Stadtmuseum Hohe Lilie - bis auf weiteres

Begegnungen - Auge in Auge mit den Stifterfiguren

stadtmuseum-naumburg-begegnungenViele Touristen kommen nach Naumburg nur um die Stifterfiguren zu sehen. Und viele von ihnen finden sich dann doch etwas enttäuscht, weil die Figuren nicht so groß sind, wie die Erwartung es wollte und weil die Figuren im Dom etwas erhöht stehen, so dass zwar die Eingebundenheit der Stifterfiguren in die großartige Architektur des Naumburger Westchores sinnlich erfahrbar wird, das erhoffte Nah-Erlebnis der Stifter  aber nicht in dem Maße zustande kommt wie erhofft. Ein Besuch im Stadtmuseum Hohe Lilie kann hier wenigstens teilweise Abhilfe schaffen. Ein kompletter Satz farbig gefasster Abgüsse der Figuren wartet dort auf die Auge-in-Auge-Begegnung mit dem Besucher und erlaubt einen Blick aus kürzester Distanz. Das Studium der Kopien kann natürlich kein Ersatz sein für die Auseinandersetzung mit den Originalen, aber eine wunderbare Ergänzung ist es gewiss: der Perspektivenwechsel erlaubt ganz neue Einsichten.

Um die Stifterfiguren herum finder der Besucher zur Zeit ein Auswahl von Bildnissen gruppiert, die ganz beiläufig das sich stetig wandelnde Bild thematisieren, das sich der Mensch von sich und seinesgleichen macht.

Stadtansichten28. April bis 8. Juli 2012 - Galerie im Schlösschen:

Ansichtssache.

Historische Blicke auf Naumburg & Bad Kösen.

- Auch wenn sich dem Historiker der Eindruck aufdrängt, dass erstaunlich wenige historische Darstellungen von Naumburg erhalten geblieben sind, so kommt doch einiges an alten Ansichten zusammen, wenn man eine Gesamtschau wagt. Das Stadtmuseum zeigt nun in seiner Ausstellung "Ansichtssache" erstmals fast den kompletten Bestand von gedruckten Stadtansichten, die sich in den Beständen des Stadtmuseums und des Stadtarchivs befinden. Über 100 Blätter mit Abbildungen von Naumburg und Bad Kösen, von Schulpforte, von Saaleck, der Rudelsburg und der Schönburg werden präsentiert, darunter einige, die bisher noch nie ausgestellt worden waren. Wer sich für die historische Entwicklung der genannten Orte interessiert, wird sich die Ausstellung nicht entgehen lassen dürfen.

Erstmals können die neuen Ausstellungsräume im "Schlösschen" (Markt 6) für eine solch umfangreiche Präsentation genutzt werden, die bisher in Naumburg aus Mangel an geeignetem Raum nicht möglich war.

Die Eintrittskarte für die Ausstellung gilt gleichzeitig für die "Hohe Lilie" (und umgekehrt).

Architekturzeichnungen in der Hohen Lilie

14. April bis 6. Mai 2012.

Mit anderen Augen: Architekten zeichnen Naumburg

- In kleinformatigen Arbeiten präsentiert die neunköpfige Künstlergruppe A+Az [Architektinnen und Architekten zeichnen] das Resultat ihrer zweimaligen Aufenthalte in Naumburg, die sie bewusst als Pleinair gestaltet haben, um sich mit dem bebauten Raum direkt und in natürlichem Umfeld auseinanderzusetzen.
Dabei erschien die Stadt Naumburg mit ihrer einzigartigen historischen Bausubstanz und die sie umgebene reizvolle Landschaft für das Projekt von besonderem Interesse. Bereits 2009 hatte die Gruppe Kontakt zur Stadt aufgenommen und konnte in den zwei darauffolgenden Jahren jeweils eine Woche lang ihre Eindrücke vor Ort zu Papier bringen.
Zusammengeführt hat die Architektengruppe, die sich dem traditionellen Freihandzeichnen verschrieben hat, das 1999 initiierte Projekt „Zeichnen auf dem Dom in Regensburg“, welches der Beginn für weitere kontinuierlich stattfindende Pleinairs mit anschließender Ausstellung war.
Bei ihrer Entdeckungsreise in Naumburg wählten sie eine skizzenhafte, kleinformatige Zeichenform, sodass in kürzester Zeit mit schnellem Strich eine räumliche Vorstellung vermittelt werden kann. Auch die von ihnen ausgewählten Arbeitsmaterialien und –techniken wie Bleistift, Pastell und Aquarell unterstützen ihre Programmatik des schnellen und spontanen Zeichnens im urbanen Raum.
Wie nun „mit anderen Augen“ die Stadt gesehen wird, zeigen die ausgestellten Architekturstudien, von denen einige Arbeiten von Schülern des Domgymnasiums stammen, die ebenso ihre Sicht auf Naumburg im Bild verarbeitet haben.
So erwartet den Besucher ein interessantes und mitunter spannungsreiches Zusammenspiel, das täglich von 10 bis 17 Uhr im Stadtmuseum betrachtet werden kann.


Die ausgestellten Zeichnungen können erworben werden. Interessenten wenden sich bitte an unsere Kontaktadresse, wir vermitteln Sie weiter.


