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Karl Dorka

Rote Rosen zum Empfang

Brief an einen guten Naumburger Freund vom 24.11.1953 - Über das Kriegsende und die Jahre nach dem 2. Weltkrieg in Naumburg.

"Mein lieber Freund Horst A(...)!

Ich freute mich über Deinen Bericht sehr; ich hatte schon damals nach meiner Rückkehr in Naumburg so ab und zu über Dein Schicksal manches gehört. Selbstverständlich interessierte mich das alles und es war auch klar für mich, dass jedem anständigen Menschen geholfen werden musste, soweit man dazu überhaupt in der Lage war. Ich bemühe mich, nicht zu den Menschen zu gehören, die erst "Hosiana" und dann "Kreuziget ihn!" schreien. Du weißt ja, dass mir auch damals nichts geschenkt wurde, aber von den "Opfern des Faschismus" halte ich auch nicht allzu viel, ich respektiere lieber eine Gesinnung, die menschlich ist und aus Überzeugung kommt – ganz gleich aufweiche Anschauung sie sich stützt.

Damals, lieber Horst, als wir voneinander in N. Abschied nahmen, da zog ich freiwillig aus, den Krieg glorreich zu beenden. An das Ende und an ein so nicht erwartetes habe ich allerdings damals nicht gedacht. Ich glaubte an den Führer und an den Sieg. Allerdings muß ich sagen, dass damals wohl mein gesunder Menschenverstand mich wohl etwas im Stich gelassen hat. Doch ist das wohl so bei mir, wenn ich an etwas glaube, von etwas überzeugt bin, dann bis zum sturen Fanatismus. Allgemein hat sich diese Einstellung in meinem Leben bewährt, diese Einstellung hat mir wahrscheinlich damals auch noch die Kraft gegeben, wirklich nicht an allem zu verzweifeln.

Meine Kriegsabenteuer erstreckten sich über die Ausbildung in Chemnitz – einer damals für mich unwahrscheinlich herrlichen Zeit – über das "Erlebnis" des Bombardements in Dresden und Chemnitz, über manchen Felddienst im Erzgebirge und manchen Blitzfahrten ins Sudetenland und den wirklich ungewollten Abschluß am 8. Mai durch Übergang in amerikanische Gefangenschaft.

Ich habe die Gläubigkeit vieler Menschen besonders in den Grenzgebieten gesehen, habe die verzagten deutschen Menschen in der Tschechoslowakei aufzurichten versucht, habe mich mit meinen alten Landsern als Korporal die Hoffnung hochzuhalten bemüht und war zuweilen erschüttert über manche Dinge, die ich in meiner Gesinnung nicht für möglich gehalten hätte.

Meine Gefangenschaft dauerte nicht lange, 18 Tage, sie schien mir unendlich und eine Hölle. Dabei hatten wir gar nichts auszustehen, der Amerikaner "behandelte" uns überhaupt nicht, wir faulenzten in der Sonne, schliefen in einer Fabrik auf dem nackten Boden und wurden trotz aller Entbräunungsbestrebungen braun und gesund, aber wir hatten Hunger. Dennoch hütete ich einen kleinen Vorrat an Lebensmitteln, um sie meiner Familie zu erhalten.

Als man uns aus der Gefangenschaft entließ, fuhr man uns mit LKW’s nach Leipzig. Selten war ein Tag in meinem Leben glücklicher als die Fahrt durch die Frühlingslandschaft in die Freiheit, nach Hause. Ich verdammte die Volksseele, die sich nur in Massenreaktionen zu äußern versteht – in diesem Falle über die unbequeme, beengende LKW-Fahrt murrte – und jubilierte innerlich. In Etappen landete ich in Naumburg, direkt per Auto mit Bier-Naumann vor meiner Haustür und der glücklichste Gruß war der meines Jüngsten "Der Vatiii!". Zu Hause war alles wohlerhalten; mit requirierten Lebensmitteln aus den Verpflegungsämtern hatte man sich nach den letzten Tagen des Krieges wohl erholt und ich wurde auch entsprechend hochgepäppelt. Die letzten Ereignisse des Krieges wurden mir brühwarm berichtet – auch die tapferen Verteidigungsversuche und der Schock des plötzlichen Schlusses.

Es bot sich noch kein Anlaß, das Leben neu zu beginnen. Das Stadium der gleichgültigen Ruhe tat mir auch wirklich noch wohl. Indessen konnte man schon beobachten, was aus dem deutschen Volk geworden war: Verräter und Denunzianten. Wenigstens fielen diese durch ihren Eifer besonders auf. Und bezeichnend für eine Gesinnungstreue schien mir der alte Kämpfer R(...) M(...), der es sehr eilig hatte, unzählige Nationalsozialisten zu denunzieren. Man sprach von 90 Menschen. Man sah, wie die Menschen zu Lumpen wurden und diese Lumperei bekam ich auch zu spüren. Mich brachte so was aber nicht aus der Ruhe.

Dann die Frauen: Aber ich will über diese den Stab nicht brechen und meine Achtung vor ihnen verlor sich – trotz aller, nach spießbürgerlichen Begriffen verwerflichen Haltung der Weiblichkeit – nicht. Mir tat nur leid, dass ich früher zu diesen, durch den Krieg besonders benachteiligten Wesen, nicht noch netter war, mit anderen Worten: ich bedauerte es, dass es jetzt andere besorgten und dieses Bedauern wurde noch größer, als sich ein Teil der sonst so ehrsamen Naumburger Weiblichkeit den Russen in die Arme warf. Ich bin dennoch weit entfernt, dieses Kapitel als eine besondere Schande anzusehen.

Manche honorigen Bürger machten tiefe Bücklinge. Ich kenne jemand, der dem russischen Kommandanten rote Rosen zum Empfang überreichte. Ein auch Dir bekannter Bürger – allerdings auch schon damals zweifelhaften Charakters – brachte persönlich ein Transparent mit dem "Willkommen" für die Rote Armee in der Jakobstraße an.

Ein Ausschuß mit roten Binden befand darüber, ob einer in Amt und Würden kam oder verschwand. Ich machte mir keine Mühe, um die Gunst der roten Machthaber beider Kategorien – der deutschen bürgerlichen und der sowjetischen militärischen – zu kriechen. Mei’ Ruh wollt ich haben!

Doch da kamen bald alte Freunde, Freunde der Kommune, denen ich früher geholfen hatte, geholfen deswegen, weil sie anständige Kerle waren und meinten, dass es so nicht weiterginge. Ich müsste schon etwas für mich tun, damit ich von der Liste verschwände und sie wollten sich für mich einsetzen.

Na, dann wurde ich beauftragt, das Kulturleben schnellstens in Gang zu bringen.

In dem Kulturleben hatten sich schon manche versucht. Betrüger und Scharlatane. Einige sitzen hier in der Westzone und einer von ihnen, der Dir sicherlich auch bekannte W(...), der ist wohl noch in Naumburg. Sie richteten ein heilloses Durcheinander an, jeder wollte jedem bestimmen und jeder hatte den Ehrgeiz, "die Pfoten" in Dinge rein zu stecken, von denen er nichts verstand.

