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Geschafft! Seit Juni sind Stadtmuseum Hohe Lilie, Romanisches Haus Bad Kösen (mit Käthe-Kruse-Sammlung) und Max-Klinger-Haus in Großjena wieder geöffnet. Die Hygieneregeln gelten weiterhin (med. Masken, AHA-Regeln).

max klinger plakat 2021 weinbergidyll12. Juni bis 31. Oktober 2021 -- Ausstellung im Max-Klinger-Haus Großjena

Weinbergidyll

Max Klinger und die Landschaft an Saale und Unstrut

Im Jahr 1903 erwarb Max Klinger in Großjena ein Weinberggrundstück, das ihm über die Jahre zur zweiten Wohn- und Arbeitsstätte wurde und mit der Entstehung vieler Werke verbunden ist. So zeigen ab 1903 zahlreiche Landschaftsdarstellungen den Einfluss der Saale-Unstrut-Gegend, nicht wenige Werke sind auch direkt in Großjena entstanden. Insbesondere haben der Weinberg und dessen Aussicht den Künstler zu einer Vielzahl von Landschaftsaquarellen angeregt.

Die diesjährige Sonderausstellung im Max-Klinger-Haus, die von der Kunsthistorikerin Dr. Conny Dietrich kuratiert wird, stellt den Künstler als Maler der Saale-Unstrut-Landschaft vor. Im Mittelpunkt steht der bislang kaum bekannte Werkkomplex der Großjenaer Landschaftsaquarelle. Diese mit lockeren Pinselstrichen in hellen, frischen Farbtönen unmittelbar vor Ort festgehaltenen Ansichten vom Weinberg und dessen Umgebung zeigen Klinger einmal nicht als schwermütigen Grübler und „Gedankenkünstler“, sondern als naturverbundenen Menschen. Er liebte seinen Weinberg und das einfache Leben im Rhythmus der Natur, das ihm Ausgleich zum hektischen Alltag in der Leipziger Großstadt verschaffte.

Die Realisierung der Schau war eine besondere Herausforderung, denn von den etwa zwanzig nachweisbaren Aquarellen sind die meisten heute verschollen. Erhaltene Arbeiten wiederum dürfen aufgrund ihrer Lichtempfindlichkeit nicht über einen längeren Zeitraum ausgestellt werden. Als hochwertige Faksimiles, zeitgenössische Farbreproduktionen oder historische Fotoaufnahmen kann die Schau dennoch insgesamt acht Landschaften präsentieren, die Klinger vorwiegend in den Jahren 1906/07 in Großjena malte. Ergänzt werden diese Arbeiten von einigen Originalradierungen sowie historischen Fotografien vom Weinberg des Künstlers. Einen besonderen Höhepunkt bildet das großformatige Gemälde „Frühling“, das 1912 als Teil eines Raumensembles entstand. Das sich heute in einer Privatsammlung befindliche, bislang nur sehr selten ausgestellte Werk zeigt die weite Landschaft des Unstruttals flankiert von Gertrud Bock, Klingers Modell und Geliebte, die er ein Jahr vor seinem Tod auf seinem Weinberg heiraten sollte.

Zur Ausstellung ist ein Begleitheft erschienen:

 

Klingerheft Nr. 8
Herausgegeben und eingeleitet von Siegfried Wagner für den Museumsverein Naumburg e. V.
Texte: Conny Dietrich.
44 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 3,50 Euro
Zu beziehen über das Stadtmuseum Naumburg