedral (UK, 1986 and 2008, (ii), (iv) und (vi), das (als Kathedrale) 1986 eingetragen wurde und 2008 erweitert wurde, so dass Burg und Kathedrale einbezogen wurden. Es gibt mehrere Vergleichspunkte mit Naumburg, am offensichtlichsten die wichtige und optisch auffällige Wechselbeziehung zwischen profaner Befestigung und einer bedeutenden Kathedrale, ebenso wie der experimentelle Charakter von Architekturelementen der Kathedrale.

Wie T. Gunzelmann in seinem Gutachten, das dem Antrag eingefügt ist, feststellt, bemerkt auch ICOMOS, dass, wenn man die kulturelle Vielfalt Europas berücksichtigt, verschiedene Europäische Regionen ähnliche Muster der historischen, politischen und siedlungsgeschichtlichen Entwicklung aufweisen, wo Handelsinteressen, politische und religiöse Mächte in der Erhaltung und Ausweitung territorialer Kontrolle in strategisch wichtigen Regionen zusammenwirkten oder konkurrierten.

Andere europäischen Territorien, von England bis Frankreich und Italien zeigen ähnliche Konzentrationen in ausreichend kleinen Gebieten, in Städten, Klöstern, Burgen alls Herrensitze.

Dieselbe Beobachtung kann gemacht werden für die Dichte und Authentizität mittelalterlicher transeuropäischer Straßen, für Hohlen und Furten, die von der Mobilität von Menschen und Gütern Zeugnis ablegen. Die Via Regia und die anderen Straßen waren wichtig, aber im Hinblick auf ihre Bedeutung in Europa nicht einmalig. Man bedenke nur beispielsweise das Netz von Straßen, das zur "Road of France" führte (Via Romea oder Via Francigena) oder zum Jakobsweg (Camino de Santiago).

ICOMOS meint, dass die vergleichende Analyse jene Grenzregionen im relevanten geo-kulturellen Gebiet hätte identifizieren müssen, die im selben Zeitraum des 11. bis 13. Jh. ähnlichen historischen bzw. politischen Mustern territorialer Herrschaft unterworfen waren wie das Antragsgebiet und dass man die greifbaren Effekte auf diese Gebiete hätte vergleichen müssen. ICOMOS stellt fest, dass mehrere solche Gebiete in ganz Europa zu finden wären. Beispielsweise in Norditalien und Tirol, zwischen Inntal und der Etsch, die von der römischen Via Claudia Augusta gequert wird, die wiederum Norditalien mit Augsburg verband und im frühen und hohen MA kontinuierlich genutzt wurde und im Vergleich (mit dem Antragsgebiet) für die relevanten Jahrhunderte ebenfalls charakterisiert werden kann durch instabile Grenzen, kaiserliche Zugeständnisse, Bischofsherrschaft usw. Auch hier fanden wichtige historische Ereignisse statt (so wurde in Brixen 1080 im Beisein Kaiser Heinrich IV. eine Synode abgehalten, während der Papst Clement III gewählt wurde) und die strategische Gründung von Bistümern unter der Ägide der Reichskrone gewährleisteten die Territorialherrschaft und deren Reorganisation. Physisch äußern sich diese Ähnlichkeiten in der Vielzahl neuer Marktstädte (Bozen, Meran, Glurns) und Bischofsstädte (Brixen) mit ihren Kirchen und Kathedralen und nahegelegenen Klöstern, ebenso in Dörfern, die von den Bischöfen neu gegründet oder mit Prvilegien ausgestattet wurden, um Kontrolle und Reorganisation zu erreichen (z. B. Egna/Neumarkt, Chiusa/Klausen, Brunico/Bruneck), Burgen etc. Ähnliche vergleichbare Gebiete könnten in Italien in Nordwestitalien gefunden werden, im Susa-Tal, das durch einen der Äste der Via Francigena durchzogen war und Dörfer, Klöstr, Burgen und Befestigungsanlagen aufweist, die aus den Bedürfnissen der territorialen Kontrolle entsprangen. Oder in Piedmont, wo die territoriale Organisation durch die "borghi nuovi" (Neustädte) erreicht wurde, denen Marktrechte verliehen wurden um die Territorialherrschaft zu erreichen und für Zuzug zu sorgen.

Ähnliche Muster der territorialer Aneignung und Kolonisation können in Frankreich gefunden werden, in der Aude-Region bei Narbonne und Carcassonne, abermals eine Grenzregion in der relevanten Periode, das noch immer eine hohe Dichte von Dörfern, Städten, Burgen, Klöstern und Kathedralen aufweist. Oder im Maconnais in Ostfrankreich, einer Region mit Feudalsitzen, Kirchen und Klöstern (z. B. das Benediktinerkloster Cluny) und Dörfern die von Weinbergen umgeben sind.

Auch im britischen Kent, insbesondere um Canterbury und Rochester (oder auch in Surrey), zeigen sich die physischen Zeichen eines Territoriums konkurrierender Mächte, wo eine Vielzahl von Burgen, Klöster, Herrenhäusern, historischer Straßen aus dem Hochmittelalter diesen geschichtlichen Abschnitt repräsentiert .

Alle diese Gebiete teilen bemerkenswerte Ähnlichkeiten mit dem Antragsgebiet im Sinne historischer, sozio-ökonomischer, geographischer und politischer Antriebskräfte und damit verbundener physischer Zeugnisse.

ICOMOS nimmt zur Kenntnis, dass auch das Antragsgebiet - genauso wie andere vergleichbare Beispiele - forlaufenden Veränderungsprozessen unterworfen war, wie dies im Antrag dokumentiert ist. Es unterscheidet sich daher nicht von vielen anderen ähnlichen Regionen, die im Hochmmittelalter erblühte, aber sich dann im Laufe der Jahrhunderte durch Kriege, historische Umbrüche, Vernachlässigung und sozio-ökonomische Transformationen verändert haben.