Jedenfalls brachte ich die "Kultura" in Gang und war wahrscheinlich einer der ersten, der in der Ostzone überhaupt mit Film und Konzerten anfing. Mit der übernommenen Substanz an eingelagerten Filmen, mit ortsanwesenden Künstlern, mit solchen auch, die es werden wollten oder zu sein meinten, ging der Betrieb los und – ehrlich gesagt – es war eine Freude, wieder schaffen zu können und nicht nur KdF um Karten zu bitten.

Die unterhaltungshungrigen Menschen strömten in die Kinos. Damals wurden noch deutsche Filme gespielt und die Russen fanden sie "ungemein interessant". Der Kommandant inaugierte sie vorher persönlich, bat mich aus einem Kulturfilm "Rügen" den heilhitlernden Postbeamten zu entfernen und fand das Kino so sauber und angenehm. Das war zur Eröffnung.

Die Russen schlugen sich um die Kinokarten, die deutschen Frauen ließen sich diese durch die Russen besorgen, die anderen Deutschen maulten, dass ich nur den Russen Karten verkaufte. Die Russen bedrohten mich und die Kassiererinnen. Ich verlor einmal die Nerven und sprang durchs Fenster und schämte mich hinterher, die Frauen allein gelassen zu haben. Ich wurde zur GPU befohlen, weil ich angeblich den Russen keine Karten verkaufen wolle oder ihnen schlechte Plätze gäbe. Die Ausländer drängelten sich von der Seite, wurden frech und wurden von mir zur Raison gerufen. Die Deutschen beschimpften die Versehrten, die bevorzugt abgefertigt wurden als "Kriegsverbrecher" und ich musste unter Zustimmung der Massen, die Schreihälse schulmeistern.

Wem etwas an mir nicht passte – und wenn du so auf dem Piedestal stehst, paßt vielen vieles nicht – der ging zur GPU, ging zur Kommandantur, kam mit seinem russischen Freunde, beschwerte sich beim Oberbürgermeister. Es war eine turbulente Zeit.

Da war eine kleine Tänzerin, die wollte jede Woche einmal auftreten. Als ich das nicht wollte, steckte sie sich hinter die Kommandantur. Du wirst sie kennen. Die Mutter drohte mit der GPU und sitzt jetzt wahrscheinlich selbst irgendwo im GPU-Loch.

Der Oberbürgermeister Schaffernicht benahm sich heldenhaft. Ihm gebühret ein Denkmal. Nachher, als langsam Ordnung wurde, dann durfte er nicht mehr Stadtkämmerer sein, dann sollte er nicht mal den Posten eines Straßenkehrers bekommen. Er trat tapfer aus der SED aus und starb nachher wahrscheinlich aus Gram.

Später entwickelte sich alles fortschrittlich. Die Filme wurden fortschrittlich – sie waren nur russisch. Die Kultur wurde fortschrittlich – sie wurde von den Volksbühnen übernommen, wie damals von KdF. Ich hatte schon was zugelernt, ließ mir das Heft nicht aus der Hand nehmen, wehrte mich mit dem Oberbürgermeister gegen eine Theatergründung in Goslar (?) (Unstrut-Theater-GmbH). Der Oberbürgermeister kippte der SED zuliebe um, ich blieb der ausgesprochene Gegner von Theaterexperimenten, setzte mich in unangenehmen Geruch bei den entsprechenden offiziellen russisch gelenkten Stellen und den lenkenden.

Man suchte mich zu kaufen, machte mich gegen meinen Willen zum Verwaltungsdirektor der neuen Landesbühne, bot mir Regierungsratposten für Film in Halle an, beredete mich in die Landesleitung nach Halle zu gehen, machte mir Aussichten bis in die höchsten Stellen zu rücken, bekniete mich oft nächtelang, nicht gegen den Strom zu schwimmen und fragte mich, was ich für einen Posten haben und was ich verdienen wolle.

Ich sagte offen, dass wer hoch steigt auch tief fällt. Ich stellte fest, dass viele verschwanden, dort verschwanden, nach hier verschwanden, von ihren Posten verschwanden.

Die Leute, die mir in den Rücken fielen, bei Wahrung der städtischen Belange, nachdem die Kinos enteignet wurden, die Leute, die mich bedrohen ließen, sie alle waren schneller fort als ich.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Mut und Aufrichtigkeit die besten Waffen sind. Freilich nicht immer, bei dem verlogenen und tückischen System. Jedenfalls konnten mir die kleinen Geister nichts anhaben und mit den Russen wurde ich fertig.

Du weißt wohl noch, wie ich in nächtlichen Stunden russisch studierte. Ich ahnte, was kommen wird, obwohl mein Verstand sich dagegen wehrte, aber meine aufgefrischten Kenntnisse nützten mir sehr viel. Die Russen machten mich zu ihrem Freund, was ich nicht wollte, sie respektierten meine Stellung und meine Geradlinigkeit; sie taten mir selbst dann nichts, als ich einmal ablehnte, für die GPU zu arbeiten.

Aber Du kannst Dir denken, dass das Nerven kostete, Zu oft wünschte ich mir, nicht mehr aufzuwachen. Oft habe ich meine Uhr und meine Brieftasche zu Hause gelassen und ging, weil ich gerufen wurde: zur Kommandantur, zur GPU, zur Polizei, zum Oberbürgermeister. Von allen diesen Stellen führte oft der Weg ins endlose Dunkel. Meistens wollte man von mir eine Auskunft, wollte einen Rat oder hatte Lust, sich mit mir zu besaufen.

Ich sah mit Sorge, wie langsam aber sicher ausgerottet wurde: die deutschen Menschen, der deutsche Fleiß, die deutsche Ehrlichkeit, sich von ihrem väterlichen deutschen Erbe noch etwas zu erhalten, was ihnen wert und heilig war.

Ich kannte das System des östlichen Vernichtungswillens, ich kannte die teuflische Technik des seelischen Mordes und ich wusste, dass es keinen Pardon geben würde.

Das Gesicht der Massen veränderte sich, die Freude wurde selten, Kunst, Kultur und Erholung wurden zu Konsumgütern und wenn ich mal in Oberhof weilte, konnte ich ganz besonders Physiognomie der Menschen studieren, die sich von ihrem Alltag losgelöst hatten. Es war ein seelisches Siechtum, es war ein seelenloser Konsum auch der Dinge, die die Seele gestalten.

Ich habe damals angefangen ein Buch zu schreiben, in dem ein Teil unserer heutigen Geschichte wiederspiegelt, in dem besonders die Stiege des Thüringer Waldes und auch Naumburg eine Rolle spielen, und ich habe versucht, unserem schönen Naumburg auch ein Denkmal zu setzen, in diesem Buch. Leider ist die Arbeit unterbrochen, obwohl sie schon weit fortgeschritten ist. Es fehlt mir die Zeit – es fehlt mir der "Tatort".

Wir haben uns damals dort geschworen zusammen zu halten. Ich muß Dir sagen, dass viele Menschen uns nahe kamen und soviel von dem guten treuen, deutschen Wesen, von seiner Herzlichkeit, Gemütlichkeit und Hilfsbereitschaft kennenlernten, dass dieses Erlebnis alles andere aufgewogen hat. Wir schworen uns, trotz allem zusammen zu halten, auszuhalten und auf andere Zeiten zu hoffen.

