museumspaedagogikAugust 2012 - ferienprogramm für Kinder

Zu Gast bei Urmel und seinen Freunden

Das Stadtmuseum Naumburg lädt zu einem bunten Sommer(ferien)programm ein

Ihr wollt Urmel, Schusch, Professor Habakuk Tibatong näher kennenlernen und mehr über ihren Erfinder, den Kinderbuchautor Max Kruse erfahren? Dann laden wir euch herzlich zu einem circa zweistündigen Programm in die Kunsthalle nach Bad Kösen ein. Begleitend zu der Ausstellung „Urmel, Wutz und Tintenklecks – Max Kruse zum 90. Geburtstag“ hat das Stadtmuseum Naumburg ein museumspädagogisches Ferienangebot vorbereitet, das sich an alle interessierten Kindergarten- und Grundschulkinder richtet.

Zusammen wollen wir in der Ausstellung den Kinderbuchautor und seine phantasievollen Geschöpfe kennenlernen, um anschließend angeregt durch einen kurzen Lesebeitrag, eigene Geschichten zu erfinden. Abgerundet wird unser Erfinderreichtum mit einer „tierischen“ Bastelstrecke, bei der einige von Max Kruses Figuren gestaltet und mit nach Hause genommen werden können.

Plakat Max Kruse zum 90. Geburtstag

17. Juni bis 30 September - Museum Romanisches Haus Bad Kösen

Urmel, Wutz und Tintenklecks - Max Kruse zum 90. Geburtstag

Mit einer schier unübersehbaren Anzahl von Publikationen ist Max Kruse einer der erfolgreichsten deutschen Kinderbuchautoren der zurückliegenden 60 Jahre. "Urmel aus dem Eis" und "Der Löwe ist los" sind nur zwei seiner bekannteren Werke, die zumindest in der Fassung der "Augsburger Puppenkiste" zum Erinnerungsschatz aller gehören, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Kind waren oder mit Kindern zu tun hatten. Anlässlich seines 90. Geburtstages zeigen wir im Romanischen Haus in Kruses Geburtsort Bad Kösen eine Ausstellung zu Leben und Werk Max Kruses, dem als Sohn der Puppengestalterin Käthe Kruse und des seinerzeit hochberühmten Bildhauers Max Kruse das künstlerische Talent quasi in die Wiege gelegt wurde. Gezeigt werden neben persönlichen Dokumenten, Buchillustrationen verschiedener Künstler, Marionetten und natürlich eine Vielzahl von Büchern. Selbstverständlich ist die Ausstellung so gestaltet, dass für alle Altersgruppe, ganz besonders aber auch für Kinder, etwas geboten wird.

Ein museumspädagogisches Angebot richtet sich an Kindergruppen, speziell Kindergarten- und Hortkinder.

Facelift für das Romanische Haus (Teil 1)

romanisches-haus-2012-10Seit einem guten halben Jahrhundert (!) hatte sich an der Dauerausstellung des Romanischen Hauses in Bad Kösen nichts geändert. Sie präsentierte sich weitgehend unverändert so, wie sie von Jochen Gericke, dem ehemaligen Leiter des Museums, eingerichtet war: weitgehend sachlich, für DDR-Verhältnisse eher ideologiearm. Dennoch wurde der Besucher mit einer Tafel über die "Klassenstruktur des 13. Jahrhunderts" begrüßt, durfte sich das obligatorische Bauernkriegsensemble zu Gemüte führen und sich über die "deutsch-russische Waffenbrüderschaft" freuen. Das alles war - wie sollte es anders sein - auf natürlichem Wege patiniert, Tafeln und Vitrinen marode. Seit (mindestens) zwanzig Jahren wartete das Museum auf eine größere Summe, die für eine Generalüberholung notwendig wäre, die aber bisher nicht kam und deren Kommen in der näheren Zukunft ungewiss (aber doch erhofft) ist.

Wir haben uns nun entschlossen, nicht weiter zu warten und zur Tat zu schreiten. Nachdem wir im letzten Jahr bereits das Obergeschoss geräumt haben (um dort ein provisorisches Magazin einzurichten, was nicht alle Museumsfreunde nachvollziehen wollten), musste nun zum Jahreswechsel auch die Ausstellung im Erdgeschoss weichen: sie wurde komplett entfernt. Für eine Übergangszeit wird in den nächsten Wochen eine provisorische Dauerausstellung eingerichtet, die den ausgestellten Objekten einen etwas zeitgemäßeren Rahmen bieten wird. Zwar stehen für diese Interimslösung keine zusätzlichen Mittel zur Verfügung, doch konnten wir einen Teil der für die Landesausstellung "Der Naumburger Meister" hergestellten Vitrinen für das Bad Kösener Museum sichern, so dass auf jeden Fall eine deutliche Verbesserung der Präsentation erwartet werden darf. Allen Freunden des Bad Kösener Museums (und denen, die es noch werden wollen) kann nur empfohlen werden: schauen Sie im Frühjahr mal wieder herein und lassen Sie sich überraschen...