ICOMOS gibt weiter zu bedenken, dass die Welterbestätten Oberes Mittelrheintal (das ebenfalls starke Ähnlichkeiten im Hinblick auf das historische Kräftespiel und dessen Denkmäler aufweist wie Weinberge, Dörfer, Burgen), die Altstädte von Regensburg mit Stadtamhof und Bamberg (dies insbesondere unter Berücksichtigung der Ansiedlung von Slaven und anderen Migranten im 12.-13. Jh.) die greifbaren Manifestationen der hochmittelalterlichen politischen, ökonomischen und künstlerischen Dynamik entlang wichtiger Verkehrs- und Handelswege in Deutschland bereits in ausreichendem Maße repräsentieren.

ICOMOS stellt darüber hinaus in Rechnung, dass Themen, die sich auf das Früh- und Hochmittelalter beziehen, bereits gut vertreten sind in der Welterbeliste, darunter der Aachener Dom, der Speyerer Dom, der Hildesheimer Dom St. Mariä und die Michaelskirche, Abtei und Altenmünster Lorsch, der Klosterkomplex Maulbronn, die Kollegiatskirche, Schloss und Altstadt von Quedlinburg und die Klosterinsel Reichenau.

Im Falle des Antragsgebietes zeigt die vergleichende Analyse, dass die durch Herrschaftskonkurrenz und die Grenzland-Situation (und den Kulturaustausch über die Grenzen hinweg) erzielte Dynamik ebenso wie deren physische Zeugnisse in ganz Europa gewöhnliche Phänomene darstellten, die in der Welterbeliste bereits durch eine ganze Reihe von Beispielen präsent sind, darunter auch Kulturlandschaften.

ICOMOS stellt fest, dass die vergleichende Analyse eine Berücksichtigung dieses (Antrags-)Gebietes für die Welterbeliste nicht rechtfertigt.

Begründung des Kriteriums "außergewöhnlicher universeller Wert".

Das Antragsgebiet wird aus folgenden Gründen vom Vertragsstaat als "außergewöhnlicher universeller Wert" erachtet:

- Das Gebiet ist eine Kulturlandschaft, deren Strukturen im Hochmittelalter wurzeln. Es weist noch immer eine außergewöhnliche Dichte von Denkmalen und Landschaftsmarken hoher Qualität auf, die in außergewöhnlicher Weise Zeugnis geben von der sozialen, ökonomischen, urbanen und landwirtschaftlichen Eintwicklung der Region im 11.-13. Jh.

- Das Muster von kultivierten Feldern, Terrassen, Obstgärten und Wäldern veranschaulicht die Struktur der mittelalterlichen ländlichen Landschaft.

- Wichtige Verkehrs- und Handelswege aus dem Hochmittelalter und früherer Zeit, die den Reichtum dieser Region begründet haben, überdauerten in Abschnitten von Hohlwegen, und zeugen so in außergewöhnlicher Weise von der Hochmittelalterlichen Infrastruktur.

- Grundlegende Elemente der Besiedlung und Organisation von Stadt und Land bezeugen in außergewöhnlicher Weise die hochmittelalterliche Besiedelung und territoriale Organisation. Dies ist sowohl aus den Grundrissen kleiner Dörfer wie auch größerer Städte wie Naumburg und Freyburg noch immer ablesbar.

- Die territoriale Verteilung von Klöstern und Burgen, verbunden durch Sichtachsen, macht ihre Rolle bei der Formung des Antragsgebietes klar.

- Monumentale Gebäude, insbesondere der Naumburger Dom, zeugen in außergewöhnlicher Weise von den Ambitionen und Visionen der aristokratischen und geistlichen Herren der Region, und genauso von den ökonomischen, kulturellen und künstlerischen Beziehungen, die sie dank der günstigen Lage und der verfügbaren Resourcen zu knüpfen vermochten.

ICOMOS sieht, dass etliche Regionen in Europa in ihrer territorialen Organisation und ihrer Baugeschichte ähnliche Muster zeigen historischer, politischer und geistlicher Mächte im Zusammenspiel oder im Widerstreit, wo Verkehrs-/Handelsinteressen und politische und geistliche Herren bei der Erhaltung oder Ausweitung von Territorialherrschaft in strategisch wichtigen Regionen zusammenwirkten oder konkurrierten.

Deshalb erscheint das, was im Antrag als einzigartig behauptet wird, in Europa als gewöhnliche Entwicklung, die Kulturlandschaften hervorbringt, die sowohl im Sinne der territorialen Struktur bzw. Organisation als auch der Denkmal-Relikte vergleichbar sind.

ICOMOS hält darüber hinaus fest, dass die Begründung durch den Vertragsstaat in jedem einzelnen Fall auf spezifische Bau- oder Stadtelemente abhebt, aber nicht auf die Landschaft als Ganzes. Diese Elemente, insbesondere Landschafts- oder territoriale Elemente, konnten für sich betrachtet nicht als herausragend erkannt werden. Die überkommenen greifbaren Zeugnisse des Hochmittelalters beschränken sich auf einzelne Architekturdenkmäler und einige wenige Beispiele von Stadtanlagen, währen die Mehrzahl der Beispiele aus späterer Zeit als der relevanten stammt.

In der Sicht von ICOMOS sind die physischen Zeugnisse der Rolle dieser Landschaft im Hochmittelalter dürftig. Sie stützt sich vorwiegend auf schriftliche Aufzeichnungen, Flurnamen und verborgene archäologische Befunde, die durch das kürzlich durchgeführte Laser-Scanning entdeckt wurden.

ICOMOS ist daher der Meinung, dass die Begründung für die Eintragung für etliche europäische Territorien und Landschaften zutreffen könnte und dass sie nicht durch ausreichende materielle Zeugnisse oder belastbare historische und naturwissenschaftliche Nachweise unterlegt wurde, die zeigen würden, dass das Antragsgebiet sich von anderen Regionen deutlich abhebt, unerheblich, ob die Vergleichsregionen sich in der Welterbeliste finden oder nicht.

