2. Oktober 2012: Vortrag im Schlösschen am Markt

„Wer hier hundert Augen hätte ... –
Georg Erbkams Reiseberichte aus Ägypten und Nubien“

Lichtbildvortrag im Rahmen der Sonderausstellung „Von Naumburg bis zum Blauen Nil – Die Lepsius-Expedition nach Ägypten und Nubien“                                                                                                                                                                                                                 Galerie im Schlösschen, Markt 6, 06618 Naumburg
Dienstag, 2. Oktober 2012
Beginn: 18:15 Uhr

freier-erbkam-coverAm 02. Oktober 2012 um 18.15 Uhr stellt die promovierte Ägyptologin und ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterin der Arbeitsgruppe Ägyptisches Wörterbuch an der Berlin-Branden-burgischen Akademie der Wissenschaften Dr. Elke Freier im Schlösschen ihr neues Buch über die Expeditionserlebnisse des Architekten und Feldmessers Georg Erbkam vor. Unter dem Titel „Wer hier hundert Augen hätte … – Georg Erbkams Reiseberichte aus Ägypten und Nubien“ fasst Elke Freier kuriose, merkwürdige, abenteuerliche, banale wie intime Zeugnisse des „zweiten Manns“ nach Richard Lepsius zusammen, die einen spannenden Einblick in die staubige und anstrengende Arbeit der Expeditionsteil-nehmer während ihrer Forschungsreise in Ägypten und dem heutigen Sudan (1842-1845) gewähren. In den letzten Jahren studierte die Expeditionsexpertin intensiv die Tagebücher und Briefe von Richard Lepsius und Georg Erbkam. Ihre Forschungs-ergebnisse präsentiert sie nun in ihrem Vortrag, der einen Blick hinter die Kulissen der streng organisierten Expedition gestattet. Begleitet wird die Lesung von der Ägyptologin Dr. Franziska Naether, die, wie Elke Freier, die Ausstellung im Schlösschen wissenschaftlich unterstützte. Im Anschluss an die Lesung wird die Gelegenheit zur Diskussion mit den Vortragenden geboten. Ein stimmungsvoller Rahmen für die derzeitige Sonderausstellung die das Stadtmuseum Naumburg noch bis zum 25. November 2012 zeigt.

15.09.2012 - Galerie im Schlösschen

Lepsius-Ausstellung eröffnet

Lepsius-eroeffnung020Gut 130 Gäste waren anwesend, als am Samstagnachmittag, um 17 Uhr, die Lepsius-Ausstellung im Schlösschen am Naumburger Markt durch den stellvertretenden Oberbürgermeister der Stadt Naumburg, Gerd Förster, eröffnet wurde. Winfried Schubert, Präsident des Oberlandesgerichts und des Landesverfassungsgerichts und Vorsitzender der Naumburger Lepsius-Gesellschaft, umschrieb in seiner ebenso launigen wie von profunden Kenntnissen zeugenden Rede den Rahmen, in dem sich die Beschäftigung mit einem Mann wie Lepsius heute in seiner Heimatstadt bewegen kann - und muss. Nachdem der Museumsleiter auf Anlass und Absicht der Ausstellung hingewiesen und Frau Dr. Naether aus Leipzig noch einmal kurz den Beitrag skizziert hatte, den Sie und ihre Studenten für die Erstellung einer Broschüre (noch im Druck!) geleistet haben, stellte Helmar Heyken aus Hamburg seinen Teil der Ausstellung etwas genauer vor: eine abenteuerliche Reise durch den Sudan auf den Spuren der preußischen Expedition. Tinka Bechert, Künstlerin aus Irland und Ururenkeln des Ägyptologen, umschrieb in kurzen Worten ihre Installation "Trinangulations", die in einem Nebenraum der Ausstellung (dem sog. "Amsdorf-Schlösschen") zu sehen ist. Anschließend stellten sich die Anwesenden den Fragen der Gäste, was diese ausführlich nutzten. Soweit es sich feststellen ließ, wurde der Nachmittag von den meisten Besuchern als gelungen angesehen und man wünschte der Ausstellung viele Besucher. (Was wir uns natürlich auch wünschen.)

