Newsflash

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen bleiben alle unsere Häuser – zu unserem größten Bedauern – bis auf Weiteres geschlossen.

Helga Houben (geborene Worm), Weimar

Mit Naumburg verbinden mich schöne Erinnerungen aus meiner Kindheit. Im Alter von 3 Jahren musste meine Familie Ihren Heimatort Schumburg verlassen da dieser von den Tschechen besetzt wurde. So wurde Naumburg 1946 zu meiner zweiten Heimatstadt.
Mein Vater Ernst Worm arbeitete als Schlosser während sich meine Mutter Helene  um mich und meine 4 Geschwister kümmerte. Nach mehreren Umzügen (vom Lauscherweg 2 in den Mertensdorferweg 2 ) wurde schließlich die Jakobsgasse 22 unsere feste Adresse für die nächsten 11 Jahre.  Ich kann mich noch sehr an die anderen Kinder in der Jakobsgasse erinnern und schnell hatte man viele Spielkameraden. Auch die Schulzeit in Naumburg werde ich nie vergessen. Eingeschult wurde ich am 01. September 1949 in der Michaelisschule welche leider zwei Jahre später aufgelöst wurde. Wir wurden zur Georgenschule überwiesen in der auch einige der alten Lehrer weiter Unterrichten durften.  Ich kann mich noch an einige Namen der Lehrer erinnern, Heinemann, Menzel Scheiding und Frau Schob unsere Klassenlehrerin. Renate Issermann, meine Klassenkameradin ist leider vor kurzem verstorben aber ich hatte die Chance sie vorher nochmal zu besuchen und über die guten alten Zeiten in Naumburg zu plaudern.

Ich bin mir leider nicht mehr ganz sicher aber die Umzüge der Kirchfeste wurden erst später von Schulklassen begleitet. In unserer Schule wurden Mädchen gesucht welche die kleineren Schulkinder während des Umzuges beaufsichtigen. Ich hatte Glück und durfte die Aufgabe dieses eine mal mit übernehmen. Nach dem Umzug durch die Stadt haben wir uns dann auf dem Festplatz vergnügt, mit Karussellfahrten für 5 Pfennig.

Brigitte Selditz eine Schulkameradin wohnte auch in der Jakobsgasse gegenüber unserem Haus über einer Metzgerei. Unsere Fenster waren fast auf der selben Höhe, so wurde sich oft dort getroffen um gemeinsam über die Gasse hinweg Blockflöte zu üben, geredet oder gelacht. Wir hatten einen witzigen Wettkampf mit dem Strickliesel , wer zuerst vom Fenster heraus den Boden erreichte hätte gewonnen. Es hat so viel Spaß gemacht aber ich kann mich nicht mehr erinnern wer jetzt wirklich erster war.

Eine unserer Nachbarin war Frau Gertrud Rauchbach mit ihren zwei Söhnen Karl-Heinz und Guenter bei denen ich öfter Kindermädchen sein durfte, ebenso wie bei Frau Börner in der Weißenfelserstr.

1957 durfte meine Mutter mit uns nach Westdeutschland auswandern. Wir zogen nach Düsseldorf und später nach Haaren in NRW. 47 Jahre später bin ich meiner Kindheit wieder etwas näher gekommen in dem ich mit meiner Familie von NRW nach Weimar gezogen bin. Noch heute habe ich Erinnerungen an meine Zeit in Naumburg, eine Zeit die ich nie vergessen werde und welche ich mit diesem kurzen Einblick gerne mit den Menschen jener und heutiger Zeit teilen möchte.

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