ICOMOS betont darüber hinaus, dass die einzelnen Baudenkmale vorwiegend sakraler Natur, die aus dem 11.-13. Jahrhundert im Antragsgebiet erhalten sind die Rechtfertigung als Kulturlandschaft keineswegs alleine tragen können.

Schließlich bemerkt ICOMOS, dass die Bezeichnung "Herrschaftslandschaft", die im Antrag hervorgehoben wurde, weil sie noch nie in einem Antrag verwandt wurde, vielleicht deswegen bis heute nie zur Verwendung kam, weil sie für eine Welterbestätte kaum etwas als Unterscheidungsmerkmal beiträgt, da es in Europa keine Territorien gibt, von denen man sagen könnte, sie seien in ihrer historischen Herausbildung unabhängig gewesen von den Einflüssen verschiedener, möglicherweise konkurrierender Herrschaft, die sich in ihrer Natur, ihrer Bedeutung und ihrem Einfluss über Zeit und Raum als veränderlich erwiesen haben. Daher hat die Bestimmung des Antragsgebietes als "Herrschaftslandschaft" nicht genug Überzeugungskraft um dessen Einzigartigkeit zu begründen. Einzigartig und originell ist lediglich der ausgewählte Begriff, aber nicht das Gebiet, auf das er angewandt wird.

Aus oben angeführten Gründen geht ICOMOS davon aus, dass die vom Vertragsstaat vorgeschlagene Begründung eine Berücksichtigung des Antragsgebietes für die Welterbeliste nicht trägt. Betrachtet man aber den Schwerpunkt des Antrages, so könnte das Antragsgebiet in anderem Rahmen als dem der Welterbekonvention auf europäischer Ebene durchaus Berücksichtigung finden (z. B. im Netzwerk der Europäischen Kulturstraßen).

Integrität und Authentizität

Integrität (Unversehrtheit)

Der Antrag behauptet, dass das Herrschaftsgebiet an Saale und Unstrut alle notwendigen Elemente umfasst, die den vorgetragenen "außergewöhnlichen universellen Wert" überliefern und dass deren Ausdehnung von ausreichender Größe ist um die Repräsentation der territorialen und urbanen Organisation des Gebietes seit dem Hochmittelalter sicher zu stellen.

ICOMOS bat um zusätzliche Informationen in welchem Ausmaß die identifizierten historische Landschaftselemente physische Nachweise oder erhaltene Bausubstanz aufweisen, die auf die Zeit, auf die sich der vorgeschlagene "außergewöhnliche universelle Wert" bezieht, datiert werden können. Der Vertragsstaat antwortete, indem er die systematische Natur der Inventarisierung unterstrich, die im Antragsgebiet durchgeführt wurde. Dabei wurden mehr als 3000 historische Elemente identifiziert, von etwa einem Tausend hieß es, sie stünden mit dem Hochmittelalter in Beziehung. Eine zusätzliche Tabelle wurde zur Verfügung gestellt, die 56 historische Elemente aufwies (darunter 15 Dörfer), mit einer kurzen Beschreibung, dazu Angaben zum Ort und zum Erhaltungszustand für jedes Element.

ICOMOS berücksichtigt, dass der Vertragsstaat in vorbildlicher Weise die Inventarisierung und kartographische Erfassung der historischen Landschaftselemente aus der für den Antrag relevanten Zeit durchgeführt hat. ICOMOS stellt jedoch fest, dass - gemäß der Mitteilung durch das Land - die meisten der inventarisierten Elemente nicht sichtbar sind, weil sie als vom Erdboden bedeckte Spuren oder Störungen im Gelände erhalten sind oder weil sie verschwunden sind oder sich weitgehend verändert haben. Der Großteil der Landschaftselemente wurde durch das Laser-Scanning entdeckt, eine Technik, die die Identifikation verborgener Oberflächenspuren erlaubt, die aber nicht bei der Datierung des Gefundenen hilft. Weder die Bewerbung noch die Zusatzinformationen machen klar, welche Erfassungs- und Datierungsmethoden für die absolute Datierung der Landschaftselemente verwandt wurden (seien sie unter der Oberfläche oder nicht).

Hinzu kommt, dass das historische Straßennetz durch moderne Straßen und Trassen zerstört ist; die Stadtanlage und deren Beziehung zur dörflichen Umgebung wurden durch moderne Wohngebiete oder gewerbliche Einrichtungen zerstört; Landschaftsmuster stammen überwiegend aus den letzten Jahrzehnten; fast alle mittelalterlichen Einfriedungen sind verschwunden und die landwirtschaftlichen Flächen wurden für die mechanisierte Bearbeitung beträchtlich erweitert.

Die Elemente, die zusammen die hochmittelalterliche Landschaft ausmachen würden, zeigen daher einen fragmentarischen Zustand.

Im Hinblick auf die visuelle Integrität des Gebietes, die im Antrag besonders hervorgehoben wird, stellt ICOMOS fest, dass schon die vorhandene Stromversorgungsinfrastruktur die Sichtverbindungen stört und die visuelle Kohärenz des Antragsgebietes beschädigt und damit die Möglichkeit, die frühere Funktion von Sichtachsen zu verstehen und zu schätzen. Es kommt hinzu, dass weitere Energie- und Verkehrsinfrastrukturprojekte (eine Windfarm in der Pufferzone nahe Markröhlitz, oder die B87 Umgehungsstraße von Bad Kösen oder die B87 Umgehung von Naumburg) geplant sind und die Situation noch verschlechtern werden.

