Plakat_NS-Nietzsche_02Plakat Nietzsche im Schatten des Dritten Reiches29. März bis 1. November 2009

Übermensch Und Herrenmensch
Nietzsche im SCHATTEN DES Dritten ReichES

Nach der Barbarei des Dritten Reiches galt Nietzsche mit seiner Feier des Krieges, seinen Reden von „Rasse“ und „Zucht“, seiner Verklärung der „blonden Bestie“ und des „Übermenschen“ nicht nur im Osten als Stichwortgeber Hitlers. Seit der Nietzsche-Renaissance, die mit der Kritischen Werkausgabe von Colli und Montinari begann, scheint all dies vergessen. Alles Anstößige und Bedenkliche im Werk des Philosophen wird auf die Fälschungen seiner Schwester geschoben oder als Provokation relativiert. Hat Nietzsche diese Weißwaschung nötig? Und sind wir nicht auf dem besten Wege, ihn selbst wieder zu fälschen, uns ein sauberes Bild von einem Kuschel-Nietzsche zurechtzulügen, den man bei jeder Gelegenheit zitieren kann?

Haben wir vergessen, dass für Nietzsche „Alles, was wir in Europa heute als ‚Humanität‘, ‚Moralität‘, ‚Menschlichkeit‘, ‚Mitgefühl‘, Gerechtigkeit zu verehren gewohnt sind, ... nichts Anderes ist als die Verkleinerung des ganzen Typus ‚Mensch’“? (Nachlass 1885, in: KSA 12, 72 f.) Dass er die „Heraufkunft der Demokratie, der Friedens-Schiedsgerichte an Stelle der Kriege, der Frauen-Gleichberechtigung, der Religion des Mitleids und was es sonst Alles für Symptome des absinkenden Lebens gibt“ (Zur Genealogie der Moral, KSA 5, 403) vehement abgelehnt hat – dass Nietzsche nach heutigen Maßstäben ein Verfassungsfeind wäre?

Die Sonderausstellung „Nietzsche im Dritten Reich“ geht diesen unbequemen Fragen nach. Der erste Raum widmet sich der Biologisierung in Nietzsches Denken. War er ein Sozialdarwinist? Der zweite Raum dokumentiert die Instrumentalisierung des Philosophen im Dritten Reich, der dritte den Streit um Nietzsche als Präfaschisten nach 1945 (Thomas Mann, Heidegger, Lukács und die DDR).

Konzept und Gestaltung: Jens-Fietje Dwars (Jena)

ng_tagung09_20027. bis 30 August 2009

Jahrestagung der Nietzsche-Gesellschaft

Die Jahrestagungen der Nietzsche-Gesellschaft finden jeweils zu den Gedenktagen im August oder Oktober jedes Jahres statt. Im ca. zweijährigen Turnus sind dies größere Kongresse, die von Donnerstag bis Sonntag abgehalten werden. Sie bieten Plenarbeiträge und bis zu 6 verschiedene Sektionen.

Die nächste Tagung findet vom 27. bis 30.08.2009 statt und steht unter dem Titel: Nietzsche - Macht - Größe.
Tagungsort ist das Tagungszentrum für Wirtschaft und Kultur Naumburg-Haus, Lindenring 36, 06618 Naumburg.

Am Samstag, 29. August 2009, um 19.00 Uhr wird der Nietzsche-Preis des Landes Sachsen-Anhalt an Ludger
Lütkehaus, Freiburg i. Br., durch den Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt, Jan-Hendrik Olbertz, verliehen.

Weitere Informationen und das Tagungsprogramm finden Sie unter www.nietzsche-gesellschaft.de.

plakat nietzsche gott ist tot11. April bis 31.10.2010 - Ausstellung im Nietzsche-Haus

Gott ist tot. Antichrist oder Gottsucher?
Nietzsche zwischen Kritik und Prophetie

„Gott ist tot“ lautet die wohl meist zitierte und oft missverstandene Botschaft Nietzsches, der sich selbst zuletzt als „Antichrist“ verstand. Andere, wie Lou von Salomé, sahen in ihm einen Religionsstifter, für Karl Jaspers war Nietzsches Aufbäumen gegen den Glauben seiner Zeit Ausdruck einer verborgenen Christlichkeit, für Ernst Bertram war er gar ein „zweiter Christus“, der die zerreißenden Widersprüche der Vernunft für die Menschheit „auf sich“ nahm und bis zum Wahnsinn zu Ende gedacht hat.

Heute wird der radikale Kritiker nicht nur von christlicher Seite als Gottsucher interpretiert: einer, der auf der Suche nach der Wahrheit des Christentums war und im Gegensatz zu den Frömmlern seiner Zeit keine Lüge vor Gott gelten ließ. Für wieder andere zeigt sich in Nietzsche die Hybris des aufgeklärten, sich wahnhaft selbst übersteigenden Menschen ...

Die Ausstellung lädt dazu ein, Nietzsches unerledigte Fragen wahrzunehmen. Sie erkundet, wie aus dem "kleinen Pastor", wie Nietzsche von seinen Mitschülern in Naumburg genannt wurde, der selbsterklärte "Antichrist" werden konnte, wie sein Satz "Gott ist tot" seit 125 Jahren gewirkt hat und welche Kraft er heute noch hat: Kraft zur Provokation, zum Eingedenken, zur Besinnung – und zu souveräner Selbstverortung der Nachgeborenen.

