Richard-Lepsius-auf-einem-Kamel Dezember 2010 – Februar 2011

Lepsius-Vortragsreihe startet am 11. Dezember

[Samstag, 11. Dezember, 15:00 Uhr im Nietzsche-Dokumentationszentrum. Eintritt frei]

Am 23. Dezember des Jahres 1810, also vor 200 Jahren, kam in Naumburg Karl Richard Lepsius zur Welt, der sich als einer der Urväter der wissenschaftlichen Ägyptologie bleibende Verdienste erwerben sollte. 1842-46 leitete der Sohn des Naumburger Landrates Karl Peter Lepsius die vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. entsandte große Expedition, die als eine der ersten unter primär wissenschaftlichen Gesichtspunkten geplanten und durchgeführten Expeditionen in die Geschichte einging und deren Ertrag den Grundstock des Ägyptischen Museums in Berlin bildete, dessen Direktor Lepsius für viele Jahre war. Mehr aber noch als Feldforscher erwarb sich Lepsius als Sprachwissenschaftler, der unter anderem entscheidend zur Entzifferung der Hieroglyphen beitrug, bleibenden Ruhm. Lepsius bekleidete den ersten Lehrstuhl für Ägyptologie in Deutschland und er übernahm in den letzten Lebensjahren als Direktor die Neuordnung der Königlichen Bibliothek. Lepsius starb, 74 Jahre alt, am 10. Juli 1884 in Berlin, wo er auch begraben liegt.
Hartmut Mehlitz: Richard LepsiusObwohl die seit längerem geplante Ausstellung zum 200. Geburtstag Karl Richard Lepsius aufgrund des leider nur schleppenden Baufortschritts bei der Erweiterung des Stadtmuseums „Hohe Lilie“ auf das Frühjahr 2012 verschoben werden musste, soll der Geburtstag in Naumburg nicht unbeachtet bleiben. Eine kleine, abwechslungsreich zusammengestellte Vortragsreihe im Nietzsche-Dokumentationszentrum soll zunächst für die aufgeschobene Ausstellung entschädigen.
Den Anfang macht am 11. Dezember der Berliner Lepsius-Spezialist Dr. Hartmut Mehlitz mit der Vorstellung seines taufrischen, im Dezember erscheinenden Buches „Richard Lepsius. Ägypten und die Ordnung der Wissenschaft“. Mehlitz legt damit die erste ausführliche, wissenschaftlich fundierte Biographie des Ägyptologen vor, die den in den letzten Jahrzehnten gewonnenen Wissensstand in ansprechender Form zusammenfasst und für die Zukunft einen Standard der Lepsius-Forschung bilden wird. Das glänzend geschriebene Buch - das natürlich vor Ort auch erworben werden kann - wird sicher vielen Naumburgern ein willkommenes Weihnachtsgeschenk sein.

Im Januar wird die Vortragsreihe im NDZ dann fortgeführt mit Beiträgen von Prof. Dr. Rainer Mario Lepsius (im Rahmen des Lepsius-Symposions Schulpforte: Richard Lepsius und die Gelehrtenkultur seiner Zeit, am 14. Januar), Helmar Heyken (Die Ausgrabungsstätten im Sudan - damals und heute, Bildvortrag am 29. Januar), Dr. Elke Freier (Der Briefwechsel Karl Richard Lepsius mit seinem Vater, am 12. Februar), Mariana Jung und Dr. Franziska Naether (Termine werden noch bekannt gegeben).
Blech und Musik - Plakat6. September - 25. Oktober 2009

Blech und Musik

Ein altes Handwerk stellt sich vor

Seit 50 Jahren besteht der Instrumentenbauer-Betrieb Fiedelak in Naumburg. Das Stadtmuseum hat sich aus diesem Anlass mit Matthias Fiedelak zusammen getan und aus dessen Werkstatt-Bestand eine Ausstellung zusammengestellt, die den sehr selten gewordenen Beruf des Metall-Blasinstrumentebauers vorstellt. Anschaulich werden die einzelnen Arbeitsschritte nachgezeichnet, die notwendig sind, um aus schlichten Blechen elegant geformte Schallstücke und komplizierte Ventile und aus diesen und anderen Kleinteilen wiederum fertige Instrumente zu zaubern.

Trompeten, Posaunen, Hörner, Tuben - jeder kennt ihren wunderbaren Klang. Wenn man weiß, wie aufwändig ihre Herstellung ist und wieviel Kunstfertigkeit diese voraussetzt, so lernt man sie desto mehr zu schätzen.

Die Ausstellung wird am 5. September um 19:30 Uhr als Auftakt der Kulturnacht eröffnet. Sowohl an diesem als auch an weiteren Terminen wird Herr Fiedelak vor Ort Instrumente restaurieren. Haben Sie eine verbeulte Posaune zu Hause oder eine Trompete, die nicht mehr gut klingt? Bringen Sie Ihr Instrument mit! (Termine werden an dieser Stelle noch bekannt gegeben.)