Authentizität

Der Vertragsstaat ist der Ansicht, dass die wichtigsten Attribute des Antragsgebietes (also die Weinberge, Wälder, Flussläufe, Steinbrüche und Straßen) einen hohen Grad an Authentizität aufweisen, und dass dasselbe gesagt werden kann von Burgen, Kirchen, Klöstern sowie den städtischen Silhouetten. Aus Sicht des Vertragsstaates sind die materiellen Ergebnisse der Entwicklung, die sich während des Hochmittelalters im Antragsgebiet ereignet hat, erhalten geblieben.

ICOMOS ist der Ansicht, dass die Bedingungen der Authentizität für einen guten Teil des architektonischen Erbes wohl erfüllt sein mögen, obwohl die überkommenen Zeugnisse, die wirklich aus der für den Antrag relevanten Periode stammen, nicht sehr zahlreich sind und einige Ausnahmen bestehen wie die Neuenburg, die vor wenigen Jahrzehnten in erheblichem Maß wieder aufgebaut wurde. Dasselbe kann jedoch für die Landschaftselemente nicht gesagt werden, die vielleicht als verborgene/unterirdische Spuren fortdauern, für deren absolute Datierung (weder zu den angewandten Methoden noch zu den Ergebnissen) jedoch keine angemessenen Informationen geliefert wurden und die heute weder den Ausdruck der Landschaft noch deren Nutzung charakterisieren: die Größe der Feldparzellen ist verändert wie ihre Nutzung, daher wurde die sichtbare Landschaft in späteren Jahrhunderten umgestaltet, verändert oder wiederhergestellt.

Während die Ergebnisse des Laser-Scannings des Gebietes sicher wichtig sind für ein verbessertes Verständnis für dessen Evolution, für dessen Dynamik und Transformationen, können die festgestellten mittelalterlichen Landschaftselemente nicht als außergewöhnlich gut erhalten gelten, nicht im Vergleich mit anderen, ähnlichen Gebieten.

In Naumburg, hat die Sanierung eines großen Teils der Altstadt und die Erneuerung leerstehender Gebäude die Bausubstanz verändert, die nicht mehr mit dem historischen Charakter des Gebietes in Einklang steht. Diese Sanierungs- und Erneuerungsmaßnahmen wurden auch in Freyburg und anderen Dörfern im Antragsgebiet durchgeführt, was sich auf die erhaltene Bausubstand abträglich ausgewirkt hat.

ICOMOS stellt weiter fest, dass die historischen Sichtachsen zwischen den historischen Landschaftselementen durch das Vordringen moderner Infrastruktur gestört wurde. Im Ergebnis tut sich die Landschaft schwer, einen genius loci spürbar zu machen, der das Verständnis des Antragsgebietes befördern würde als Landschaft, die im Hochmittelalter geformt wurde und noch immer in ihrer Struktur gezeichnet ist durch die hochmittelalterliche Prägung und die erhalten gebliebenen mittelalterlichen Elemente.

Als Ergebnis stellt ICOMOS fest, dass die Bedingungen Integrität und Authentizität nicht erfüllt sind.

Kriterien, unter denen die Eintragung vorgeschlagen wurde.

Das Antragsgebiet ist nominiert auf der Grundlage der kulturellen Kriterien (iv) und (v).

Kriterium (iv): sei ein außergewöhnliches Beispiel eines Gebäudetyps, architektonischen oder technologischen Ensembles oder einer Landschaft, das (ein) signifikante(s) Stadium der Menschheitsgeschichte illustriert.

Dieses Kriterium wird durch den Vertragsstaat so begründet, dass das Antragsgebiet ein außerordentliches Beispiel einer Kulturlandschaft sei, die sich in einem Grenzgebiet während des Hochmittelalters herausgebildet habe durch die konkurrierenden Interessen der Aristokratie und geistlicher Herren, die im Bau von Burgen und Klöstern ebenso resultierten wie in der Organisation des Territoriums und der Ansiedlungen. Die Sakraltopographie weist Dorfkirchen, Kathedralen und Klöster auf und belegt die erfolgreiche Christianisierung der Gegend. Der Naumburger Dom insbesondere symbolisiert in außerordentlicher Weise die spirituelle Kraft der Kirche und die Ambitionen der lokalen Herrscher ebenso wie das Vordringen der Kathedralbaupläne von West- nach Osteuropa.

Landschaftselemente zeigen in außergewöhnlicher Form die Entwicklung der Landwirtschaft, der Waldwirtschaft, der Wasserhaltung und des Weinanbaus. Dorf und Stadtanlagen belegen ebenso großartig wie städtische Gebäude zusammen mit Flurnamen den Prozess der Integration von lokaler und immigrierten Gruppen mit unterschiedlichem kulturellen und ethnischem Hintergrund.

ICOMOS stellt fest, dass die Merkmale, welche die Argumentation zur Begründung dieses Kriteriums unterstützen sollen weder ausreichend integer noch authentisch erscheinen, da die meisten verschwunden sind oder wiederhergestellt oder verändert wurden. Darüber hinaus haben zahlreiche historische Kulturlandschaften in Europa analoge historische und politische Entwicklungsmuster durchgemacht und auch sie zeigen ähnliche Elemente in ähnlich fragmentiertem Zustand.

Im allgemeinen wie auch in diesem speziellen Fall, hält ICOMOS individuelle Denkmale alleine nicht für ausreichende Merkmale, die das vorgeschlagene Kriterium auf der Ebene eine Landschaft / eines Territoriums rechtfertigen könnten.

ICOMOS hält dieses Kriterium nicht für erfüllt.

Kriterium (v): sei ein außergewöhnliches Beispiel einer traditionellen Siedlung, Land- oder Meeresnutzung, die eine Kultur (oder Kulturen) repräsentiert oder menschliche Interaktion mit der Umwelt, insbesondere wenn sie durch die Einwirkungen unumkehrbarer Veränderungen gefährdet ist.

