19. Juni bis 29. September 2013

Eine Fahrt nach Auschwitz

klassenfoto-auschwitzfahrtGruppenbild mit dem Zeitzeugen Waclaw DlugoborskiWenn eine Schulklasse nach Auschwitz fährt, dann mag das für sich noch keine Nachricht sein, die wir auf diesem Weg verbreiten müssten. Der Besuch von Erinnerungsorten wie Auschwitz, Buchenwald oder auch Kreisau gehört durchaus zum regelmäßigen Programm engagierter Schulen, die den Anspruch, ihre Schüler mit der deutschen Geschichte umfassend bekannt zu machen, nicht aufgegeben haben. Schüler der 9. und 10. Klassen der Freien Schule Burgenland sind über das normale Besuchsprogramm aber noch einen Schritt hinausgegangen: Sie haben eine Ausstellung zusammengestellt, die wir ab Mittwoch, dem 19. Juni in der “Hohen Lilie” zeigen werden. Die Ausstellung veranschaulicht, wie die Schüler sich dem Thema genähert haben und wie hilflos junge Menschen heute der unvorstellbaren Gewalt und Grausamkeit des Geschehens gegenüberstehen.

Lichtbildvortrag am 28. Mai, um 18:15 Uhr in der Galerie im Schlösschen

"Die Malerei geht ins Freie. Das Bild der Natur im Jahrhundert des Impressionismus"

Joakim Skovgaard: "Ein heißer Sommertag"Joakim Skovgaard: "Ein heißer Sommertag"

Im Rahmen der aktuellen Ausstellung "Dänische Malerei 1830-1910. Die Sammlung Lührs", die bis zum 2. Juni 2013 in der Galerie im Schlösschen präsentiert wird, referiert am Dienstag, dem 28. Mai 2013 um 18:15 Uhr der Kunsthistoriker und Referent der Kulturdirektion Erfurt Dr. Wolfram Morath-Vogel in seinem Lichtbildvortrag zu folgendem Thema:

"Die Malerei geht ins Freie. Das Bild der Natur im Jahrhundert des Impressionismus"
Die Anfänge der modernen Freilichtmalerei liegen in Rom und der "bildschönen" italienischen Landschaft, wo der französische Landschaftsmaler und Rom-Stipendiat Pierre-Henri de Valenciennes seine im Atelier komponierten Bilder schon seit den späten 1770er Jahren durch Studien vorbereitet, die er im Freien malt. Nicht nur der junge Corot und zahlreiche französische Maler, sondern auch deutsche Romantiker und dänische Realisten, die es in Scharen nach Rom zieht, folgen seinem Beispiel. Das Erlebnis des Lichts und des farbigen Sehens ist im Freien ein anderes als im Atelier. Ab etwa 1830 formiert sich in Frankreich ein Zusammenschluss gleichgesinnter Maler am Rande des Waldes von Fontaineblau, die "Schule von Barbizon". Doch zum unaufhaltsamen Welterfolg wird die Konzeption des neuen Sehens erst mit dem Impressionismus. Als künstlerische Erkenntnishaltung erlangt er seine reinste Ausprägung in Frankreich. Und von einem seiner zentralen Repräsentanten werden auch die extremsten Konsequenzen der impressionistischen Wahrnehmungskonzeption gezogen, nämlich im Spätwerk des großen Claude Monet (1840 - 1926). Der Vortrag erörtert nicht die nationalen Varianten des Phänomens im 19. Jahrhundert, vielmehr akzentuiert er die  Bedeutung des Impressionismus für die Entwicklung einer neuen Bildlichkeit, deren geschichtliche Dynamik bis hin zur amerikanischen Avantgarde nach 1945 verfolgt werden kann.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

7. Juni bis 28. Juli 2013 - Ausstellung im Schlösschen

Auf den Spuren der Hussiten

hussiten-plakat 4001415 wurde der tschechische Reformator Jan Hus als Ketzer hingerichtet. Unter seinem Namen entbrannte in Böhmen eine Revolution, die in Kriege mündete. Sie traumatisierte ganze Epochen und viele Nachbarländer, prägte aber auch mit sozialen Ideen den Vorabend der Neuzeit.
Die Ausstellung motiviert, der Hussitenzeit und ihren Folgen auf Exkursen durch Geschichte, Regionen und Kulturtraditionen nachzuspüren. Exponate, Filme und Animationen bieten intensive Einblicke für jeden, der sich für unsere Wurzeln interessiert.
Autoren aus drei Ländern erstellten diese Aufarbeitung eines schwierigen Kapitels der Nachbarschaftsgeschichte.