Wenn die Menschen nicht so verschüchtert und schwach wären, könnte sich das System dort nicht durchsetzen, hätte der Russe nicht so leichtes Spiel. Aber derjenige, der Widerstand leistet, steht allein da, und ich meine nicht den gewalttätigen, sichtbaren Widerstand. Man kann dem dortigen System mit seiner eigenen Zulänglichkeit begegnen, aber irgendwie kapituliert man doch. Das liegt an der Hinterhältigkeit des Systems, das liegt daran, dass jeder intelligente und kritische Mensch diskriminiert und liquidiert werden muß, das liegt an dem deutschen Zutreibersystem, welches nun mit der Zeit auch den Russen ein lückenloses Bild über jeden Menschen in der Ostzone geliefert hat.

Ich weigerte mich innerlich dennoch, die Ostzone zu verlassen. Ich hatte die Absicht, meine Söhne zur gegebenen Zeit herüberzuschleusen und ich hatte das auch schon mit einem gemacht und selbst wollte ich durchhalten.

Naumburg war meine Heimat geworden und ich liebte es. Ich liebte es so, dass ich den Naumburgern mit Bühnenschauen nach eigenen Ideen ihre Stadtgeschichte, ihr Wesen, ihre Not, ihre Eigenart immer wieder vor Augen gehalten habe. Ich kam bis zu 5 Bühnenschauen "Hier spricht Naumburg" mit dem Titel "Kennt ihr nicht das Kirschenfest" und die Menschen waren glücklich, drückten mir mit Tränen in den Augen die Hände und andere wühlten, fuhren zur russischen Kulturstelle nach Halle, griffen mich in der Presse an und mußte auch mal eine Abfuhr vom russischen Kulturoffizier hinnehmen, der sie belehrte, dass es noch mehr solcher Männer geben müsste, wie den Dorka.

Die Stellen, die von Amtswegen bei der Stadt mich in solchen Bestrebungen unterstützen sollten, fielen mir in den Rücken, ließen mich mit Strafen von 10 000 DM bedrohen, zeigten sich unfähig, es ähnlich machen zu können, boten mir an, unter ihrer Firma zu segeln, also unter ihrem Namen meine Ideen durchzuführen. Ich trumpfte auf, manche drückten mir heimlich die Hand und ich hatte Alpdrücken.

Langsam bröckelte mir alles aus den Händen, ich wurde Befehlsempfänger der russischen Filmstellen. Man bot mir dennoch Direktorposten an, man redete mir in alles hinein und man haßte mich. Man machte mich darauf aufmerksam, dass ich doch auch "Nazidreck" am Stecken hätte und es wohl besser wäre, mit den Wölfen zu heulen und diese Wölfe versuchten sich dann auch noch persönliche Vorteile bei mir zu verschaffen.

All mein Haß gegen die Bürokratie, der mir aufgezwungene Untertanengeist aus der seligen Nazizeit entlud sich.

Damals war Ordnung und da konnte man sich auch mit Vernunft fügen, aber jetzt saßen die Scheißkerle oben und tyrannisierten. Sie sahen mich lieber gehen als kommen und ihre Version "Mochn Sie mal een Andrach" konnte mich zum Rasen bringen. Doch ich bin keineswegs gerast, lieber Horst, wie ein wildgewordener Furz. Ich machte das mit ihren eigenen Mitteln, wie ich das schon sagte.

Ich muß mit Hochachtung an viele mutigen Männer denken, wie den Oberbürgermeister Schaffernicht. Am Wege Karl K(...), dann auch viele aus der Kommune – ich komme gerade nicht auf den Namen des damaligen Bürgermeisters – der für seine Gesinnung im KZ gewesen ist, ebenfalls andere Männer, die auch im KZ gesessen hatten und mutig genug waren, für die Deutschen auch gegenüber den Russen einzutreten und den Russen den Widerspruch zwischen ihrer Ideologie und ihrem Verhalten vor Augen zu führen. Die verbohrten Kommunisten wurden belehrt und bekehrt. Diejenigen, die sich vieles von den Russen versprachen, die ich warnte, eine Probe aufs Exempel zu machen, die sagten hinterher: "Hätten wir das gewußt". Ich hatte es ihnen damals klar gemacht und hinterher saßen sie mit hängenden Köpfen. Die ehrlichen Gesinnungstreuen wurden kaltgestellt, die 150%igen triumphierten.

Die Verbrecher, die die Deutschen den Russen auslieferten, setzten sich in die Westzone ab, weil sie wussten, dass sie auch einmal kassiert würden, weil sie eben zuviel wussten und zwar von dem System, dem sie dienten; die Ehrlichen resignierten und fristeten ihr Dasein.

Ich kannte einen, der seit jeher Kommunist war, dem ich um 1933 einen Wink geben konnte, sich unsichtbar zu machen, weil ich ihn menschlich für harmlos hielt. Dieser Mann kam nach Kriegsschluß aus der Westzone in die Ostzone, um sich dem Regime, das nun seiner Ideologie entsprach, zur Verfügung zu stellen. Er gestand mir, dass ihm beim Anblick der roten Fahnen die Freudentränen kamen. Er schimpfte auf den Kapitalismus. Er wurde Polizist, er saß oft bei mir, wandelte sich vom Saulus zum Paulus und verfluchte das, woran er einst geglaubt hatte. Er ließ den Kopf immer mehr hängen und verzagte. "Hätte ich das gewußt!" Eines Tages, als ich schon in der Westzone war, da erschien dieser Mann als Volkspolizist bei mir und hatte es satt.

In der ersten Zeit verschwanden die Leute von den Straßen, aus ihren Wohnungen, von den Arbeitsstellen, von unterwegs. Man hörte nie was von ihnen, höchstens gerüchteweise, das sie starben.

Wenn es nachts klopfte, polterte an der Haustür, na Du weißt, es war kein Milchmann. Sie waren so unverschämt, einen nachts im Schlaf zu stören und in den Ehebetten zu suchen. Ich schimpfte einmal gründlich mit den Russen, dass es keine Art sei, einen Bürger nachts im Bett bei der Arbeit zu stören. Sie lachten und gingen.

Einmal torkelte in unserem Hauskomplex eine Horde und suchte nach einem Mädchen. Die Frauen waren verzweifelt. Ich klaubte mein Russisch zusammen, formulierte es zum kürzesten Schimpfsatz und Drohung mit der GPU und weg waren sie. Dafür brachen sie dann in der "Reichskrone" ein und suchten Schnaps.

Ich habe kennen gelernt, dass Mut eine Herausforderung an die Angst ist. Mittlerweile verschwanden dann die Menschen nicht ganz so auffällig.

Unser Freund S(...) tauchte kurz nach Kriegsende bei mir auf. Ich rang die Hände und beschwor ihn nach dem Westen zu verschwinden. Er fühlte sich unschuldig. Eines Tages war er weg. Nach 2 1/2 Jahren kam er aus Buchenwald, er kam wieder und war dem Tode entronnen. Dank der kameradschaftlichen Hilfe.