Der Vertragsstaat rechtfertigt dieses Kriterium damit, dass das Antragsgebiet ein hervorragendes Beispiel für die Besiedlung und Landnutzung Mitteleuropas im Hochmittelalter sei. Dies wird gezeigt anhand mehrerer Markmale: die künstlich angelegte Kleine Saale, die Mischung aus bewirtschafteten Feldern, Terrassen, Obstgärten mit bordered forests und Gehölzen. Die Grundrisse Naumburgs und Freyburgs zeugen von den mittelalterlichen Stadtgründungsformen und von sozialen Hierarchien, während die Anlage kleinerer Dörfer für die neuartigen Muster der Besiedlung und des Zusammenlebens stehen. Die Verteilung kultivierter Felder und die Geometrie von Parzellen demonstrieren neue Errungenschaften der Agrartechnologie.

ICOMOS ist der Meinung, dass die zur Rechtfertigung dieses Kriteriums hervorgehobenen Attribute sich auf Wechselwirkungen menschlicher Aktivitäten bezieht, die nicht angemessen dokumentiert und erklärt sind. Es sind keine ausreichenden Beschreibungen sozio-historischer Faktoren (Rechtswesen, Brauchtum, Agrarverfassung) gegeben, die zur Formung der physischen Struktur des Territoriums beitrugen. Es kommt hinzu, dass relevante physische Landschaftselemente als Bodendenkmale überliefert sind und nur in fragmentierter Form, so dass sie nicht in der Lage sind, ein konsistentes System von Elementen und Beziehungen zu liefern, das in lesbarer und außergewöhnlicher Art die Landschaft des Hochmittelalters widergibt.

ICOMOS stellt fest, dass allenfalls einzelne Elemente, die als solche nicht als außergewöhnlich betrachtet werden können, als Zeugnisse einiger Aspekte von Landnutzung und Siedlungsgeschichte betrachter werden können. Diese sind aber unvollständig und waren erheblichen Transformationsprozessen unterworfen.

ICOMOS hält dieses Kriterium für nicht erfüllt.

Insgesamt hält ICOMOS alle Kriterien für nicht erfüllt.

4. Faktoren, die das Antragsgebiet beeinträchtigen

Der Nominierungsantrag erwähnt sowohl einige Faktoren, die das Antragsgebiet beeinträchtigen als auch Maßnahmen zur Abhilfe. Während beispielsweise das Verkehrsaufkommen als eines der Hauptprobleme betrachtet wird, reichts es nach Ansicht des Vertragsstaates aus, dessen Auswirkungen zu beschränken, indem man die Verkehrsführung intelligent gestaltet; Auswirkungen der Energiewende-Politik gedenkt man durch Rückgriff auf Techniken mit den geringsten Störpotentialen zu reduzieren; dem Bevölkerungsrückgang und dem Leerstand von Gebäuden als dessen Folge soll mit integrierter Planung begegnet werden; durch die Landwirtschaft verursachte Landschaftsveränderungen könnten durch Programme zur umweltfreundlichen Bewirtschaftung angegangen werden; die durch den Verkehr verursachte Luftverschmutzung wurde durch strukturelle Verbesserungen erreicht, durch neue Straßenoberflächen, die weniger Erschütterungen und Lärm verursachen, durch Geschwindigkeitsbegrenzungen die den Bau von Umgehungsstraßen, die den Verkehr aus den Stadtzentren heraushalten (z. B. Freyburg).

Im Hinblick auf die Gefahrenabwehr ist der Vertragsstaat der Ansicht, dass Hochwasser, Blitzschlag und Feuer die größten Katastrophenrisiken für das Gebiet bergen, dass das Gebiet aber dagegen gut gerüstet ist.

Zu den Folgen der demographischen Entwicklung und der Stadtentwicklung stellt ICOMOS fest, dass innerhalb des Antragsgebietes die Entwicklung der Städte bereits zur Veränderung der mittelalterlichen Landschaftsformen geführt habe, dass Wohngebiete über die traditionellen Stadtgrenzen hinaus gewachsen sind und gleichzeitig kleinere Dörfer Bevölkerungsverluste erfahren haben, so dass einige Dorfkerne teilweise aufgegeben erscheinen.

Gewerbegebiete oder große Agrarbetriebe und die Verkehrs- und Energieinfrastruktur stören und fragmentieren das Landschaftsmosaik und die aus dem Mittelalter erhaltenen Landschaftselemente.

Dem aktuellen Bevölkerungswandel begegnen die Behörden durch "Flächennutzungspläne", die Rückgewinnung der Stadtränder und der Innenstädte verfolgen, um die Landschaftszersiedelung umzukehren und die Umgebung der größeren Orte wie Naumburg aufzuwerten.

ICOMOS stellt fest, dass komplexen sozio-ökonomischen Prozessen wie der Bevölkerungsrückgang nicht ohne weiteres durch planerische Maßnahmen begegnet werden kann, da sie viele Gemeinden im Antragsgebiet betreffen und auch im weiteren Umfeld. Darüber hinaus sieht die Planung für die Zukunft neue Flächen zur Bebauung vor, für die kommerzielle Nutzung (z. B. im Süden Naumburg) und für die Infrastruktur (z. B. neue Straßen, Windfarmen), was die Bedeutung des Bewerbungsgebietes beeinträchtigen dürfte.

ICOMOS stellt fest, dass die industrielle Landwirtschaft bereits die Veränderung und Erweiterung der Parzellenstruktur nach sich gezogen hat, die die Feinzeichnung der mittelalterlichen bäuerlichen Landschaft weitgehend verloren hat.

Schon historisch ein wichtiger Kreuzungspunkt, wird das Gebiet auch weiterhin von Nah- und Fernverbindungstrassen durchschnitten. Zu den neugeplanten Straßen und Umgehungen gehört die bereits genehmigte Umgehung Bad Kösens mit der Saalebrücke; die B87-Umgehung Naumburgs, die durch die Pufferzone führt, aber auch das Antragsgebiet beeinflusst; der Ausbau der Kreuzung der B87, B180 und L200 bei Wethau, mit Planfeststellung (?) seit 22. Januar 2013, in der Pufferzone, aber mit Auswirkungen auf das Antragsgebiet; und eine Veränderung der Straßenführung zwischen Schulpforte und Almrich (im Antragsgebiet), die deren Wert wahrscheinlich beeinträchtigen wird.