6. April bis 2. Juni 2013, Galerie im Schlösschen

Dänische Malerei 1830–1910

Die Sammlung Lührs

Die dänische Malerei des "goldenen Zeitalters" und der darauf folgenden Jahrzehnte bis zu den "Skagensmalern" ist ein spannendes und bisher in unseren Breiten wenig beachtetes Kapitel der europäischen Kunstgeschichte. Der Privatsammler Wolfgang Lührs, Naumburg, hat mit Geduld und Spürsinn eine umfangreiche Sammlung dänischer Gemälde zusammengetragen, die einen schönen Überblick über die Entwicklung der Malerei jener Zeit in unserem nördlichen Nachbarland bietet.

Die Sammlung, die zwischenzeitlich beim Museum Altona eingelagert war, wurde bereits in Hamburg, Stade, Rostock und im dänischen Viborg gezeigt. Das Stadtmuseum Naumburg hat ca. 70 Gemälde ausgewählt, die vom 6. April bis 2. Juni in der Galerie im Schlösschen ausgestellt werden.

Die Ausstellung wurde am 6. April durch den Naumburger Oberbürgermeister Bernward Küper in Anwesenheit des dänischen Botschafters Per Poulsen-Hansen eröffnet.


Begleitpublikation zur Ausstellung:

Siegfried Wagner (Hg.): Dänische Malerei 1830-1910. Die Sammlung Lührs. Mit Beiträgen von Wolfgang Lührs, Kristin Gerth und Stefan Gregor. Stadtmuseum Naumburg, 2013.
110 Abbildungen, 112 Seiten, 7.00 Euro.

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Galerie im Schlösschen, Markt 6, 06618 Naumburg
Eintritt: 3,00 Euro (ermäßigt: 2,00 Euro; Kinder und Schüler: frei). Die Eintrittskarte gilt auch für das Stadtmuseum Hohe Lilie.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag: 10-17 Uhr; Montag Ruhetag.

8.-23.12.12 Galerie im Schlösschen - Architekturwettbewerb

Entwürfe für die Kulturinsel

arttwb-005Die ersten Besucher zeigten sich tief beeindruckt von der Qualität der eingereichten Arbeiten.Galerie im Schlösschen, Markt 6, 06618 Naumburg
8.–23. Dezember 2013 | Mittwochs 14-17 Uhr; Samstag/Sonntag 10-17 Uhr oder nach Vereinbarung


In der Galerie im Schlösschen sind ab 8. Dezember die Ergebnisse des jüngst von der Stadt Naumburg europaweit ausgeführten Architekturwettbewerbs zu sehen. Die dem Wettbewerb zugrunde liegende Aufgabenstellung hatte es dabei durchaus in sich. Von der ursprünglichen Absicht, der städtischen Bibliothek einfach nur ein neues Domizil zu errichten, war man schon seit längerem abgekommen. Seit Bibliothek, Archiv und Museum vor einigen Jahren verwaltungsmäßig zu einem Sachgebiet vereint wurden, verfolgte man auch das Ziel, diese Einrichtungen zukünftig in einem Gebäude zusammenzuführen. Die Vorteile dieses Vorgehens liegen auf der Hand: wo zur Zeit für Archiv, Bibliothek, Kinderbibliothek, Museumsverwaltung und (dies ist besonders dringlich) Magazine insgesamt sechs teils nur energetisch prekäre, teils desolate Liegenschaften unterhalten werden müssen, soll in Zukunft ein einziges, energetisch und funktional optimiertes Gebäude diese Funktionen übernehmen. Geringere Unterhaltskosten sind dabei nur eines der angestrebten Ziele. Die Zusammenführung der Einrichtungen soll auch Synergien freimachen, die es erlauben, mit dem notorisch geringen Personalschlüssel (der auch in Zukunft nicht erhöht werden wird) zusätzliche Angebote zu übernehmen. Die Bibliothek wird sich in Zukunft sicher von der Bücherausleihe wegbewegen zum Informationsmanagement, sie wird verstärkt Treffpunkt für jüngere und – angesichts der demographischen Entwicklung besonders wichtig – für ältere Mitbürger, wofür sie in viel höherem Maß als bisher eine gediegene Aufenthaltsqualität bieten muss. Auch Archiv und Museum werden ihre Sammlungen (darunter die bisher kaum zugängliche Bibliotheka Lepsiana) weiter öffnen können, werden interessierten Bürgern, Heimatforschern, Schülern und Wissenschaftlern die Möglichkeit geben, direkt mit historischen Schriftstücken und Objekten zu arbeiten – und zwar in einem Maße, wie dies bisher aufgrund der inadäquaten räumlichen Verhältnisse nicht möglich ist. Didaktische Angebote für alle Altersgruppen werden dabei helfen, die städtischen Sammlungen zu einem festen Baustein der demokratischen Kultur zu machen, in der jeder teilhaben kann an der Klärung der Frage nach dem eigenen woher und wohin.