Ein anderer kam aus Buchenwald wieder, mit eingeschlagenen Zähnen, weil er die Deutschen so gut behandelt hat, dass sie im Kriege noch eifriger Kriegsmaterial gegen die "friedliebende Sowjetunion" produzierten. Er saß bei mir, erzählte mir Ungeheuerliches – das eigentlich nur in schikanösen Verhören, in schwerer Arbeit und in Hungerkuren bestand. Er schilderte mir jenen Besuch des westdeutschen Geistlichen, der von den erträglichen Verhältnissen in den KZs der Ostzone berichtete und sich nicht die Mühe machte, hinter die Kulissen zu schauen, der in einer freundlich ausgestatteten Baracke mit gekauften Individuen speiste und Unterhaltung pflegte, während die anderen an diesem Sonntag in ihren Baracken eingeschlossen waren und hungerten für die Rationen, die die anderen anlässlich des geistlichen Besuchs doppelt fraßen.

Freund S(...) war nachher in Bitterfeld in irgendeiner Viehhandlung oder Viehrechnungsstelle Rechnungsführer, d. h. er rechnete und die Viecher führten. Ich konnte ihm eine Reiseleiterstelle bei einer Theatertruppe besorgen. Er überlegte sich lange und dann zu spät. Was er nun macht, weiß ich nicht.

Rudi M(...) tauchte auch auf. Ich spie vor ihm aus – im Geiste. Er, der im Parteigericht befangen gegen mich stand, er, der mit dem Brustton ehrlichster Gesinnung sagte in Bezug auf mich: Ich lasse meinen Führer nicht beleidigen. Der ging, wie ich schon erwähnte und verriet unzählige, sicherlich der Redlicheren und Getreueren.

Kein Mensch kann es ermessen, was es bedeutete in Unfreiheit zu leben und immerwährend die zupackende Faust der Inquisition im Nacken zu spüren. Es nahm kein Ende und es war auch nicht abzusehen, wann all die Bedrängnis aufhören würde. Die Unfreiheit hinter Stacheldraht ist anders. Sie hat noch etwas an Gewißheit zu enden. Was meinst Du, wie den Menschen dort zu Mute ist?

Es legt sich wie Blei auf den Kopf, es macht einen Unfähig zu handeln und zu denken, es rinnt einem wie das Gift ins Blut und es macht einen zu Herdenvieh. Man kann nicht denken, man handelt wie benebelt, man zweifelt an seinem Denkvermögen.

Dann hämmert blöd und verlogen die Propaganda, so blöd, dass man ihre Urheber anspringen und würgen möchte. Man liest und hört es, was die Masse alles gutheißt, was sie alles beschließt, wie sie die Segnungen preist. Sie machen sich zu Sprechern der Masse, die von ihnen nichts wissen will, die sie verflucht und – die doch allmählich der benebelnden Propaganda erliegt. Die Menschen handeln wie benebelt und ich kann mir denken, dass dieses System nicht einmal einer Droge bedarf, um sich die Menschen gefügig zu machen.

Ich habe Menschen mit sonst vernünftigen und klugen Ansichten gekannt, die mit der Zeit ideologisch verworren wurden und die man zum Schluß für Irre halten konnte, wenn einem nicht Zweifel darüber kamen, ob man nicht vielleicht selbst schon irre geworden war. Dieser Zustand hat sich noch lange bei mir auch hier fortgesetzt. Ich musste das Umfeld lernen, obwohl ich dort, weiß Gott, mit aller Anstrengung mich mühte, den gesunden Menschenverstand nicht zu verlieren und kritisch zu sein.

Die Leute die von dort türmen, handeln tatsächlich oft in einer solchen geistigen Notwehr. Niemand wird dort auf die Dauer durchstehen können und wenn wir in absehbarer Zeit doch wieder einmal eins werden sollten, was aber zu bezweifeln ist, werden wir dort einem ganz anderen Geistesleben begegnen. Dieses Element wird uns so gegenüberstehen, wie die hiesigen Einheimischen den Flüchtlingen. Sie werden uns Vorwürfe machen, dass wir sie verließen, sie werden uns tadeln, dass wir zu wenig für sie taten. Sie werden unser Argument nicht gelten lassen und werden uns vorhalten, dass sie bis zur letzten Konsequenz durchgehalten haben. Sie werden die Ansprüche von uns "Rückkehrern", die sich in Sicherheit brachten, nicht anerkennen und sie werden Recht haben.

Du wirst nun fragen, wieso ich denn dennoch nach hier herüber gewechselt bin, da ich mich doch nach meinen Schilderungen so "heldenhaft" durchgeschlagen habe.

Weißt Du, es gibt im Leben Momente, wo ein Kurzschluß eintritt, sozusagen ein Affekt. Man hat mich oft gewarnt und mir geraten, mich in Sicherheit zu bringen. Einmal wollte man mich mit Sack und Pack auf einen Lastzug verladen und mitnehmen. Manchmal riet man mir, statt den Weg zu GPU lieber einen anderen zu gehen, d. h. zu verschwinden.

Ich bangte und blieb.

Doch, eines Tages nimmt das Schicksal sozusagen mit einem Gewaltakt eine Korrektur des Lebensablaufes vor. Es packt einen am Kragen und man folgt willenlos. Ich war gerade einige Tage in Oberhof. Ich tat das häufiger, denn ich mußte in gewissen Zeitabständen "frische Luft" haben, ich mußte ab und zu mal "von oben herab" auf die Menschheit schauen.

Beileibe hatte ich mir nicht in Oberhof zurechtgelegt, nun endlich der Ostzone Lebewohl zu sagen. Manche, die mich damals in O. trafen, meinten, sie hätten mir eine solche Absicht angesehen. Keineswegs!

Aus irgendeinem Umstande hatte ich meinen Aufenthalt verkürzt. In Oberhof hatte ich noch nette Gesellschaft in Frau B(...)und Frau H(...). Erstere bestätigte mir, dass ich gar nicht so hochnäsig und ungefällig wäre, wie sie mich dafür hielte. Ich war froh, dass wieder jemand eine ungünstige Meinung über mich korrigierte. Dann hatte ich mit Frau H(...) ideologische Dispute. Ihr Mann ist doch Ratsherr, Mitglied der Volkskammer, Leiter des Wirtschaftsamtes usw. Ich weiß noch, als er damals abgeholt wurde. Ich versuchte etwas für seine Frau zu tun. Er pumpte sich mal von mir Geld zur Existenzgründung, ich kannte seine Bemühungen zur Wiedererlangung der Wehrwürdigkeit. Ich wusste, dass es ihm auch in der Nazizeit sogar sehr gut gegangen war, also ich wusste manchmal mehr von manchen, als sie es vermuteten.

Frau H(...) war die Leiterin des demokratischen Frauenbundes. Ich frotzelte sie damit, dass man politisch so verbohrt sein kann. "Immer bereit - mir sind die jungen Bioniere". Nun, die Unterhaltungen hatten auch noch anderen, sozusagen geselligen Charakter. Immerhin sollte

sie anlässlich einer Tagung in der "Reichskrone" damals auch schon "Haus des Volkes" eine Rede halten. Sie ist doch immerhin eine simple, wenn auch nette Frau und sogar manchmal reizend.