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Triangulations

Tinka Bechert, Künstlerin aus Irland und Ururenkelin des Ägyptologen Richard Lepsius hat zur Lepsius-Ausstellung "Von Naumburg bis zum Blauen Nil" des Stadtmuseums Naumburg eine Installation beigesteuert, die dem kulturgeschichtlichen Thema eine künstlerische Herangehensweise hinzufügt.

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Das Projekt "Triangulierungen" ist ein umfangreiches Kunst- und Forschungsprojekt, in dem Tinka Bechert ihrem Ur-Ur-Grossvaters Karl Richard Lepsius und seiner Expedition von 1842-1845 nach Ägypten auf künstlerische Art nachgeht. Tinka Becherts Verknüpfungen von Zeitgenössischem, Persönlichem und historischen Zufälligkeiten beschäftigen sich auf andere Weise mit wissenschaftlichen Weltbildern.

Tinka Bechert ist 1975 in Berlin geboren und aufgewachsen. Sie lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Irland, sowie zeitweise in der Heimatstadt Berlin. Ihre Arbeiten sind in zahlreichen internationalen Sammlungen vertreten wie z.B. in der Staatsbibliothek zu Berlin, dem Victoria & Albert Museum und Tate Britain in London.

Begleitprogramm zur Lepsius-Ausstellung

richard-lepsius-1850Richard Lepsius, um 1850Nachdem wir im letzten Jahr in einer Reihe von Vorträgen Richard Lepsius, seine Biographie und seine Bedeutung für die Archäologie vorgestellt haben, wollen wir diesem Jahr, als Begleitprogramm zu unserer Ausstellung, etwas über den Tellerrand hinausschauen und andere Personen, die auf die eine oder andere Weise mit Lepsius in Beziehung stehen, in den Mittelpunkt der Betrachtung rücken.


Buchvorstellung: Dr. Elke Freier, Ägyptologin
“Wer hier hundert Augen hätte…” - Georg Erbkams Reisebriefe aus Ägypten und Nubien
Anschließendes Gespräch über das Buch mit Dr. Franziska Naether, Universität Leipzig

Dienstag, 02. Oktober 2012 – 18:15 Uhr

Georg Gustav Erbkam reiste als Architekt im Expeditionsteam von Richard Lepsius und wurde zum Bahnbrecher für die exakte Aufnahme von Architektur in ihrer Umwelt. Erbkam war während der Expedition der Stellvertreter von Lepsius’, besonders dann wenn dieser krankheitsbedingt ausfiel oder sich zur Organisation der Weiterreise in Kairo aufhielt. Die bisher unveröffentlichten Briefe gestatten einen ungefilterten Blick in die Innenwelt der Expedition, zeigen den arbeitsreichen wie abenteuerlichen Alltag,


Vortrag: Dr. Kerstin Volker-Saad, Ethnologin, Berlin
Blickwechsel: Nubien und der ägyptische Sudan aus der Sicht des Reiseschriftstellers Hermann von Pückler-Muskau

Dienstag, 23. Oktober 2012 – 18:15 Uhr

Hermann Fürst von Pückler-Muskau bereiste 1837 bis 1838, sechs Jahre vor C. R. Lepsius, Ägypten, Nubien und den ägyptischen Sudan. Er war unterwegs als “Genussreisender”, der niemandem Rechenschaft schuldig war, außer seinem lesenden Publikum. Lepsius dagegen hatte einen königlichen Auftrag, die unzähligen Altertümer zu dokumentieren und wissenschaftlich zu bearbeiten. Der Vortrag zeigt die persönlichen Verknüpfungen zwischen Pückler und Lepsius und zeichnet nach, wie deren Veröffentlichungen, gerade wegen ihrer unterschiedlichen Ansprüche, wertvolle Beiträge zur Erkundung Nubiens und des ägyptischen Sudans leisteten.


Filmvorführung: Asche und Phoenix:  Johannes Lepsius - Schutzengel der Armenier
Ein Film von Merlyn Solakhan und Manfred Blank.

Dienstag, 6. November 2012 – 18:15 Uhr

Der deutsche Theologe Johannes Lepsius gründete das Armenische Hilfswerk und gilt als der “Schutzengel der Armenier”. Als im Jahre 1915 die Verfolgungen und Massaker der Türken an der armenischen Bevölkerung der Türkei in einen Völkermord umschlugen, reiste Lepsius in die Türkei, sammelte Zeugenaussagen und Dokumente und veröffentlichte schließlich in Deutschland die Dokumentation “Der Todesgang des armenischen Volkes”, die wenig später verboten wurde. Der Film begibt sich auf die Spuren der Vergangenheit, indem er u.a. der Route der Todesmärsche der Armenier durch die Türkei und die Syrische Wüste folgt. Er beleuchtet aber auch die aktuelle Lage der Armenier in der heutigen Türkei.


