19. Oktober 2011 – 19. Januar 2012 im Romanischen Haus Bad Kösen.

abgestempelt – juden­feind­li­che Post­kar­ten.

abgestempelt-plakat-rh1-400Diese Ausstellung, die 1999 vom Jüdischen Museum und dem Museum für Kommunikation, beide in Frankfurt am Main, als Wechselausstellung erarbeitet und von der Bundeszentrale für politische Bildung in einer komprimierten Fassung Wanderung geschickt worden ist, untersucht die machtvolle Wirkung von Karikatur.
Der Titel "Abgestempelt" fasst das Phänomen "Vorurteil" unter einen sehr zutreffenden Begriff zusammen, der zugleich die Willkür ausdrückt, mit der die gängigen Klischees der jüdischen Bevölkerung übergestülpt wurden.
Wie wirkt antisemitische Bildpublizistik als Element des Alltagsantisemitismus?

Die Ausstellung analysiert die verschiedenen Phasen und Deutungsmuster, die über dieses populäre Medium verbreitet wurden. Sie gliedert sich in fünf Abschnitte:

(1) Einleitung:
Entwicklung der Bildpostkarte

(2) Antisemitismus in der Kaiserzeit:
Wovor haben Antisemiten Angst?
Worüber lachen Antisemiten?
Was wünschen sich Antisemiten?

(3) Wenn aus Antisemitismus politische Hetze wird ...
Antisemitismus in der Weimarer Republik

(4) Wenn der Antisemitismus an die Macht kommt ...
Antisemitismus in der NS-Zeit

(5) Der Schlussteil zeigt gegenwärtige Beispiele eines ebenso bewussten wie verantwortungsvollen Spiels mit Stereotypen und Klischees. Zur Verdeutlichung dieses Aspekts gibt es dort eine Tafel mit einer Tabelle mit "Stammtischansichten" der Europäer übereinander, zwei Comics (Asterix, Tim und Struppi), in denen Stereotype zu finden sind, ein paar Markenprodukte, die Stereotype aufzeigen (könnten), sowie die Kunstinstallation "Feinkost Adam", die die Unkenntnis des Umgangs mit dem jüdischen Leben aufgreift und mit Vorurteilen konfrontiert.

Auf die Frage, ob es nicht gefährlich sei, diese Bilder wieder in Erinnerung zu rufen, antwortete Fritz Backhaus, der stellvertretende Direktor des Jüdischen Museums in Frankfurt: "Antisemitismus ist eine Vorstellungswelt, die nicht einfach verschwindet, sie ist unterschwellig vorhanden." Er ist überzeugt: "Wir müssen dieses Material analysieren, um zu wissen, wie diese Bilder ihre Wirkung entfalten."

Ein besonderer Dank gilt Wolfgang Haney, der als Halbjude selbst den Repressalien der Nationalsozialisten ausgesetzt war. Er hat im Laufe seines Lebens mehr als 1 000 Postkarten aus den Jahren 1890 bis 1933 zusammengetragen und damit den Grundstein für diese Ausstellung gelegt. Es entstand eine Ausstellung, die den Blick für rassistische Vorurteile und judenfeindliche Stereotypen schärfen soll. Ihre Relevanz zur Demaskierung des Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart ist nach wie vor ungebrochen.

 

10. Juli 2011 - Kunsthalle Bad Kösen

Torsten Rehbinder/Photograph:
Käthchen, Kinder, Kindeskinder.

 Aus dem Familienalbum eines Käthe-Kruse-Enkels

Torsten Rehbinder: Aus dem Fotoalbum eines Käthe-Kruse-EnkelsDas Stadtmuseum Naumburg zeigt vom 10. Juli bis 2. Oktober 2011 in der Kunsthalle Bad Kösen erstmals Photographien vom Käthe-Kruse-Enkel und Berufsphotographen Torsten Rehbinder. Bilder einer Familie aus sechs Jahrzehnten, Photographien von Käthe Kruse, ihren Kindern, Enkeln, Urenkeln und Ururenkeln. "Unbekannt und ungesehen haben diese Photographien nur darauf gewartet, ans Licht zu kommen." meinte Torsten Rehbinder kürzlich.