Mir tat damals leid, dass ich die kurzen schönen Wintertage in O. abbrechen musste. Es war, glaube ich wohl so, dass der, Dir auch bekannte Auto-Röder nach Naumburg fuhr und ich diese Gelegenheit benutzen wollte, kurz nach dem rechten zu sehen, um wieder nach O. zu fahren. (Einmal war mir während eines Aufenthaltes in Oberhof der Maschinenraum des Schwanen-Theaters ausgebrannt.)

Zu Hause erwartete man mich sehnsüchtig. Man wußte sich in einer Angelegenheit nicht recht zu helfen. Ich war ja auch nur Befehlsempfänger und die Kommandostellen erwarteten, dass ich mich bei ihnen vorher abmeldete, ihnen sagte, wohin und wie lange ich fortführe. Ich habe das zumeist ignoriert, denn ich war so größenwahnsinnig genug zu behaupten, dass ich von all den Dingen etwas mehr verstünde, wer was von mir wolle, möge zu mir kommen und sich nach mir richten. Ich erkenne keine andere Autorität außer Gott, den Oberbürgermeister und dann mir in meinen Belangen an. Damals war schon Becker von der ADCA Oberbürgermeister. Den Weg, den er gehen würde, ahnten wir schon, ahnte er auch wohl selbst. Du weißt es wohl, man stellte ihn unter Anklage, man steckte ihn dann ins Irrenhaus, man ließ ihn wieder heraus. Man wollte den Platz frei machen für den weiblichen SED-Oberbürgermeister, die wohl aus dem BDM kam. Ich habe den Namen vergessen, aber Deine Frau wird sie kennen.

Also, als ich damals von O. ankam, warteten schon paar russische Offiziere auf mich. Keineswegs wollten mich diese verhaften. Sie waren ungeduldig geworden, dass ihr "glawni Drug" ihr "Haupf"freund so lange fort war und ihnen ein Mensch fehlte, mit dem sie sich "kulturno", also gebildet unterhalten könnten. Also, was tun. Ich hatte mich kaum mit meiner Familie begrüßt, kaum mit meinen Frauen im Büro das nötigste besprochen, da gingen wir in ein Nebenzimmer des Kaffees "Reichskrone" zu einem Begrüßungstrunk. Es wurde eine Orgie. Der eine Offizier schimpfte auf die Juden, die beiden anderen jüdischen Offiziere meinten, es wäre zu überlegen, ob man den schimpfenden Offizier aufhängen oder nach Sibirien schicken sollte. Das war aber nur so ein heiteres Intermezzo. Als die Zeche bezahlt werden musste, da hatten meine Gastgeber nicht genug Geld, ich pumpte ihnen welches. Sie haben es aber zurückgebracht, als ich auch nicht mehr da war.

Ich war froh, dass die Sauferei zu Ende war. Meine Frau, die hinzukam und auch daran teilnehmen musste, lotste mich langsam ins Büro des Theaters. Ich räumte noch ein bisschen auf und schwelgte schon in Gedanken in ehelichen Freuden nach den Tagen der Abstinenz.

Da klingelte das Telefon.

Wir hatten uns versprochen, uns gegenseitig zu warnen. Mir wurde angeraten, vielleicht doch was zu tun.

Und merkwürdigerweise, jetzt hatte ich keine Überlegungen mehr. Ich handelte wie in einem Zwang.

Morgens, 1/2 5 Uhr saß ich im D-Zug nach Berlin. Meine Frau und etwas Habe hatte ich bei mir. Ich wollte Abstand gewinnen, um vielleicht doch wieder zurück zu fahren. Ich war ja oft unterwegs und es fiel gar nicht auf, wenn mich die Kripo abreisend auf dem Bahnhof sah. In Berlin kriegte ich doch Bedenken und beschloß, den Weg nun weiter zu gehen. Mein Stiefbruder holte meine Jungens.

Dann waren nach kaum 48 Stunden schon der Betrieb meiner Frau und die Wohnung versiegelt. Nach einigen Tagen war schon die Enteignungserklärung vom Rathaus da, weil ich angeblich "illegal" in der Westzone sei, dabei war ich ja noch in Berlin und kein Mensch konnte wissen, dass ich mich endgültig absetzen wollte.

Jedenfalls scheint es mir – und ich muß mir das auch heute noch oft zugeben – dass der Augenblick vom Schicksal richtig bestimmt war. Ich habe kein Heil von dieser "Zone" erwartet.

Es wurde mir nichts geschenkt. D. h. Angehörige meiner Frau halfen uns schon, aber es war bitte "Danke schön" zu sagen.

Von Berlin flogen wir mit dem Flugzeug nach Hamburg und reisten dann nach Goslar. Wir verteilten uns auf unsere verschiedenen Verwandten, hockten – bildlich gesprochen – wie arme Sünder in den Ecken und mussten oft die Fragen hören, ob wir es nötig hatten, dort wegzugehen und hier vielleicht goldene Berge zu erwarten. Bald verbat ich mir auch solche Kommentare, denn ich fühlte mich allein für meine Entschlüsse verantwortlich. Verständlich, dass man mich loswerden wollte.

In entscheidenden Dingen habe ich immer Glück, oder wir wollen sagen, da, wo ich mir beim besten Willen nicht mehr selber helfen kann, hilft eine unsichtbare Hand. In Uelzen erkannte man mich als Flüchtling nicht an. Dort weiß man besser, wann einer sich in Sicherheit zu bringen hat und wann noch nicht und aus welchen Motiven. Vielleicht bringt man sonst die NKWD gleich mit oder schreibt eine Postkarte aus einem Sowjetzonen-KZ oder von Sibirien.

Ich schlüpfte durch die Lücke der Paragraphen – unbewusst und ungewollt – bekam Personalausweise und konnte sogar Arbeitslosenunterstützung beziehen.

Wir bekamen durch Vermittlung eine Wohnlaube, schön fern von den Häusermassen gelegen – mit Garten. Ich baute noch behelfsweise zwei Zimmer an.

Ich sollte die Gründung und Leitung eines Filmverleihs in Hannover übernehmen, da kam die Koreakrise dazwischen. Ich arbeitete in der Werkstätte meines Bruders als Arbeiter, baute jene bereits erwähnten zwei Zimmer in Form eines kleinen Behelfsheims, holte Holz aus dem Walde und schuftete und schuftete.

Nachher machte mir ein Naumburger, der in Stuttgart sitzt, ein glänzendes Angebot; nach seinen Worten sollte alle Not vorbei sein und ich mir wirklich ein angenehmes Leben gestalten können.

Schlechter Kaufmann, der seine Ware nicht lobt, aber auch ein schlechter Kaufmann, der bewusst die Not eines anderen sich zum Vorteil machen will oder selbst nicht in der Lage ist, zu übersehen, wie seine angepriesenen Geschäfte wirklich laufen.