Was die Eisenbahn angeht, so stellt ein wichtiges Projekt die Entwicklung des Streckenabschnittes Halle-Weißenfels-Naumburg-Erfurt dar.

ICOMOS ist der Ansicht, dass zusätzlich zu den einzelnen Verkehrsprojekten deren kumulativer Effekt aufgrund ihrer Anzahl und Konzentration sich als ergeblich erweisen wird.

Die genehmigte Planung für die Umgehungsbrücke der B87 bei Bad Kösen ist von dringendem Belang. Obwohl sie unmittelbar außerhalb des Antragsgebietes liegt, wird angenommen, dass diese Brücke im Falle ihrer Realisierung den Blick von den Burgen Saaleck und Rudelsburg massiv stören wird. ICOMOS erbat sich vom Vertragsstaat zusätzliche Informationen zu diesem Projekt und das Land schickte zwei unterschiedliche Briefe. Im September 2014 antwortete das Land Sachsen-Anhalt auf einen Brief betreffs der Brücke, der über die UNESCO von der NGO "Rettet das Saaletal" geschickt worden war. Im Oktober 2014 schrieb der Verein "Saale-Unstrut auf dem Weg zum Welterbe" als Antwort auf die Informationsanfrage von ICOMOS.

Im ersten Schreiben wird erklärt, dass am 30. November 2010 eine Planfeststellung zur Umgehungsbrücke erfolgt sei ungeachtet der ablehnenden Haltung der für den Denkmalschutz zuständigen Landesbehörde (LDA-LSA), da die Planung die Brücke als umweltverträglich und für die regionale Entwicklung unverzichtbar erwies. Nach den im Planungsprozess durchgeführten Beratungen ist die Position der Brücke nicht mehr verhandelbar, die finanzierende Behörde wird jedoch die notwendigen Maßnahmen ergreifen um die Auswirkungen der Brücke zu minimieren und deren Gestaltung zu optimieren.

Im zweiten Brief vom 27. Oktober stellte der Verein "Saale-Unstrut auf dem Weg zum Welterbe" klar, dass die Auswirkungen der geplanten Umgehungsbrücke in Bad Kösen nicht zum Tragen kommen werden bevor die Naumburger Umgehungsstraße gebaut wird. Für die Naumburger Umgehung gibt es jedoch noch keine Genehmigung. Das Planfeststellungsverfahren (?) begann am 24. Juni 2010 und der Genehmigungsbescheid wird für das Ende 2014 erwartet. Es wird auch erklärt, warum die Umgehung von Bad Kösen noch nicht begonnen wurde: weil die Bundesbehörden sowohl die Genehmigung der Umgehungen von Bad Kösen als auch die von Naumburg abwarten wollen. Nach der Genehmigung wird die Finanzierung durch den Bund erfolgen. Die Planung für die Naumburger Umgehung zeigt, dass diese teilweise dicht an der Pufferzone vorbeiführen wird.

Was die Energieversorgungsinfrastruktur angeht, sind zwei Planungen in Kraft - der Regionalentwicklungsplan für die Region Halle aus dem Jahr 2010 und das Modellprojekt für Stadterneuerung und energetische Erneuerung (?) für Naumburg aus dem Jahr 2010 - deren Realisierung möglicherweise zur zusätzlichen Beeinträchtigungen durch Windräder führen wird, wie bereits zu beobachten (z. B. in Molau) und zur Verbreitung von häuslichen Solaranlagen in der Stadt, wenn auch nicht in der Altstadt. So ist also zu erwarten, dass es zu visuellen Beeinträchtigungen der Integrität der historischen Landschaft kommen wird.

Ein weiterer problematischer Faktor scheinen Steinbrüche zu sein: sieben Steinbrüche oder Abbaugruben wurden während des Besuches im Antragsgebiet oder unmittelbar außerhalb festgestellt (sechs innerhalb, einer außerhalb). Nur zwei davon konnten während der ICOMOS-Mission besucht werden und diese schienen allenfalls eine leichte Störung zu verursachen, Maßnahmen zur Minimierung der Störwirkung müssen allerdings ergriffen werden.

ICOMOS erbat Informationen zur Gewerbeentwicklung im Antragsgebiet. Der Vertragsstaat stellte eine Liste von 17 Produktionsstandorten zur Verfügung und dazu einige Detailinformationen zur Lokalisierung und Art des Gewerbes, allerdings kamen keine Informationen über den Umfang der Produktion und die Größe der Anlagen. Die schließen zwei Steinbrüche ein und eine damit verbunde Weiterverarbeitungsanlage ein, drei Energiegewinnungsanlagen (Biogas), vier Anlagen zur Abfalllagerung und Abfallbehandlung, eine Schweine- und eine Geflügelmastanlage und schließlich zwei Schießplätze.

ICOMOS nimmt die Anzahl der vorgesehenen Anlagen und das Fehlen von Informationen zu ihrer Größe mit Sorge zur Kenntnis.

Durch ihre Hydro-Geomorphologie ist die Region anfällig für Überflutungen. Der Antrag erwähnt zwar, dass Schutzdeiche existieren, Vorbeugungs- oder Management-Pläne wurden jedoch nicht bereitgestellt. In ihrem Brief vom 27. Oktober 2014 teilt der Vertragsstaat (bzw. der Welterbe-Verein) mit, dass aufgrund der topraphischen Situation keine Überflutungsgefahr für die Denkmale im Antragsgebiet bestehe.