Bildvortrag: Dr. Babett Forster, Kunsthistorikerin, Jena
Kalotypien aus Ägypten. Ein Fotosammler auf den Spuren von Richard Lepsius

Dienstag, 20. November 2012 – 18:15 Uhr

Der sächsische Forschungsreisende Alphons Stübel (1835-1904) unternahm seine erste Ägyptenreise 1856-58, die ihn bis nach Nubien führte. Als Reiselektüre diente ihm u.a. eine Ausgabe der Reisebriefe Karl Lepsius'. Einige Jahre später hörte Stübel bei ihm in Berlin Vorlesungen zur altägyptischen Kunst und Kultur. Bei diesem Aufenthalt hatte Stübel nun die Gelegenheit, über fünfzig hochwertige Kalotypien zu erwerben, die - so Stübel - “die erste vollständige Aufnahme der Monumente” darstellten. Zu diesen Aufnahmen gehörten Katalogtexte, geschrieben und editiert von Joseph Bonomi, die Stübel wortwörtlich zu den Fotografien kopierte. Ganz offentsichtlich erfüllte sich der Fotosammler hier sein Bedürfnis, das Gesehene (auf seiner ersten Reise) wiederzusehen und das in Berlin Gehörte (Vorlesungen) nachzulesen.


Finissage: Jenseits von Ägypten: Helmar Heyken führt durch die Ausstellung und erzählt von seinen Reisen durch Nubien.

Sonntag, 25.11.2012, 17:00 Uhr.

Der nubische Teil der Lepsius-Expedition ist weit weniger erforscht und öffentlich zugänglich als der ägyptische. Zwischen 2007 und 2011 reiste Herr Heyken mit verschiedenen Gruppen mehrmals auf den Spuren der Königlich Preußischen Expedition in den Sudan. Das umfangreiche dabei gewonnene Bildmaterial bildet den Kern des Sudanteils der Ausstellung. Am 25.11. geht es darüber hinaus auch um das heutige Reisen und Leben im Sudan.


Kinderaktionen in den Herbstferien (29.10.–02.11.2012) und auf Voranmeldung (Hieroglyphenschreiben, Malen mit der Camera Lucida etc.). Bei Interesse treten Sie bitte mit uns in Kontakt.
lepsius-bild12"Ansicht von Nagra", Illustration aus dem Expeditionsbericht

 

15. September bis 25. November 2012:

Lepsius-plakat-400Von Naumburg bis zum Blauen Nil.

Die Lepsius-Expedition durch Ägypten und Nubien (1842-45)

- Vor 170 Jahren machte sich unter der Leitung des jungen Ägyptologen Richard Lepsius eine Expedition auf den Weg, die ägyptischen und nubischen Altertümer zu erkunden. Der Weg der abenteuerlichen Reise führte durch ganz Ägypten bis an die Ufer des Blauen Nils, vorbei an unzähligen antiken Stätten, die von Lepsius und den mitreisenden Zeichnern akribisch dokumentiert wurden. Als die Expeditionsteilnehmer nach drei Jahren zurückkehrten, hatten sie nicht nur eine Schiffsladung voller Fundstücke im Gepäck, sondern, wichtiger, einen großen Schatz von Zeichnungen und Plänen. Der in den Folgejahren von Lepsius unter dem Titel "Denkmaeler aus Aegypten und Aethiopien" publizierte Expeditionsbericht sollte zu einem der grundlegenden, bis heute unentbehrlichen Werke der Ägyptologie werden.

Unter den Expeditionsteilnehmern waren außer Richard Lepsius, dem Sohn des Naumburger Landrats, noch drei weitere Naumburger: die Zeichner Max und Ernst Weidenbach und der Formgießer Carl Franke. Grund genug für das Stadtmuseum Naumburg, der Expediton eine Ausstellung zu widmen, die am 15. September um 17:00 Uhr im "Schlösschen" am Markt eröffnet wird.

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