Vorschau: 23. Januar bis 24. April 2016 in der Galerie im Schlösschen

Leonardos Maschinen - FaltblattLeonardo da Vincis Maschinen

Die „Mona Lisa“ kennt wohl ein jeder, aber das, was Leonardo da Vinci wirklich faszinierte, ist vielen bisher verborgen geblieben: Seine Erfindungen und Entwicklungen von Maschinen. Die Sonderausstellung präsentiert knapp 40 Großmodelle und mehr als 30 Texttafeln zum Leben und zum Umfeld des Malers, Bildhauers, Architekten, Kunst-Theoretikers, Naturforschers und Ingenieurs „Leonardo da Vinci“.

Nur noch 17 seiner Gemälde zeugen weltweit von den Fähigkeiten Leonardo da Vincis. Sein bekanntestes, ja berühmtestes Werk hängt im Louvre von Paris. „La Gioconda“ - die Mona Lisa. Doch sah Leonardo die Malerei nicht nur als schöne Kunst – für ihn war sie auch das ideale Werkzeug zum Erkenntnisgewinn für seine Forschungen und Wissenschaften. Er war ein Genie und seiner Zeit um Jahrhunderte voraus. Als sein eigentliches Werk gelten inzwischen die Skizzen und Studien, die er Zeit seines Lebens in zahlreichen Notizbüchern niederschrieb. Viele Erfindungen, die Leonardo in diesen so genannten Codices festhielt, waren so fortschrittlich, dass sie moderne Materialien und Technologien erfordert hätten, um sie zu realisieren.

Dieses gelang erst fünfhundert Jahre später. In den vergangenen Jahren wurden maßstabsgetreue Modelle der Originalentwürfe Leonardo da Vincis entwickelt – und damit die Werke und die Schaffenskraft des Universalgenies der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die Ausstellung zeigt eine präzise Gegenüberstellung der technischen Skizzen und den aus Holz gefertigten Groß-Modellen. Die Besucher erfahren in anschaulicher Weise von Leonardos Vision eines Doppelrumpfbootes, einem Kugellager oder einem Fallschirm und dürfen sich von der Funktionsfähigkeit und der Wirkungskraft der Modelle, zum größten Teil durch ausprobieren, selbst überzeugen.

Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr
Die Eintrittspreise pro Person betragen für Erwachsene EUR 6,50
(Ermäßigt EUR 5,50*), für Gruppen ab 10 Personen EUR 4,50, Schülergruppen und Kindergärten ab 10 Personen EUR 2,50 inkl. zwei Begleitpersonen frei. Zusätzlich gibt es die Familienkarte I (ein Erwachsener + max. zweiKinder bis 16 Jahre) zu einem Preis von EUR 8,00 und eine Familienkarte II (zwei Erwachsene + max. vier Kinder bis 16 Jahre) zu einem Preis von EUR 15,00.
* Schüler, Studenten, Rentner

Einladung zum Vortrag: 16.12.2015, 18:30 Uhr
Im Schlösschen, Markt 6, Naumburg


Vortrag anlässlich der Ausstellung „erfasst – verfolgt – vernichtet: Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus“

Die skandalöse Nachgeschichte eines Verbrechens ...

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Vom Verschweigen zur Anerkennung der Opfer – Umgang mit der Geschichte der Krankentötungen in Deutschland zwischen 1945 und 2010
Felix M. Böcker, Naumburg

Obwohl erste Berichte über die sogenannte „Euthanasie“ schon 1946 erarbeitet wurden und der Bericht von Alexander Mitscherlich und Fred Mielke über den Nürnberger Ärzteprozess schon 1947 vorlag, ist in Westdeutschland erst in den sechziger Jahren allmählich eine Auseinandersetzung mit der Zwangssterilisierung von kranken und behinderten Menschen seit 1933 und ihrer Tötung seit 1939 in Gang gekommen. Erst 2007 hat der Deutsche Bundestag das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ als nationalsozialistisches Unrecht geächtet, und nicht früher als 2010 hat der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde die Opfer und deren Angehörige um Verzeihung für das Leid und das Unrecht gebeten, das ihnen im Namen der deutschen Psychiatrie und von deutschen Psychiatern angetan wurde, und für das viel zu lange Schweigen, Verharmlosen und Verdrängen in der Zeit danach.

Im Vortrag soll zur Diskussion gestellt werden, warum die historische Aufarbeitung so spät begonnen hat und wie die Täter selbst den Diskurs mitbestimmt haben. Der Referent, Chefarzt der Klinik für psychische Erkrankungen am Klinikum Burgenlandkreis, hat als junger Arzt und später Zeuge der Geschehnisse einige Meilensteine des Gedenkens miterlebt und wird einige Bücher vorstellen, die ihn über vier Jahrzehnte immer wieder mit dem Thema konfrontiert haben.

 

 

Einladung zur Filmvorführung: 11.12.15: 16 Uhr
Im Schlösschen, Markt 6, Naumburg.


Dorothea Buck

dorothea buck mutter mit kind 900Dorothea Buck: Mutter mit KindSeit diesem Wochenende bereichert eine kleine Plastik die derzeitige „Euthanasie“-Ausstellung im Schlösschen. Es handelt sich um das Bronze-Modell eines Denkmals, das 1964 vor der Schule an der Gartenstadt in Hamburg aufgestellt wurde und den Titel „Mutter mit Kind“ trägt. Schöpferin der Plastik ist Dorothea Buck, deren Lebensweg das Ausstellungsthema und die Stadt Naumburg miteinander verbindet.