Im ersten Raum wird der Frage nachgegangen, in welche Art von Christentum der junge Nietzsche in Röcken, Naumburg und Schulpforte hinein wuchs, welche Zweifel ihn heimsuchten und welchen Ausdruck sie fanden.

Im Zentrum des zweiten Raums steht Nietzsche als „toller Mensch“, als Schatten, der am helllichten Tage mit einer Laterne nach Gott sucht. Sein Aufbäumen gegen die demonstrative Frömmigkeit seiner Zeit wird als Demonstration inszeniert: mit Zitaten auf Demoschildern und Transparenten.

Der dritte Raum zeigt Nietzsche in seiner letzten Maske: als „der Gekreuzigte“. Und versammelt Deutungsmuster zur Interpretation seiner Botschaft vom „Tod Gottes“ in den letzten 125 Jahren – als Angebot zur eigenen Auseinandersetzung.

Seit 13. Oktober 2010

NDZ nun eröffnet


Seit 13. Oktober ist nun endlich - nach langer Bauzeit und noch längerem Warten auf die Finanzierungsmöglichkeit - das Nietzsche-Dokumentationszentrum für die Öffentlichkeit zugänglich.

Mit dem Nietzsche-Dokumentationszentrum hat die Stadt Naumburg einen wahren Kraftakt gemeistert. Nur mit Hilfe des Landes war es möglich, das Projekt, an dessen Realisierung die Stadt Naumburg seit dem Ankauf der Bibliothek Richard F. Krummels im Jahr 2001 beharrlich gearbeitet hat, zum Abschluss zu bringen.

Es ist vorgesehen, den Betrieb des Dokumentationszentrums in nächster Zeit an die Friedrich-Nietzsche-Stiftung zu übertragen. Leider ist es der Stiftung bisher nicht gelungen, einen Kapitalstock anzusammeln, der nennenswert zur Finanzierung der laufenden Kosten des Hauses beitragen könnte. Deswegen wird z. Zt. noch nach Wegen gesucht, die Betriebskosten aus öffentlichen Mitteln zu finanzieren - ein Unterfangen, das angesichts der derzeitigen Situation der öffentlichen Haushalte alles andere als einfach ist.

 

 


 

[Zum Betrachten der Panorama-Ansichten brauchen Sie ein spezielles Plugin. Wenn Sie kein Bild sehen, weil Quicktime nicht ohnehin auf Ihrem PC installiert ist, klicken Sie bitte in der linken unteren Ecke auf die Schaltfläche "DV" und bestätigen Sie dann das Herunterladen und Installieren des DevalVR-Plugins (ca. 220 kB).]

Panorama-Blick aus dem NDZ

{devalvr Nietzsche-Dokumentationszentrum-Naumburg-pano1.jpg 570 300 "Der Blick aus dem Vortragssaal des NDZ ist beeindruckend."}

Der Rundumblick aus dem Vortragssaal, kurz vor der Fertigstellung.

Ausstellung im Nietzsche-Dokumentationszentrum

Edgar Knobloch – Gegend und Gedanke

Eine Ausstellung der Friedrich-Nietzsche-Stiftung

ausstellung-edgar-knoblochEdgar Knobloch konfrontiert in seinen Arbeiten seine mitteldeutsche Herkunft mit Sehnsuchtsorten der europäischen Kulturgeschichte. Die Flusstäler um Saale und Unstrut kommunizieren dabei mit dem Hochgebirge des Oberengadin aber auch mit Pariser Stadtansichten. Ohne eine vordergründige Illustration zu Texten Friedrich Nietzsches anzustreben zeichnet er die “schöpferischen Landschaften” dieses Denkers nach, der sich zeitlebens als "Guter Europäer" definierte und sich nationalen Verengungen verweigerte.
Knoblochs Motivwahl ist dabei bipolar, profane Gegenstände der Lebenswelt wechseln mit sakralen Themen, mit "heroischen Landschaften". Diese durchdringen sich allerdings in ihrem Ausdruck. Das Zeichnerische ist ihm nicht nur eine künstlerische Ausdrucksform sondern eine Lebenshaltung, zwingt es doch unter möglichster Reduktion der Mittel zu höchster Abstraktion.

Knobloch wurde 1968 in Bad Frankenhausen geboren. Von 1990 bis 1997 studierte er an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein in Halle/Saale. Sein Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet u.a. mit dem Kunstpreis der Dresdner Bank, dem Kunstpreis der VEAG und dem Max Klinger-Preis der Leipziger Jahresausstellung. Seine Arbeiten befinden sich in vielen öffentlichen und privaten Sammlungen u.a. im Kupferstichkabinett Dresden, in der grafischen Sammlung der Stiftung Moritzburg Halle (Saale) und im Kupferstichkabinett des Staatlichen Museums Schwerin. Die hier vorliegenden Arbeiten sind anläßlich meherer Arbeitsaufenthalte im Nietzsche-Haus in Sils-Maria (Schweiz) entstanden, in welchem Friedrich Nietzsche in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts seine wichtigsten Werke schuf.

14. Oktober 2010 bis 20. August 2011

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