(Fortsetzung folgt)

25. März bis 10. Juni 2012

Im Rhythmus der Jahreszeiten

Fotos von Christian Kupfer

kupfer-plakat-400Kaum ein Naumburg-Buch der letzten vier Jahrzehnte, in dem sich nicht das eine oder andere Bild von Christian Kupfer findet. Nun hat der Diplom-Fotograf eine Auswahl von Ausnahmen der letzten Jahre zusammengestellt, die er unter dem Titel "im Rhythmus der Jahreszeiten" in der Kunsthalle Bad Kösen zeigt. Es sind Aufnahmen, die in der mehr beiläufigen, unbefangenen Begegnung mit der sich unentwegt wandelnden Natur entstanden sind, ganz ohne übertriebenen Gestaltungswillen oder technische Rafinessen.

19. Oktober 2011 – 19. Januar 2012 im Romanischen Haus Bad Kösen.

abgestempelt – juden­feind­li­che Post­kar­ten.

abgestempelt-plakat-rh1-400Diese Ausstellung, die 1999 vom Jüdischen Museum und dem Museum für Kommunikation, beide in Frankfurt am Main, als Wechselausstellung erarbeitet und von der Bundeszentrale für politische Bildung in einer komprimierten Fassung Wanderung geschickt worden ist, untersucht die machtvolle Wirkung von Karikatur.
Der Titel "Abgestempelt" fasst das Phänomen "Vorurteil" unter einen sehr zutreffenden Begriff zusammen, der zugleich die Willkür ausdrückt, mit der die gängigen Klischees der jüdischen Bevölkerung übergestülpt wurden.
Wie wirkt antisemitische Bildpublizistik als Element des Alltagsantisemitismus?

Die Ausstellung analysiert die verschiedenen Phasen und Deutungsmuster, die über dieses populäre Medium verbreitet wurden. Sie gliedert sich in fünf Abschnitte:

(1) Einleitung:
Entwicklung der Bildpostkarte

(2) Antisemitismus in der Kaiserzeit:
Wovor haben Antisemiten Angst?
Worüber lachen Antisemiten?
Was wünschen sich Antisemiten?

(3) Wenn aus Antisemitismus politische Hetze wird ...
Antisemitismus in der Weimarer Republik

(4) Wenn der Antisemitismus an die Macht kommt ...
Antisemitismus in der NS-Zeit

(5) Der Schlussteil zeigt gegenwärtige Beispiele eines ebenso bewussten wie verantwortungsvollen Spiels mit Stereotypen und Klischees. Zur Verdeutlichung dieses Aspekts gibt es dort eine Tafel mit einer Tabelle mit "Stammtischansichten" der Europäer übereinander, zwei Comics (Asterix, Tim und Struppi), in denen Stereotype zu finden sind, ein paar Markenprodukte, die Stereotype aufzeigen (könnten), sowie die Kunstinstallation "Feinkost Adam", die die Unkenntnis des Umgangs mit dem jüdischen Leben aufgreift und mit Vorurteilen konfrontiert.

Auf die Frage, ob es nicht gefährlich sei, diese Bilder wieder in Erinnerung zu rufen, antwortete Fritz Backhaus, der stellvertretende Direktor des Jüdischen Museums in Frankfurt: "Antisemitismus ist eine Vorstellungswelt, die nicht einfach verschwindet, sie ist unterschwellig vorhanden." Er ist überzeugt: "Wir müssen dieses Material analysieren, um zu wissen, wie diese Bilder ihre Wirkung entfalten."

Ein besonderer Dank gilt Wolfgang Haney, der als Halbjude selbst den Repressalien der Nationalsozialisten ausgesetzt war. Er hat im Laufe seines Lebens mehr als 1 000 Postkarten aus den Jahren 1890 bis 1933 zusammengetragen und damit den Grundstein für diese Ausstellung gelegt. Es entstand eine Ausstellung, die den Blick für rassistische Vorurteile und judenfeindliche Stereotypen schärfen soll. Ihre Relevanz zur Demaskierung des Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart ist nach wie vor ungebrochen.

 

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