Man bot mir eine Vertretung in Celluloidartikeln an. Ich reiste, ich lief zu Fuß, ich schlich von Geschäft zu Geschäft. Ich machte Aufträge, aber der Silberstreifen war dünn. Der Firma genügten wohl die Geschäfte. Sie versprach mir goldene Berge, sie schickte mir unverlangt Kisten her, damit ich ein Lager für sie einrichte, sie bewilligte und erhöhte mir Reisespesen, versprach mir goldene Berge und ein paar Flaschen Wein - und schickte mir meine Provisionen, die ich ja als Spesen und Reisegeld brauchte nicht. Ich machte ihr klar, dass ich ohne Betriebsstoff nicht reisen und daher auch keine Aufträge bringen kann. Der Naumburger wusste ja von meiner Lage, zumindest brauchte er die hier allgemein übliche Geschäftsmoral nicht an mir erproben.

Ich behielt die Muster, ich gab die Muster, um mich schadlos zu halten, einem Drogisten, ich habe heute noch nicht das Geld dafür, obwohl ich damals mit den Reisespesen das knappe Wirtschaftsgeld meiner Frau geplündert hatte.

Immer wieder musste ich auf die Erkenntnis stoßen, dass ich mir selbst helfen müsse. Ich war Nachtwächter für einen Wachdienst. Mir zerplatzte ohne meine Schuld ein Reklameballon, ein größenwahnsinniger Fatzke verlangte von mir militärischen Schneid, ich bedankte mich für den weiteren Wachdienst.

Es lockte mich eine wenigstens leise Verbindung mit den Filmtheatern und ich reiste in Kinoreklame. Ich bekam allerdings Spesen und Reisegelder. Ich bearbeitete Gebiete, an denen die anderen sich schon die Zähne ausgebissen hatten, ich holte noch raus, wo nichts mehr zu holen war und dann war diese Arbeit – es ging auf Weihnachten im vorigen Jahr – saisonmäßig auch zu Ende.

Ich bekam Plattfüße und auch Kreislaufstörungen. Ich hatte von meinen 122 Pfund, die ich inzwischen hier von 104 aufgeholt hatte, bis wieder auf 102 Pfund verloren. Ich lernte Goslar, Braunschweig, Hildesheim, Wolfenbüttel bis zum Hintertreppchen und Hintergässchen kennen. Ich studierte die Physiognomie des Kaufmannstandes. Ich war über die Geschäftsmoral, über den Geist jenes einst königlichen Standes erschüttert. Ich versuchte es mir zu merken, wie man etwas machen und nicht machen soll und ich nahm mir vor, getreu meinem alten Wahlspruch, den ich auch oft den Russen erklären musste, weil dieses Sprüchlein in meinem Büro hing, die Russen es aber dennoch nicht verstanden, also meinem Wahlspruch getreu wollte ich nun doch lieber "ein kleiner Herr als ein großer Knecht" sein; ich schwor mir, niemanden zu dienen, nur mir selbst.

Es kamen noch mancherlei Angebote, so als Kinogeschäftführer für nicht ganz 200,— DM (übrigens in dem Theater, das ich hier in Goslar vor mehr als 20 Jahren geführt habe und die jetzigen Inhaber, damals als Hosenmätze noch die Hintertreppchen herauf ins Kino ließ). Ich sollte eine Verkaufsorganisation einrichten und führen (ohne Kapital), man machte mich zum Geschäftsführer einer Zeitung für die Anzeigenwerbung.

Ich sagte mir, die anderen wollen nur verdienen und lassen für sich arbeiten, dann wenigstens werde ich für mich allein arbeiten und nicht für die anderen. Beinahe könnte man sich mit den kommunistischen Thesen vom kapitalistischen Spekulanten und Faulenzern identifizieren, wenn man bittere Wahrheit nicht an Ort und Stelle kennen gelernt hätte.

Du siehst, lieber Horst: es reicht mir – doch denke nicht, dass mich so was umbricht. Freilich würde ich bittere Tränen weinen, wenn mir nun dieses Anwesen, in das ich all meine Hoffnung gesetzt habe, jetzt unter dem Hintern weggenommen würde. Ich glaube, die Tränen würden noch salziger sein, als der Schweiß, den ich in diesem Grundstück schon verloren habe.

Ich will nämlich später in diesem Grundstück ein kleines Geschäftchen mit Lebensmitteln, Milch u. Käse, dann eine kleine Sportklause und für meine Jungen und natürlich für mich eine Werkstätte einrichten; ein dahinter liegendes Flurstück habe ich gepachtet, vielmehr will ich pachten und – will sogar einige Reben pflanzen und eine Orchideenzucht errichten. Das alles natürlich so nach und nach. Ich will auch an der einen Stelle, an der unser Verkaufshäuschen in Oker steht (das ist nicht auf dem Grundstück, von dem ich vorher sprach) einen Laden errichten und neben Süßwaren, Zigaretten Hausrat und Spielzeug verkaufen. Das alles ohne Kapital, denn ich habe nicht die Absicht, Flüchtlingsmittel zu beanspruchen, zu denen ich bei nachträglicher Anerkennung als Flüchtling kommen könnte. Könnte – das bürokratische Verfahren kotzt mich an, der Bürokratismus ist mir so verleidet, dass ich hochgehe, wenn ich nur an irgendeine Behörde denke. Daher wird es Dich nicht verwundern zu hören, dass ich mit der Bürokratie dauernd im Streit liege. Ich werden denen was von demokratischer Freiheit erzählen und werde ihnen das abgewöhnen, einen Bürger zu bevormunden und zu gängeln.

So zankte ich mich mit der Handelskammer, die die Genehmigung für Tabakwarenverkauf mangels "fachlicher Voraussetzungen" versagte; ich hielt ihr vor, dass wohl bei ihr die fachlichen Voraussetzungen fehlten, wenn sie nicht beurteilen könnte, dass ein alter Geschäftsmann eine Tafel Schokolade genau so gut (oder umgekehrt) eine Schachtel Zigaretten genau so gut wie eine Tafel Schokolade über den Ladentisch reichen könne. Das dauerte beinahe ein Jahr. Sie kamen nachher allein mit der Genehmigung. Die Stadt Goslar verklagte ich vor dem Verwaltungsgericht, weil sie mir nicht die Genehmigung für den Verkauf von Getränken erteilen wollte, mit der Begründung, es wäre kein Bedarf dafür und es hindere den Verkehr. Ich denke nicht daran Rücksicht darauf zu nehmen, dass schon ein Haufen Kneipen da sind (womit die Stadt Goslar mein Ansuchen abgelehnt hat), denn ich will eine Existenz gründen und habe ein Recht darauf. Die Sache läuft noch, doch habe ich mich mit dem Verkauf von Zigaretten und von Getränken den Teufel um deren Genehmigungen gekümmert. Ich bin nämlich der Ansicht, dass wir Gewerbefreiheit haben, dass die Zuverlässigkeit eines Gewerbetreibenden nur darin zu suchen ist, ob er den Steuerbestimmungen gerecht wird (abgesehen von einigen Konzessionsberufen wie Apotheker, Ärzte, Rechtsanwälte) und dass es lediglich Sache der Behörden ist darüber zu wachen, dass den einschlägigen Vorschriften in gesundheitlicher, verkehrstechnischer, allgemeinsicherheitlicher Art Rechnung getragen wird. Wie sich sonst der Bürger durchschlägt, wie er seinen Unternehmungsgeist entfaltet, das unterliegt keiner Reglementierung durch die Behörden, es sei denn der Polizeiorgane, wenn gegen die Gesetze verstoßen wird.