Mit sechs Jahren bekam Torsten Rehbinder in Bad Kösen ein Photoapparat geschenkt. Das war der Beginn einer Leidenschaft, die sein ganzes Leben prägte und die er zu seinem Beruf machte. Obwohl er sich verschiedenen Sparten der Photographie widmete, galt seine stille Liebe immer der Portraitfotografie und so entstanden neben Auftragsarbeiten, Hunderte von Aufnahmen, die viele Jahre lang im Archiv schlummerten und von denen Rehbinder nun für seine Ausstellung in Bad Kösen, ganz auf die große Familie Käthe Kruse bezogen, einige heraussuchte und vergrößerte.

Das Stadtmuseum Naumburg lädt alle Kunstliebhaber, Interessierte, Hobbyfotografen und Freunde des Käthe-Kruse-Puppenmuseums am 10. Juli um 11 Uhr zur Eröffnung der Sonderausstellung in die Kunsthalle des Romanischen Hauses Bad Kösen ein.

Torsten Rehbinder:

Torsten Rehbinder1939 als erster Enkelsohn von Käthe Kruse in Naumburg/ geboren; 1945 Erste Kamera „Box Tengor" Rollfilmkamera; 1945 Einschulung Bad Kösen; 1959 Studium an der Bayerischen Staatslehranstalt für Photographie; 1961- 67 Siemens AG Werbeabteilung Fotostudio München; 1964 Meisterklasse Bayerische Staatslehranstalt für Fotografie; 1965 Meisterprüfung; 1967 Leiter des Fotoateliers der Werbeagentur DORLAND; 1968 Eintragung in die Handwerksrolle der Handwerkskammer für Oberbayern und Gründung eines eigenen Fotostudios in München; selbstständige Tätigkeit für Verlage, Werbeagenturen und Unternehmen, z.B. SIEMENS AG, BOSCH, BMW, VOLVO, SUZUKI, METZELER, KLINGE-PHARMA, OSRAM, HANNOVER-MESSE; Fotoreisen nach Norwegen, Schweden, Niederlande, Portugal, Spanien, Pakistan, China, Tschechien, Hongkong und in die USA; 2005 bis heute, freie Arbeiten, Portraits, Reportagen, Verwaltung Käthe Kruse-Archiv

15.10.2010: Wolfgang Rüb liest

Literaturherbst-Lesung im Romanischen Haus

“Wohnquartett mit Querflöte” heißt ein kürzlich im Reclam-Verlag erschienener Roman, der im Rahmen des IV. Literaturherbstes im Romanischen Haus Bad Kösen vorstellt wird. Der Autor Wolfang Rüb aus Gröst erzählt in seinem satirischen Roman über das Nachwendedeutschland und seine Bewohner.

Das Stadtmuseum Naumburg lädt alle Interessierten zur Lesung am 15. Oktober um 19 Uhr in das Romanische Haus ein. Der Eintritt beträgt 3,00 €.

Das vollständige Programm des Literaturhebstes 2010 finden Sie hier...

09. April 2011 - Kunsthalle Bad Kösen.

Rolf-R. Weise (1941-2006). Graphik und Keramik.rrweise-plakat-02kk

Vielen wird Rolf-Rüdiger Weise noch bekannt sein, sei es als Ausstellungsmacher, als Keramiker, Grafiker, als Plakatgestalter oder als Leiter der Kunstwerkstatt im Jugendhaus. In Gedenken an den 2006 mit 65 Jahren verstorbenen Künstler zeigt das Stadtmuseum Naumburg in der Kunsthalle des Romanischen Hauses Bad Kösen eine Retrospektive seines kreativen Schaffens.