Plakat Farbenfroh11. Juli bis 23. August 2009

Farbenfroh

Unsere diesjährige Sommer-Ausstellung ist ganz dem Thema “Farben” gewidmet. Welche Farben standen den Menschen in früherer Zeit eigentlich zur Verfügung? Wie wurden sie hergestellt? Was wurde gefärbt? Gibt es eine "Sprache der Farben"? In farbenfrohen Arrangement zeigt die Exposition, wie Vielfältig das Thema ist und wie viel Spaß es macht, sich damit zu beschäftigen.

Sonderaktionen für Kinder: Speziell für KITAS, Horte und Schulklassen bietet das Stadtmuseum in den Ferien eine Führung durch die Ausstellung “Farbenfroh” mit anschließender Malaktion an. Bei dieser können die Kinder selbst Fingermalfarbe herstellen und sich mit einem bunten Handabdruck an der Innenmauer des Museumshofes verewigen.
Um telefonische Voranmeldung unter 03445-703503 wird gebeten.

Plakat zur Schachfiguren-AusstellungPlakat zur Schachfiguren-Ausstellung19. April bis 28. Juni 2009

Schach! - Die Welt der Schachfiguren

Ob klassisch oder ausgefallen, märchenhaft figürlich oder künstlerisch abstrakt, die Welt der Schachfiguren ist längst nicht nur schwarz-weiß, sondern erstaunlich vielfältig. Sie ist ein Spiegelbild nationaler und kultureller Eigenarten und handwerklichen Könnens. In der 1500 Jahre währenden Entwicklungsgeschichte des Schachspiels entstanden zahllose Varianten von Spielfiguren. Hergestellt aus allen denkbaren Materialien und in vielen verschiedenen Formen dienten sie nicht allein dem Spielvergnügen, sondern auch der Repräsentation von Macht und Wohlstand. Alles konnte zum gestalterischen Thema der Schachfiguren werden, angefangen von  abstrakten Formen und Symbolen über die Darstellung von gesellschaftlichen und politischen Inhalten bis hin zu Tierfiguren aus der Fabelwelt.

Eine kleine Auswahl schöner und außergewöhnlicher Schachfiguren wird ab dem 18. April in der neuen Sonderausstellung des Stadtmuseum Naumburg zu sehen sein. Kunstvoll gedrechselte Figuren aus Elfenbein und Holz können im historischen Dachstuhl der “Hohen Lilie” ebenso bestaunt werden wie ein einzigartiger, im I. Weltkrieg gefertigter, Figurensatz aus Patronenhülsen und Münzen oder ein vietnamesisches Papier-Schachspiel. Eine exquisite Besonderheit ist das Ensemble wertvoller Tierfigurensätze. Den repräsentativen Spielen mit Meerestieren aus Meißner Porzellan und anmutigen Figuren aus Glas und Elfenbein ist im Turmzimmer des Museums ein eigener Raum gewidmet.

 


Zur Ausstellung ist ein Begleitheft erschienen:

schachcover_145Barbara Holländer: Tiere im Schachspiel
Schriften des Stadtmuseums Naumburg Nr. 14
Naumburg 2009
20 Seiten, Euro 4,00.

Das Heft ist leider vergriffen, wir stellen Ihnen aber hier eine pdf-Version zum download bereit: {wd file=schachtiere.pdf name='Schachtiere'}

Plakat Flickwerk22. November 2008 bis 15. Februar 2009

Flickwerk. Vom nachhaltigen Umgang mit den Dingen.

“Aus Alt mach Neu” oder “Not macht erfinderisch” sind Sprichwörter, die in unserer heutigen, schnelllebigen Gesellschaft nicht mehr zutreffen dürften. Sobald etwas aus der Mode gekommen, technisch veraltet oder beschädigt ist, wird es ausgesondert. Auch hochwertige, als „langlebig“, „wertig“, „robust“ oder „unkaputtbar“ angepriesene Dinge fristen oft nur ein Leben von geringer Dauer. Noch vor wenigen Jahrzehnten gehörte es jedoch zum normalen Lebenslauf von Kleidern, Schuhen oder Gerätschaften aller Art, mehrmals repariert, geflickt oder ausgebessert zu werden.

Der Begriff der “Wegwerfgesellschaft” kommt einem in diesem Zusammenhang schnell in den Sinn. Viele Geräte sind heute so konstruiert, dass eine Reparatur nach Ablauf der Gewährleistungs- oder Garantiezeit unwirtschaftlich ist, hohe Ersatzteilpreise und Reparaturpauschalen lassen den Neukauf günstiger erscheinen.
In einer ab dem 22. November laufenden Sonderausstellung des Stadtmuseum Naumburg wird gezeigt, dass man die Dinge früher nachhaltiger genutzt hat. Mit zahlreichen Exponaten aus den unterschiedlichster Bereichen wird vor Augen geführt, wie man noch bis in die jüngste Zeit hinein versucht hat, Dinge so zu „flicken“, dass sie wieder verwendet werden konnten. Eine mit Eisendraht eingebundene irdene Schüssel ist ebenso zu bestaunen wie ein Paar Damenschuhe, die nach dem Zweiten Weltkrieg zu Sandalen umgearbeitet wurden. Im historischen Dachstuhl der "Hohen Lilie" bietet die Ausstellung gerade Eltern und Großeltern eine besondere Gelegenheit, mit ihren Kindern über den nachhaltigen Umgang mit den Dingen ins Gespräch zu kommen.

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