Newsflash

Geschafft! Seit Juni 2021 sind Stadtmuseum Hohe Lilie, Romanisches Haus Bad Kösen (mit Käthe-Kruse-Sammlung) und Max-Klinger-Haus in Großjena wieder geöffnet. Seit September gilt dies auch mit Einschränkungen für den Wenzelsturm.
Die Hygieneregeln gelten weiterhin (med. Masken, AHA-Regeln).

Dr. Helmut Gatzen, Gütersloh (1937-1944)

Der Detektor

Durch den Detektor mit der Welt verbunden.
1944 oder 1945, - was tun, wenn die Stromleitungen zerstört waren, der Strom abgeschaltet wurde oder ganz einfach die “Sperrstunde” angebrochen war? Dann war es dunkel - in unseren Zimmern und in der Wohnstube: Keine Lampe brannte und auch der Volksempfänger schwieg. Kein Licht und kein Ton mehr. Das war die Stunde der Kerzen und des Detektors mit seinen Kopfhörern, die funktionierten auch ohne Strom. Mein Bruder (14) und ich (11) hatten eine Schaltung ertauscht oder “gefunden”, nach der man sich sein “Radio” selber bauen konnte.
Das Wichtigste war ein Bleikristall und ein Silberdraht, die auf einem Stecker so verbunden waren, dass der Silberdraht auf der Oberfläche des Bleikristalls sich bewegen konnte. Für beide gab es einen besonderen Stecker, der mit einer Spule, einem Kondensator und einem Lautstärkeregler nach dem Schaltbild verbunden wurde. Das Ganze wurde auf dem Deckel einer Zigarrenkiste aufgeschraubt oder in einem Kunststoffkästchen miteinander verbunden. Nun mußten nur noch eine Antenne ausgespannt, eine Erdverbindung hergestellt und die Kopfhörer mit dem “Detektor” verbunden werden. Spannend, wenn es im Kopfhörer knisterte, und der Silberdraht so bewegt wurde, dass er eine Stelle fand, an der plötzlich Sprache oder Musik zu hören waren. Dann konnten wir “Radio hören”, Fliegermeldungen bei Alarm, Nachrichten über den Frontverlauf und nach der Kapitulation die neue “Jazz-Musik”. Das geschlossene Kunststoffkästchen, im zerstörten Heereszeugamt “gefunden und mitgenommen”, hat uns gute Dienste geleistet: jetzt konnten wir auch draußen oder im Weinberg Radio hören.