Aber die Bürokratie maßt sich an, darüber zu befinden, ob ein Bürger – dass ein Bürger vielleicht etwas kann und nicht kann und unterstellt ihm von vornherein diskriminierend, er könnte sich schon gegen eine Bestimmung vergehen, wie z.B. Ausschank an Jugendliche im Falle unserer Konzession, Mangel an Hygienischer Einrichtungen, bevor eine Genehmigung erteilt und der Betrieb aufgenommen worden ist.

Du darfst Dich darauf verlassen, dass ich durchaus nicht derjenige bin, der sich behördlicher Diktatur beugt. Ich habe Zigaretten auch ohne Genehmigung verkauft, ich habe Getränke auch ohne Konzession ausgeschenkt. Schließlich geht es darum, dass sich ein Bürger wohl eine Existenz schaffen darf und nicht auf die mildtätige Hand von Sozialämtern wartet und sich den Grad seiner Initiative von Behörden vorschreiben lässt. Das ist Notwehr, eben Wehr gegen die Not.

Selbstverständlich war das Leben der letzten drei Jahre nicht ohne Freude. Es gab viele Freuden und viele glückliche Momente.

Zunächst fand ich nach der Tretmühle der letzten Jahrzehnte und nach den Tagen voller Furcht und Bedrängnis zu mir selbst zurück. Wenn ich meinte, dass das Leben nun inhaltslos geworden war, weil mir die gewohnte Umgebung, das angesehene Amt, die überragende Stellung fehlte, so versuchte ich mich immer wieder daran zu erinnern, was für gute Tage und welch einen Teil eines glücklichen Lebens ich hinter mir hatte. Ich hielt mir vor Augen, dass es auch eine Aufgabe ist beweisen zu können, dass das vergangene Leben nicht nur ein glücklicher Umstand war, sondern ein Ergebnis von Fleiß und Zielstrebigkeit und dass es nötig sei zu beweisen, dass der Erfolg eben nicht Glück, sondern ein Ergebnis bewussten, planmäßigen Strebens sei. Diesen Weg wollte ich gehen, ich begann ihn und ich will sehen, ob man nicht die Leiter des Erfolges wieder mit Bewußtsein und Überlegung heraufklettern kann.

Es ist so, lieber Horst, dass wir für alles bezahlen müssen, was uns das Schicksal Gutes gab. Du und ich. Ich verstehe Deine innere Sehnsucht nach vergangenen Tagen, nach der Heimatstadt. Ich habe sie auch. Ich schaue auch zurück, aber ich versuche mich von diesen Erinnerungen nicht bremsen zu lassen, ich mühe mich, nicht zu warten, dass es vielleicht wieder mal so sein könnte, wie es mal war und wo wir aufgehört hatten. So wird es nicht.

Immer kommt es ganz anders, als wir uns das vorstellen und wenn wir mal nach N. zurückgingen, es würde alles anders sein, als wir es uns vorstellen.

Wir haben da beide ein Stück liebster Heimat zurückgelassen, Du den Bereich Deiner Jugend, Deine Eltern, den Ort eines beglückenden Aufstiegs und Wirkens und ich eine zweite Heimat, da ich die erste schon im vorigen Krieg verlor, im ersten Krieg, da mir auch mein Vater von den Russen ermordet wurde, wo sie uns die Häuser über dem Kopf abbrannten und ich nackt aus dem brennenden Hause wie durch ein mir noch heute nicht erklärliches Wunder herauskam. Als ich zum Fenster heraussprang, stürzt das Haus zusammen. Damals stand ich vor dem Nichts - ohne Eltern und ohne Vaterhaus. Dann stand ich das zweite Mal ratlos da und wußte nicht wohin, damals, nach dem ersten Krieg, als ich entlassen worden war, in Königsberg ein anderes Leben kennen lernte, als das einer ländlichen Heimat mit begrenztem Horizont.

Es ging immer weiter und wendete sich zum Besten und es geht auch jetzt weiter. Freilich sind jetzt die Jahre schon gezählt und ich habe Eile, noch manches von dem Leben zu erhaschen, das ich für lebenswert halte.

Mein Bau ist eingefroren

Der Hypothekengläubiger des Vorbesitzers hat zum 17. Jan. die Zwangsversteigerung des Grundstückes angesetzt. Ich muß mir wieder den Kopf zermartern, wie ich damit fertig werde.

Gewiß bekomme ich einen Baukredit, aber das versprechen sie alle vor den Wahlen und dann gibt es keine Mittel. Ich muß mir selbst helfen.

Inzwischen ist mein Ältester arbeitslos geworden. Er wird reichlich Arbeit bei mir bekommen, aber es war ganz schön, als er zu jedem Lohntag 60,- bis 70,- DM brachte. Das Leben kostet viel und bei all den Investitionen, die ich schon gemacht habe, ist flüssiges Geld immer zu gebrauchen.

Ich habe mein eigenes Arbeitsbeschaffungsprogramm.

Vor 33 hatte ich manche Pläne in der Schublade, ich fand sie viel, viel später wieder und sah, dass manches, was durchgeführt wurde, doch meinen Gedanken sehr ähnlich sah; jetzt verfolge ich ein eigenes Prinzip der privaten Arbeitsbeschaffung und Kapitalschöpfung. Leicht ist das nicht – aber was ist leicht?

Als Optimist habe ich in diesen Tagen, als das Wetter etwas milder wurde, unser Grundstück bepflanzt, bepflanzt mit Forsythien, die mich an Naumburg erinnern, bepflanzt mit Pappeln die mich wiederum an unsere Heimatstadt erinnern. Ich denke da an die Pappeln am Schlachthof. Als ich nach Naumburg kam, da waren sie kaum 1 m hoch und dann sah ich sie immer wieder und sah, wie sie wuchsen und wie sie schließlich die hässliche Mauer, die mir damals so besonders auffiel, ganz überragten. Ich denke auch an die Pappeln, die auf dem Wege nach Kösen wuchsen und die Napoleon pflanzen ließ, um die richtigen Wege wiederzufinden. Er fand ihn nicht zurück.

Oft schaute ich von dem Plateau am Bauernweg in die Ferne, über die Wiesen und Almrich hinweg, an die "Wege des Schicksals", die der Leitgedanke meiner novellistischen Arbeit sind. Diese Arbeit ruht. Sie verlangt direkt noch einmal das Erlebnis der Heimat.

Auf meinem Grundstück pflanzte ich Magnolien und Rosen und Tulpen und immer wieder in der Erinnerung an das farbige Bild unserer Stadt Naumburg.

Bedenke, wenn uns das wieder weggenommen würde ? Das darf aber nicht sein und wird nicht sein.

Da denke ich wieder daran, dass Du Naumburg wohl sehr verändert finden würdest. Wo der alte Friedhof unweit der Post war, da sind jetzt schöne Anlagen, da steht ein Denkmal für die Opfer des Faschismus. Das Denkmal ist nicht schlecht und so gehalten, dass es auch an die Leiden der Menschen aus anderer Ursache heraus erinnern kann.