Die Gruppe A+Az:

Thomas Braun, Erzhausen
Josef Held, Offenbach
Georg Hofferberth, Höchst i. Odenwald
Karl Johannes, Bad Vilbel
Rainer Nippert, Glashütten
Hans Pohl, Glashütten
Wolfgang Reinhart, Bad König
Heiner Roediger, Maintal-Dörnigheim
Marleen Schwamborg, Heppenheim
Manfred Sieber, Kronberg

Die Schüler des Domgymnasiums:

11. Klasse: Wenzel Hildebrandt, Marie Dorner, Tim Suske, Markus Rothe, Anna Ehrhardt, Lisa Kluge, Peter Maibaum, Victoria Böttner, Julia Sorge, Franziska Bauer, Louisa Goldstein, Sarah Schlapper, Eric Manig

7. Klasse: Claudia Braune, Rosemarie Gohlke, Tina Marcholewski, Carolin Weißelberg, Kevin Rudolph, Jakob Uhrich, Florian Thurow, Jasmin Hanke, Mona Urban, Nicolas Schwikal, Jennifer Barthel, Alexandra Borisch

Landesausstellung im Stadtmuseum

2011Postkarte180Vom 29. Juni bis zum 2. November 2011 wird im Stadtmuseum Hohe Lilie eine Abteilung der Landesausstellung "Der Naumburger Meister. Architekt und Bildhauer im Europa der Kathedralen" gezeigt. Während sich der erste Teil der Ausstellung im "Schlösschen" am Markt mit den geistigen und künstlerischen Vorbedingungen beschäftigt und der zweite, zentrale Teil im Komplex um den Dom den Weg des "Meisters" von Westfrankreich nach Naumburg und Meißen nachzeichnet, widmet sich unser Beitrag der Rezeptionsgeschichte in den letzten 200 Jahren. Den gerade erst fertiggestellten Sonderausstellungsraum haben wir zu diesem Zweck in einen Spiegelsaal verwandelt, in dessen Mitte wir unseren (bis auf Konrad) vollständigen Satz von Gipsabgüssen der Stifterfiguren zeigen. Sieben in die Spiegelwände eingelassene Nischen geben einen Überblick über die mehr oder weniger reflektierte Rezeption der Naumburger Meisterwerke durch Kunstgeschichte und populäre Medien. Ein zweiter Raum ist als eine Art Musée Sentimental gestaltet und stellt 30 kleine Geschichten vor, die vom Trivialen über das Schreckliche bis zum Kuriosen die verschiedensten Aspekte der Aneignung vorstellen.


 


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Richard-Lepsius-auf-einem-Kamel Dezember 2010 – Februar 2011

Lepsius-Vortragsreihe startet am 11. Dezember

[Samstag, 11. Dezember, 15:00 Uhr im Nietzsche-Dokumentationszentrum. Eintritt frei]

Am 23. Dezember des Jahres 1810, also vor 200 Jahren, kam in Naumburg Karl Richard Lepsius zur Welt, der sich als einer der Urväter der wissenschaftlichen Ägyptologie bleibende Verdienste erwerben sollte. 1842-46 leitete der Sohn des Naumburger Landrates Karl Peter Lepsius die vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. entsandte große Expedition, die als eine der ersten unter primär wissenschaftlichen Gesichtspunkten geplanten und durchgeführten Expeditionen in die Geschichte einging und deren Ertrag den Grundstock des Ägyptischen Museums in Berlin bildete, dessen Direktor Lepsius für viele Jahre war. Mehr aber noch als Feldforscher erwarb sich Lepsius als Sprachwissenschaftler, der unter anderem entscheidend zur Entzifferung der Hieroglyphen beitrug, bleibenden Ruhm. Lepsius bekleidete den ersten Lehrstuhl für Ägyptologie in Deutschland und er übernahm in den letzten Lebensjahren als Direktor die Neuordnung der Königlichen Bibliothek. Lepsius starb, 74 Jahre alt, am 10. Juli 1884 in Berlin, wo er auch begraben liegt.
Hartmut Mehlitz: Richard LepsiusObwohl die seit längerem geplante Ausstellung zum 200. Geburtstag Karl Richard Lepsius aufgrund des leider nur schleppenden Baufortschritts bei der Erweiterung des Stadtmuseums „Hohe Lilie“ auf das Frühjahr 2012 verschoben werden musste, soll der Geburtstag in Naumburg nicht unbeachtet bleiben. Eine kleine, abwechslungsreich zusammengestellte Vortragsreihe im Nietzsche-Dokumentationszentrum soll zunächst für die aufgeschobene Ausstellung entschädigen.
Den Anfang macht am 11. Dezember der Berliner Lepsius-Spezialist Dr. Hartmut Mehlitz mit der Vorstellung seines taufrischen, im Dezember erscheinenden Buches „Richard Lepsius. Ägypten und die Ordnung der Wissenschaft“. Mehlitz legt damit die erste ausführliche, wissenschaftlich fundierte Biographie des Ägyptologen vor, die den in den letzten Jahrzehnten gewonnenen Wissensstand in ansprechender Form zusammenfasst und für die Zukunft einen Standard der Lepsius-Forschung bilden wird. Das glänzend geschriebene Buch - das natürlich vor Ort auch erworben werden kann - wird sicher vielen Naumburgern ein willkommenes Weihnachtsgeschenk sein.

Im Januar wird die Vortragsreihe im NDZ dann fortgeführt mit Beiträgen von Prof. Dr. Rainer Mario Lepsius (im Rahmen des Lepsius-Symposions Schulpforte: Richard Lepsius und die Gelehrtenkultur seiner Zeit, am 14. Januar), Helmar Heyken (Die Ausgrabungsstätten im Sudan - damals und heute, Bildvortrag am 29. Januar), Dr. Elke Freier (Der Briefwechsel Karl Richard Lepsius mit seinem Vater, am 12. Februar), Mariana Jung und Dr. Franziska Naether (Termine werden noch bekannt gegeben).

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