Die Kunstausstellung unter dem Titel „Rolf-R. Weise (1941-2006). Graphik und Keramik“ wird vom 10. April bis 26. Juni 2011 zu sehen sein. Gezeigt werden vorrangig die in den letzten Jahren entstandenen Farbholzschnitte wie „Der Brüller“ oder „Der Frager“, skulpturale Objekte und wandfüllende Friese aus Keramik sowie geschnittene und bedruckte Kannen, die durch Weises unverkennbar energischen Schrift kunstvoll ornamentiert sind.

Unbeschwert und zugleich robust wirkenden Flügelwesen bilden ein Leitmotiv in Weises Schaffen, das immer wieder in den Farbholzschnitten auftaucht. Gruppen von Wesen, die uns in der Alltagswelt nie begegnen, können in der Ausstellung in Augenschein genommen werden. Dasselbe gilt für die sogenannten „Schüsselbilder“. Weises „Schüsseln“ sind weder nur Schüsseln noch nur Bilder, sondern Gebrauchsgegenstände und künstlerische Darstellung zugleich.

Das Stadtmuseum Naumburg lädt alle Kunstliebhaber, Interessierte, Bekannte und Freunde des Künstlers am 9. April um 11 Uhr zur Eröffnung der von Margret Weise zusammengestellten Ausstellung in die Kunsthalle des Romanischen Hauses Bad Kösen ein. Musikalisch umrahmt wird die Vernissage durch den bekannten Dresdner Akustikgitarristen Frank Fröhlich, der ein enger Freund von Rolf-R. Weise war.

18. September 2010 - Kunsthalle Bad Kösen

plakat-pretzsch-200Jürgen Pretzsch und Matthias Schöneburg
zeigen Malerei, Zeichnungen und Grafik

verlängert bis 13. Februar 2011

Jürgen Pretzsch aus Erfurt - vor allem bekannt durch seine "Radiolarien" - und Matthias Schöneburg aus Bad Bibra stellen in dieser Doppelausstellung Werke aus den letzten Schaffens­jahren aus. Unter dem Titel "Jürgen Pretzsch und Matthias Schöneburg - Grafiken, Zeichnungen und Malerei" ist ein großes Spektrum an verschiedenartigen Bildinhalten, Techniken und Formaten unter einem Dach vereinigt. Bei Jürgen Pretzsch ist vor allem der noch unvollendete Zyklus "Sternstunden der Menschheit" zu erwähnen, ein acht Blätter umfassender Zyklus, der Bezug nimmt auf große Persönlichkeiten wie Shakespeare und Einstein. Neben zahlreichen Städtebildern zeigt Pretzsch auch einiges aus seiner Werkstatt: Skizzen, Bleistiftzeichnungen, dazu Werkzeug und ein "Abstreichblatt". Die Farbe auf dem jüngst entstandenen Aquarell “Von Naumburg nach Weimar” scheint noch gar nicht allzu lange trocken zu sein...
Zweiter Künstler im Bunde ist Matthias Schöneburg. Der aus Weimar stammende, in Bad Bibra ansässige Maler und Zeichner zeigt neben Aktstudien und Landschaftsbildern auch Gemälde mit biblischem Hintergrund und eine Auswahl verschiedener experimenteller Arbeiten. Hervorzuheben sind die beiden großformatigen Gemälde "Psalm 90,12" und "Novus Ordo", in denen Schöneburg gekonnt Motive der christlichen Ikonographie in eine neue Bildsprache übersetzt. Dabei überzeugt die große Vielfalt an ausdrucksmitteln, die dem jungen Maler zur Verfügung stehen und die ihn zweifellos zu einem der hoffnungsvollsten malerischen Talente im Burgenlandkreis machen.


Die Ausstellungseröffnung wird im Rahmen der fünften Naumburger Kulturnacht stattfinden, bei der erstmals auch das Romanische Haus mitmacht. Alle Interessenten und Kunstliebhaber sind herzlich zur Ausstellungseröffnung am 18. September um 19 Uhr in die Kunsthalle des Romanisches Hauses eingeladen.

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