Damals wurden diese Anlagen zum großen Teil aus dem Kulturgroschen, die ich aus eigener Initiative von den Film- und Theatereinnahmen der Stadt abführte, errichtet. Sicher wird das in den Analen der Stadt kaum erwähnt worden sein, denn mit diesen Federn schmückten sich andere Leute und sie machten sich auch noch gesund daran.

Du würdest Dir heute auch noch einen neuen Straßenatlas kaufen müssen, denn die Straßen tragen die Namen bedeutender Menschen, die es allerdings nicht in Deutschland, sondern nur in Russland gab. Auf meinen Anschriften nach Naumburg vermerke ich zuweilen aus Bosheit an der Straßenbezeichnung "oder wie sie jetzt schon wieder umbenannt ist".

Zur Zeit dirigiert ein Herr namens Simonsohn das Kulturleben der Stadt und dieser Mann ist sogar städtischer Musikdirektor. Er war nicht unrecht, menschlich gesehen, aber andere gab es schließlich nicht, die sich dafür einsetzten. Ein Herr Büttner-Zedlitz, der aus dem Osten kam, der sicherlich aus der Verwaltung war und sich in den Schlichen der Kommunalbürokratie auskannte, mußte gehen. Er fühlte sich so sicher, war ein höriger Diener des derzeitigen Systems, aber mir hat er das Leben schwer gemacht – ich ihm auch. Er musste gehen und das hat mich gefreut. Vorher wollte er mich noch um 1000 DM anpumpen, aber er wurde gegangen, als ich schon fort war. Jetzt macht Simonsöhnchen die Kultur und knöpft den Leuten 3,- DM ab, wenn sie ein Buch nach hier schicken; dafür notiert er sich dann die genaue Anschrift der Empfänger. Du siehst, die lassen sich für ihre Spitzelei noch mit Gebühren bezahlen, wofür aber sicherlich das Jüdchen nichts kann.

Es wird nun Zeit, lieber Horst, dass ich diesen Brief beendige. Sein Datum ist bereits verjährt.

Wahrscheinlich habe ich noch manches vergessen, was ich Dir schreiben wollte, aber das kann sich noch mit der Zeit wieder finden

Vielleicht habe ich Dir den Brief auch zu lang geschrieben und er wird Dich langweilen, doch ich wollte bei dieser Gelegenheit ein wenig Stadtgeschichte festhalten, was mir ein Herzensbedürfnis war. Wenn ich dabei etwas zuviel von mir geredet habe, nimm es nicht übel. Denke auch nicht dabei, dass der Karl wohl sehr viel Zeit haben muß. Ich mache das so zwischendurch, wenn ich Dienst in unserem Goslarer Häuschen habe, zuweilen, wie heute (d. 25.11.) mit klammen Fingern.

Mein Schreibmaschinchen hatte ich damals in die Aktentasche gepackt und mitgenommen. Man bedenke, dass im Februar, genau am letzten, bereits drei Jahre vergangen sind, dass ich N. verließ, da kann man wohl sagen "wie die Zeit vergeht" –

Nochmals zu Dir:

Deine Frau hatte, wenn ich mich nicht irre, doch eine ebenso reizende Schwester. Die beiden Mädels kamen damals häufig ins Kino und ins Theater und waren so mein stiller Schwarm. (Hier wird sicherlich meine "Zensur" mit dem Finger drohen.) Wo ist diese Deine Schwägerin – wenn ich mich richtig erinnere? Ist sie noch in Naumburg?

Ich lege Dir eine Liste der Naumburger bei, die herübergesiedelt sind. Gewiß wird diese nicht vollständig sein und auch manche Anschrift ist nicht ausführlich. Ich habe sie von Vorwergk bekommen und hie und da einige Namen ergänzt.

All die "führenden Führer" scheinen wohl in Süddeutschland zu sein. S(...) ist mir in besonders freundlicher Erinnerung, als er mir mangelndes Fingerspitzengefühl vorwarf, weil ich nicht rechtzeitig den Bismarckfilm über die Partei groß herausbrachte und dabei waren eigentlich ihr, Du und Willy, daran schuld. Immerhin hatte die Parteibürokratie auch noch drei Tage Zeit dazu gehabt, eine Blitzpropaganda zu entwickeln. Aber der Film fand auch so sein Publikum, mich brachte diese Sache nur wieder mal in Nöte der Partei gegenüber. Schön war das damals nicht, wenn man so heute daran denkt.

Hoffentlich lernen wir alle daraus etwas und zum Lernen ist es ja nie zu spät.

So Horst, dann will ich nun doch die Schlußzeilen formulieren. Meinen Grüßen schließen sich meine Frau und meine Familie an.

Die Kleinen sind nun größer geworden, wie auch Deine Jungens und wir beide haben ja Gelegenheit genug, das Führerprinzip noch in unserer Familie beizubehalten. Ansonsten müssen sich ja unserer Weiber wacker mit uns durchschlagen und haben sicherlich in der zarten Regung unserer Jugendsympathien mit uns ollen Eseln das Leben anders gedacht. Mitgefangen, mitgehangen! Wollen wir es ihnen nicht allzu schwer machen und ihnen dankbar dafür sein, dass sie kameradschaftlich auch in der Not zu uns halten. Meine Frau hat ja schon schönere Tage mit mir mitgemacht, aber Deine wird wohl vieles von dem vermissen, was ihr einstmals schön und lockend erschien, da ja alles anders wurde.

Grüße sie also bitte herzlich und auch Deine Kinder. Vielleicht sehen wir uns noch einmal in diesem Leben, vielleicht kommt der olle Dorka auch mal zur Messe nach Frankfurt.

Wenn ich Dich bemühen dürfte, könntest Du mir mal die Anschrift von einem Ernst W(...) aus Königsberg, zuletzt von Naumburg gekommen, ermitteln. Er war oder ist Volkswirt, war damals ein versoffenes Genie, führte die Volkssolidarität und setzte sich ab. Ich habe in Frankfurt noch viele damalige Bekannte, aber ich habe keine Verbindung zu ihnen.

Die Menschen vergessen sich schnell.

Hier endet der Brief

Ich will nicht versagen, mit jammern und klagen. Ich will noch stehen, wenn andere kläglich vergehen.

[BRIEF]

Der Rat der Stadt Naumburg (Saale) - Abt. Wirtschaft und Verkehr -

An die

Firma Gertrud D o r k a, Naumburg /Saale Am Dom 1

W. u. V. I d Schu./Scha.- 13.5.195o

Da sich Ihre Betriebsinhaberin seit Anfang März 1950 illegal in den Westzonen (West-Berlin) aufhält, wird zur Sicherung des Betriebs gem. Erlass der Landesregierung Sachsen-Anhalt, Minister des Innern, Halle/S., vom 23.6.1949, Az, I a Nr. 1080 - 49, ziff. 5, der Betrieb unter treuhänderische Verwaltung gestellt. Als Treuhänder wurde von uns Herr Max Melzer, Naumburg/Saale, Markgrafenweg 51, eingesetzt. Bank- und Postvollmachten sind ihm erteilt. Die Treuhänderbezüge betragen monatlich l00,- DM brutto.

Abt. Wirtschaft und Verkehr

(Hollmann) Stadtrat