ICOMOS gibt zu Bedenken, dass als Folge des Klimawandels in den letzten Jahrzehnten wiederholt außergewöhnlich heftige Regenfälle zu verzeichnen waren und dass ist deswegen notwendig sein wird, für die am meisten Überflutungsgefährdeten Gebiete Pläne zur Vorbeugung und zur Risikominimierung zu entwickeln.

ICOMOS geht davon aus, dass die größte Bedrohung des (im Antrag vorgestellten) Kulturguts von der Infrastruktur- und Gewerbeentwicklung sowie der Bautätigkeit ausgeht. Mittelfristig kommen die Bedrohung durch den Bevölkerungsrückgang und die mögliche negative Auswirkungen des Tourismus auf traditionelle ländliche Handlungsweisen und die Landschaft hinzu. Für einige Zonen des Antragsgebietes stellen auch Überflutungen ein zusätzliches Risiko dar.

5. Schutz, Erhaltung und Management

Grenzen des Antragsgebietes und Pupperzone

Das Antragsgebiet (10,402 ha) liegt im Umkreis des Zusammenflusses von Saale und Unstrut. Es schließt die Stadt Naumburg im Süden und Freyburg im Norden ein, darüber hinaus die Fläche um die beiden Städte, um Schönburg und Goseck im Osten, sowie Bad Kösen und Flemmingen im Südwesten. Der Bestimmung der Grenzen des Antragsgebietes liegt eine komplexe Methodik zugrunde, die von den erwähnten vier Städten und Siedlungsschwerpunkten ausgeht und sowohl die Sichtverbindungen zwischen Burgen, Kirchen und anderen Gebieten mit großer Vielfalt, Dichte und Qualität der Landschaftselemente (Wälder, Landwirtschaft, Weinberge, Wegverbindungen etc.) in Rechnung stellt.

ICOMOS erbat sich zusätzliche Informationen über die Begründung der Genzziehung für das Antragsgebiet und die Pufferzonen. Der Vertragsstaat antwortete mit der Erklärung, dass die Grenzen auf der Basis einer komplexen karthographischen Interpolation geschah, die sowohl den Umfang des historischen Herrschaftsbereichs berücksichtigte als auch die Dichte des aus dem 11.-13. Jh. erhaltenen Kulturguts (das innerhalb eines vorbestimmten Gebietes - als „Untersuchungsgebiet" bezeichnet - inventarisiert wurde), die Horizontlinie der Fernsicht, die Grenzen bestehender Schutzgebiete und andere administrative Grenzen.

Was die Pufferzonen angeht, so wurden diese nur dort eingerichtet, wo sie zum Schutz der Sichtbeziehungen wichtiger Elemente notwendig erschienen oder um den Schutz einzelner Denkmale oder historischer/archäologischer Elemente zu erweitern.

Während das Vorgehen des Vertragsstaates zur Bestimmung der Grenzen grundsätzlich akzeptabel erscheint, stellt ICOMOS fest, dass nur das Antragsgebiet im Einzelnen dokumentiert wurde und dass keine Vergleiche mit anderen Gebieten in der Nachbarschaft gemacht wurden, um das Antragsgebiet abzugrenzen. ICOMOS stellt weiter fest, dass spätere Umformungen der Landschaft und der hochmittelalterlichen Elemente nicht berücksichtigt wurden und dass trotz der ausgeklügelten Methodik nur wenige der Dörfer mit der in dieser Region erhalten gebliebenen Dorfanlage ins Antragsgebiet oder die Pufferzonen eingeschlossen wurden (beispielsweise liegen Bauersroda, Ebersroda, Schleberoda und Münchenroda außerhalb Antragsgebiet und Pufferzone).

ICOMOS hat den Eindruck, dass gegenwärtige Verwaltungsgrenzen sich schwerwiegend auf die Auswahl der Grenzen des Gebietes ausgewirkt haben, d. h., nur Flächen, die zum Land Sachsen-Anhalt gehören wurden in den Antrag einbezogen, während die territoriale Reichweite der historischen und politischen Phänomene erheblich über das Antragsgebiet hinaus ging.

Die vorgeschlagne Pufferzone umfasst insgesamt 6,232 ha. Sie umschließt nicht das ganze Antragsgebiet, das sie aus unzusammenängenden Flecken besteht, die an das Antragsgebiet angrenzen. Der Antrag gibt an, dass die Pufferzone Gebiete mit einer geringeren Dichte an kulturgeschichtlichen Elemente einschließt und sich gleichzeitig an administrativen Grenzen orientiert.

ICOMOS stellt fest, dass die Zersplitterung der Pufferzone in separate Gebiete vor dem Hintergrund der territorialen Reichweite des Antrags nicht gerechtfertigt erscheint. Auch in Hinsicht auf den notwendigen visuellen und funktionalen Schutz ist er nicht gerechtfertigt, da das Antragsgebiet nicht hinreichend geschützt erscheint und durch verschiedene Entwicklungen bereits in Mitleidenschaft gezogen wurde. ICOMOS ist der Ansicht, dass die vorgeschlagene Pufferzone weder die unmittelbaere Ausrichtung des Antragsgebietes berücksichtigt, noch wichtige Blickbeziehungen, noch weitere Gebiete oder Attribute von funktionaler Bedeutung, die das Antragsthema unterstützen oder schützen könnten, wie dies im Paragraph 104 der Durchführungsleitlinien gefordert wird. Deswegen trägt es auch nicht dazu bei, eine zusätzliche Schutzschicht für das Antragsgebiet zu gewährleisten.

Im Ergebnis hält ICOMOS die Grenzziehung für das Antragsgebiet für nicht ausreichend um die Darstellung des vorgeschlagenen „außergewöhnlichen universellen Wertes" abzusichern und die Pufferzone erscheint nicht geeignet, um die notwendige zusätzliche Schutzzone für das Antragsgebiet zu bilden, wie es von den Durchführungsrichtlinien verlangt wird.