 

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Den Wettbewerbteilnehmern war diese Zielstellung wohl bewusst, doch wurde die Aufgabe noch etwas kniffliger durch die Beschaffenheit der zu bebauenden Liegenschaft. Obwohl etliche Alternativen geprüft worden waren, hatten sich Verwaltung und Gemeinderat auf das brachliegende Grundstück am Reußenplatz 6/7 geeinigt, erweitert durch das imposante barocke Bestandgebäude Nr. 6 und das genauso malerische wie ruinöse Fachwerkhaus Nr. 9. Beide historischen Bauten sollen in den Komplex integriert werden, wobei ihr Denkmalcharakter nicht beeinträchtigt werden darf – eine Aufgabe, die den teilnehmenden Büros einiges an Kopfzerbrechen bereiten musste, denn allein die unterschiedlichen Geschosshöhen der Altbauten, die heutigen Anforderungen natürlich nicht entsprechen, verlangten den Planern viel Erfindungsgabe ab.

Was sich den Mitgliedern der Jury am 9. November an Entwürfen präsentierte, zeigte denn auch, dass sich die meisten Büros intensiv mit der Aufgabenstellung auseinandergesetzt hatten und entsprechend positiv überrascht zeigten sich insbesondere die Sachpreisrichter (also der Naumburger OB, die Mitarbeiter der städtischen Sammlungen, die Vertreter der Naumburger Bürgerschaft) über die Vielfalt und die Qualität der vorgeschlagenen Lösungen.

Allerdings vermochte keiner der Entwürfe zu 100% zu überzeugen, was zum erheblichen Teil daran lag, dass sich insbesondere die Naumburger Preisrichter – aber zu deren Erleichterung durchaus auch die als Fachpreisrichter agierenden Architekten und Ingenieure – mit vielen Fassadenlösungen nicht abfinden konnten, die ihnen zu sprachlos und zu modisch-austauschbar erschienen und vielfach die Befürchtung erweckten, sie könnten schon zum Zeitpunkt, wenn das Geld für den Bau endlich akquiriert ist, hoffnungslos out of Fashion sein. (Die zur Zeit als mega-hip betrachteten erratisch verteilten Fenster wird man hoffentlich schon bald zu den architektonischen Irrwegen zählen - so der zugegeben unqualifizierte Wunsch eines Sachpreisrichters).

Die Jury unter der Leitung des Vorsitzenden der Architektenkammer Sachsen-Anhalt Prof. Ralf Niebergall entschied sich daher dafür, keinen ersten Preis, dafür aber zwei zweite Preise zu verleihen, dazu einen fast ebenso starken dritten Preis zu vergeben und eine Arbeit mit einer Anerkennung zu versehen. Zweite Preise erhielten das Büro RKW Rhode Kellermann Wawrowsky, Leipzig und Thomas Müller, Ivan Reimann Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin. Der dritte Preis ging an Bruno Fioretti Marquez Architekten, Berlin / Atelier für Architektur & Denkmalpflege, Köthen. Mit einer Anerkennung wurde das Büro Weis & Volkmann, Leipzig, bedacht.

Die drei Preisträger wurden gebeten, ihre Entwürfe anhand von Anregungen der Jury noch einmal zu überarbeiten, so dass dann im Februar 2013 anhand der modifizierten Entwürfe eine endgültige Entscheidung darüber gefällt werden kann, welcher Entwurf ausgeführt werden soll.

In der Zwischenzeit bietet sich Gelegenheit, alle Entwürfe nebst den Modellen eingehend zu studieren – für jeden, der sich für Architektur im Allgemeinen, für das Bauen in historischer Umgebung im speziellen interessiert, ein äußerst reizvolles Angebot.



 

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