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muenzfund-naumburg-2013Das FundstückBarocker Fund bei der Pilzsuche

Dass man nicht nach jeder Pilzsuche mit einem vollem Korb zurückkehrt, ist Pilzsammlern hinlänglich bekannt. Aber was der Naumburger Matthias Will nach einem Gewitterguss im Juli letzten Jahres im Wald unweit der Saalestadt fand, zeigt wieder einmal, wie geschichtsträchtig der Boden unserer Region ist!

Im ausgewaschenen steinharten Waldweg fiel ihm im Gegenlicht eine kleine, kreisrunde Erhebung auf, die seine Neugier weckte. Mit dem Messer vorsichtig abgetragen, ging der Erdklumpen mit nach Hause. Nach einer ersten Reinigung mit der Zahnbürste kam plötzlich an einer Stelle ein silbriges Stück Metall mit Inschrift zum Vorschein. Wenig später war der gelernte Bankkaufmann dann schon sicher, eine recht alte Silbermünze in der Hand zu halten. Aber es sollte noch eine Vielzahl von schmutzlösenden Bädern in Olivenöl dauern, bis die Münze das Geheimnis ihrer Herkunft preisgab - es handelte sich um einen nur 3,3 Gramm schweren barocken 12tel-Taler (ein sogenannter "Doppelgroschen") aus dem Jahre 1690, der in Berlin für den Brandenburger Kurfürsten Friedrich III. geprägt wurde. Die Fundumstände und die ausgesprochen gute Erhaltung im Waldboden lassen zudem den Schluss zu, dass die Münze nicht lange im Umlauf war und vor über 300 Jahren vielleicht aus der Tasche eines Markthändlers fiel...

Der Leiter des Naumburger Stadtmuseums, Dr. Siegfried Wagner, zeigte sich auch hocherfreut über den jetzt abgegebenen Zufallsfund: "Ein schönes Einzelstück, welches zwar ursprünglich nicht 'von hier' ist, aber, nachdem wir den Fund ordnungsgemäß dem Landesamt für Archäologie gemeldet haben, auf jeden Fall einen Platz in der Sammlung des Museums finden wird."

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