Krankheit und Genesung

Dorothea Buck ist nämlich 1917 in Naumburg geboren. Ihr Vater war damals als Prediger in die Saalestadt versetzt worden, so dass sie ihre ersten Lebensjahre in Naumburg verbrachte, bevor die Familie zunächst nach Oldenburg und dann auf die Insel Wangerooge verzog. Dort erlebte sie mit 19 Jahren einen psychotischen Schub, der zur Diagnose „Schizophrenie“ und einer langen Reihe von traumatischen Erfahrungen mit der klinischen Psychiatrie in Deutschland führte. „Das schlimmste, was ich im Laufe meiner Klinikaufenthalte erlebt habe, war in Bethel“, erinnerte sie sich später an ihren ersten Psychiatrie-Aufenthalt, denn dort wurde sie nicht nur den üblichen, an Folter gemahnenden „Behandlungen“ unterzogen, dort wurde das junge Mädchen auch von einer ärztlichen Kommission im Sinne des „Erbgesundheitsgesetzes“ für „erbkrank“ erklärt und – ohne ihr Wissen – zwangssterilisiert. Dass Dorothea Buck das Nazi-Reich und seine Mordaktionen an psychisch Kranken überlebt hat, ist glücklichen Umständen zu verdanken und ihrem ungebrochenen Lebensmut. Im Lauf der Jahre konnte sie ihre Krankheit besiegen. Von 1969 bis 1982 war sie als Lehrerin für Kunst an der Fachschule für Sozialpädagogik in Hamburg tätig, sie arbeitete als Bildhauerin mit eigenem Atelier und schrieb mehrere Bücher, die sich mit ihren Erfahrungen beschäftigten und sie engagierte sich für mehr Menschlichkeit in der Psychiatrie. Im Jahre 1997 wurde sie dafür mit dem Bundesverdienstkreuz, 2008 mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik ausgezeichnet.

Unlängst gründete Dorothea Buck eine eigene kleine Stiftung, deren Ziel es ist, die Einbeziehung des Erfahrungswissens von Betroffenen in die psychiatrische Versorgung zu fördern. Professor Frank Schneider (Aachen), der die Ausstellung „erfasst, verfolgt, vernichtet“ in Naumburg Anfang November eröffnete und die nun in Naumburg gezeigte kleine Plastik als Leihgabe zur Verfügung stellte, erhielt am 21.11.2015 den Preis des Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ überreicht. Die Hälfte seines Preisgeldes übertrug er an die Dorothea-Buck-Stiftung.

Filmvorführung

Am Freitag, dem 11.12.2015, um 16:00 Uhr wird in der Ausstellung im Schlösschen der Film „Himmel und Meer. Dorothea Buck auf der Spur“, ein anrührendes Interview-Porträt der inzwischen hochbetagten Künstlerin gezeigt werden. Der Eintritt ist frei.

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Ausstellungsvorschau
5.11.2015 bis 3.01.2016 - Galerie im Schlösschen

erfasst, verfolgt, vernichtet

Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus

Die Ausstellung nimmt die Frage nach dem Wert des Lebens als Leitlinie. Sie erzählt die Geschichte von Ausgrenzung, Zwangssterilisation und Massenmord. Anhand von konkreten Biographien beschäftigt sie sich mit den Opfern, den Tätern und den Opponenten und fragt schließlich nach der Auseinandersetzung mit dem Geschehen von 1945 bis heute. In den Akten der Opfer werden die vielen verschiedenen Akteure fassbar, die an den Verbrechen beteiligt waren. Ihren Blicken auf Patienten werden deren eigene Äußerungen gegenüber gestellt.

Eine Ausstellung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde DGPPN in Kooperation mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Stiftung Topographie des Terrors. Sie wurde erstmals im Januar 2014 im Deutschen Bundestag und anschließend im Dokumentationszentrum Topographie des Terrors in Berlin gezeigt. Nach Stationen in Düsseldorf, Köln, Günzburg und Aachen wird sie im November und Dezember 2015 erstmals in Mitteldeutschland zu sehen sein.

Die Ausstellung wird täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr zu sehen sein; der Eintritt ist frei. Es gibt einen Katalog (20 €) und eine Broschüre in leichter Sprache (5 €).

Plakat Mit Fleiss und Faden

Ab 1. Oktober 2015 - Stadtmuseum Hohe Lilie

Mit Fleiß und Faden

Stickereien aus drei Jahrhunderten

Ab Donnerstag, dem 1. Oktober 2015 zeigen wir im Sonderausstellungsraum der Hohen Lilie unter dem Titel Mit Fleiß und Faden Stickereien aus drei Jahrhunderten. Kern der Ausstellung ist eine Auswahl von Stickmustertüchern aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die daran erinnern, wie wichtig die Nadelarbeit in den zurückliegenden Jahrhunderten für die Erziehung der Mädchen zu tüchtigen Hausfrauen war. Im Gegensatz zum Nähen, Stricken, Stopfen etc. hatte das Sticken jedoch eine Sonderstellung, da es fast ausschließlich der Verzierung diente. Es handelte sich also im Verständnis der Zeit eigentlich um eine Luxusbeschäftigung, für die man neben der notwenigen Disziplin und mehr oder weniger aufwändigem Material auch viel freie Zeit und Muße benötigte. Entsprechend stammen die bestickten Objekte (vorwiegend Textilien, aber auch Klingelzüge, Notizbuchdeckel etc.) denn auch vornehmlich aus bürgerlichen Haushalten. Erst die Stickmaschinen, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den bekannten Zentren um St. Gallen oder später in Sachsen (Plauen) ihren Siegeszug antraten, sorgten dafür, dass Stickereien bzw. bestickte Textilien zu wohlfeilen Massenartikeln wurden. Lediglich in Nischenmärkten wie etwa der Fahnenstickerei konnte sich die Stickerei als echtes Hand-Werk bis heute erhalten.

 

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