Eigentumsverhältnisse

Das Antragsgebiet ist größtenteils in Privatbesitz, Teile davon befinden sich jedoch in der öffentlichen Hand oder in der Verantwortung öffentlich-rechtlicher Stiftungen.

ICOMOS erbat sich zusätzliche Informationen zu den Eigentumsverhältnissen und vom Vertragsstaat wurde ein Diagramm zur Verfügung gestellt, das folgende Prozentzahlen anzeigte: 95% Privateigentum, 2% städtisches Eigentum, 2% Kircheneigentum, 1% andere Eigentümer.

Schutzmaßnahmen

Eine Reihe rechtlicher Regelungen schützt sowohl das Antragsgebiet als auch die Pufferzone.

Eines der wichtigsten ist das Raumordnungsgesetz (ROG), das die Grundlinien, Aufgaben und Regelungen für die Regionalplanung vorgibt, die dann von den Ländern duch deren Gesetzgebung und Planung umgesetz werden. Das Bundesgesetz schreibt die Erhaltung historischer Kulturlandschaften vor. Das Land Sachsen-Anhalt hat ein Landesplanungsgesetz erlassen, um dem ROG zu entsprechen.

 

 

 

 

 

 

 

Als Ergebnis stellt ICOMOS fest, dass der gegenwärtige rechtliche Schutz für Einzeldenkmale und die Natur im Antragsgebiet gegeben ist, nicht aber in ausreichendem Maße für die Kulturlandschaft als solche und die Gesamtheit von deren relevanten Elementen.

ICOMOS stellt weiter fest, dass die bereits bestehenden Schutzmaßnahmen weder die bereits vollzogenen Umformungen der Landschaft verhindert haben, noch die Genehmigung von Projekten, die wertmindernde Auswirkungen auf das Antragsgebiet haben werden.

 

 

 

Zusammenfassend ist ICOMOS der Meinung, dass sich die Konservierung und Inventarisierung einzelner architektonischer und archäologischer Elemente in die richtige Richtung bewegt, dass konservatorische Anstrengungen für Kulturlandschaftselemente erst zu einem Zeitpunkt einsetzten, als deren Integrität und Authentizität bereits im Schwinden begriffen war. Dennoch ist es angebracht, die verbliebenen historischen Landschaftselemente, die Parzellenstrukturen und das ganze Muster von Befunden zu dokumentieren, zu schützen, zu konservieren und zu publizieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

ICOMOS stellt fest, dass es kein Programm zur Umsetzung zukünftiger Maßnahmen mit definierten Projekten und einer vorläufigen Finanzausstattung zu geben scheint - oder zumindest wurde es nicht vorgestellt.

 

 

 

 

 

 

ICOMOS bemerkt, dass es sich bei dem eingereichten Management-Plan lediglich um eine Beschreibung handelt, die das im Antrag genannt noch einmal zusammenfasst. Der Plan bezieht sich hauptsächlich auf bereits realisierte Schutz- und Planungsmaßnahmen, während andere mögliche Maßnahmen, die im Management-Plan für die Zukunft genannt werde, keinerlei Angaben zum Zeitpunkt ihrer Umsetzung enthalten.

 

 

ICOMOS ist der Meinung, dass der Management-Plan zur Zeit nicht als zufriedenstellend erachtet werden kann. Nach den vom Vertragsstaat zur Verfügung gestellten Dokumenten zu urteilen, handelt es sich mehr umd einen Zeitplan für die Bewerbung als um einen Entwurf oder eine Vorstudie für die Entwicklung eines Management-Instruments. Nach Ansicht von ICOMOS wurde die Bedingung des Paragraphen 108 der Durchführungs-Leitlinien nicht erfüllt, die verlangen, dass „jedes angemeldete Gut [...] über einen angemessenen Verwaltungsplan oder ein anderes durch Unterlagen belegtes Verwaltungssystem verfügen [sollte], in dem erläutert wird, wie der außergewöhnliche universelle Wert eines Gutes erhalten werden kann“*, und der Mangel an einem Finanzbudget oder einer Kostenschätzung hinterlässt viele Ungewissheiten über die Frage, wann es umgesetzt werden könnte.


[*vorzugsweise durch Beteiligung der Bevölkerung.]

 

 

 

 

 

 

 

 

 

7 Schlussfolgerungen

Das Antragsgebiet ist als Landschaft angemessen auf den Begriff gebracht worden und der Vertragsstaat hat in dem Gebiet in verdienstvoller Weise tiefgehende und interdisziplinäre Forschungen auf den Weg gebracht, die als exemplarisch angesehen werden können und deren Anwedung auf weiter Kulturlandschaften ähnlich lohnende Ergebnisse zeitigen könnten.

ICOMOS möchte jedoch betonen, dass die Welterbekonvention vom Kulturgut ausgeht, und daher müssen die eingetragenen Güter ihren außergewöhnlichen universellen Wert durch materielle und immaterielle Aspekte nachweisen (wie dies in Paragraph 49 die Durchführungsrichtlinien definiert ist).

In diesem Fall teilt das Gut, auf das diese interessanten Forschungsmethoden angewandt wurden, viele Gemeinsamkeiten mit anderen Territorien überall in Europa, sowohl im Sinne seiner historischen Entwicklungsmuster als auch der Ergebnisse der Veränderungsprozesse, einschließlich des fragmentierten Zustands jener Attribute, die seine Bedeutung als hochmittelalterliche Kulturlandschaft und deren Integrität und Authentizität tragen könnten.

 

 

 

 

 

 

8 Empfehlungen

Empfehlungen im Hinblick auf die Eintragung

ICOMOS empfiehlt, dass Der Naumburger Dom und die Landschaft an Saale und Unstrut - Herrschaftslandschaft des Hohen Mittelalters, Bundesrepublik Deutschland, nicht in die Welterbeliste eingetragen werden sollte.

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