Ab 5. Oktober 2013: Ausstellung im Romanischen Haus Bad Kösen.

Kindheit ist ein Kinderspiel. Über Lust und Last der frühen Jahre.

stadtmuseum-naumburg-plakat-kindheit-2013.jpgIst Kindheit wirklich ein Kinderspiel? Unsere Ausstellung im Museum Romanisches Haus beschäftigt sich mit dieser Frage. Allzu leicht wird im sentimentalen Rückblick vergessen, dass die Kindheit eines Jeden durchaus auch ihre schwierigen Momente hatte. Allzu leicht vergisst man auch, dass "Kindheit" kein zeitloses Naturphänomen ist, sondern eine historische Erscheinung, die von ganz bestimmten sozialen Konstellationen definiert wird. Die Ausstellung versucht eine Annäherung an die Fragen, die sich unweigerlich auftun, wenn man sich mit Kindheitsgeschichte beschäftigt. Zahlreiche Ausstellungsstücke veranschaulichen die Komplexität des Themas und sollen dem Besucher helfen, zu eigenen Fragen und Antworten zu kommen.

Die Ausstellung - ein small-budget-Projekt - ist als erste, vorsichtige Annäherung an das Thema gedacht, das unsere umfangreiche Ausstellung von Käthe-Kruse-Puppen ergänzen und abrunden soll. Sie wird mit der Zeit anwachsen, sowohl was die Anzahl der Ausstellungsstücke angeht als auch was ihre thematische Bandbreite betrifft und mittelfristig mit der Käthe-Kruse-Ausstellung verschmelzen. Das Konzept von Kindheit an der Schwelle zum Zeitalter der Moderne - für dessen offene Fragen Käthe Kruses Wirken symtomatisch steht - wird dann einen der thematischen Schwerpunkte der Ausstellung bilden.

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Vortrag: Romanisches Haus, Bad Kösen, 26. Juli 2013, 18:30 Uhr.

Andreas Neumann-Nochten: "Witz, Karikatur, Parodie - so eine Art Begriffsbestimmung".

Karikatur Andreas Neumann-Nochten- Im Rahmen der Sonderausstellung „Unterm Strich. Karikatur und Zensur in der DDR“ spricht Andreas Neumann-Nochten in einem Erfahrungsbericht über seine Tätigkeit als Karikaturist, die er während seines Theologiestudiums in Naumburg Anfang der 1980er Jahre begann. Seit 1992 freischaffender Karikaturist, Maler und Werbegrafiker, karikiert er in seinen „Klerikaturen“ Themen aus Kirche und Religion, er persifliert Werke berühmter Maler oder parodiert Begebenheiten aus Politik und Gesellschaft. In seinem Vortrag „Witz, Karikatur, Parodie – so eine Art Begriffsbestimmung“ schildert Neumann-Nochten was das eigentliche Handwerk eines Karikaturisten auszeichnet und wie er persönlich damit umgeht. Zurückblickend auf seine „Wendekarikaturen“, die als Dokumente im kulturpolitischen Geschehen der Wiedervereinigung Anfang 1990 entstanden sind, wird mit Hilfe seiner eigenen Eindrücke aus der damaligen Zeit der Bogen zu der Sonderausstellung gespannt.

Erinnerungen gesucht!

Für ein Ausstellungsprojekt bittet das Stadtmuseum Naumburg um Mithilfe

Studenten in der Käthe-Kruse-AusstellungStudenten holen sich Anregungen in der Käthe-Kruse-AusstellungIhr Kuschelbär aus Kindertagen wird noch immer geliebt, auf Ihrem Dachboden schlummert Ihre erste Spielzeugeisenbahn im Dornröschenschlaf, Fahrrad, Rollschuhe, Schlitten und Schaukelpferd wurden im Keller abgestellt und beinah vergessen? Es sind genau diese Erinnerungsstücke, die das Stadtmuseum Naumburg für ein Ausstellungs-projekt sucht und alle Interessierte um Mithilfe bittet.
Im kommenden Herbst soll in Zusammenarbeit mit Studenten des Instituts für Volkskunde/Kulturgeschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena eine Ausstellung im Romanischen Haus Bad Kösen entstehen, die sich dem Thema „Kindheit – Spielzeug – Erinnerung“ widmet und den Wandel der Kindheit fokussiert. Im Zentrum stehen persönliche Erinnerungen an die eigene Kindheit. Ausgehend der Fragestellung, wie sich Kindheit in der Erinnerung materialisiert und wie sie sich museal darstellen lässt, sollen Spielzeuge als Erinnerungsobjekt und –träger in den Mittelpunkt gestellt werden.
Aus diesem Grund ist das Stadtmuseum auf der Suche nach Personen, die uns an ihren individuellen Kindheitserinnerungen teilhaben lassen und uns Ihre Lieblingsstücke, gern auch in Verbindung mit Fotografien, leihweise zur Verfügung stellen.
Anknüpfend an die genau vor zehn Jahren gezeigte Sonderausstellung „Kindheit und Jugend in Naumburg“, die den Auftakt für das Mitmach-Projekt „Naumburg.Erinnern“ bildete, möchten wir erneut Lebenserinnerungen sammeln, ausstellen und für die nachfolgenden Generationen archivieren. Egal ob Sie Ihre Kindheit in den 1930er, 1950er oder 1980er Jahren in Naumburg und Umgebung verbracht haben, jeder Erinnerungsbeitrag hilft uns dabei, ein Stückchen Zeit- und Stadtgeschichte zu bewahren.

Bei Interesse bitte melden im Stadtmuseum / Tel.: 03445-703503 / Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

20. Juni 2013: Vortrag im Romanischen Haus Bad Kösen

Karikatur und Zensur in der DDR

unterm-strich-plakat-400Karikaturen standen in der DDR stets unter besonderer Beobachtung: von Seiten der Machthaber, die keine Kritik duldeten, aber auch von Seiten der Bevölkerung, die nach genau dieser unterdrückten Kritik suchte. Die SED hätte am liebsten nur Propagandazeichnungen gesehen, welche „Kapitalisten, Imperialisten und Faschisten“ im Westen angriffen oder so genannten Erfolge des „Sozialismus“ feierten. Doch das Regime machte die Rechnung ohne das Volk. Die Menschen erlebten täglich am eigenen Leib den Kontrast zwischen Anspruch und Wirklichkeit im „real vegetierenden Sozialismus“. Karikaturisten der DDR haben daher auch versucht, die Probleme im eigenen Land aufs Korn zu nehmen und manchmal gelang es ihnen auf erstaunlich offene Weise. Darüber und über vieles mehr wird am Donnerstag, dem 20. Juni Dr. Daniel Kosthorst vom Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig in seinem Vortrag “Karikatur und Zensur in der DDR” berichten. Der Vortrag wird um 18:30 Uhr im Romanischen Haus Bad Kösen stattfinden und wir hoffen auf regen Zuspruch des Publikums.

28. April bis 11. August 2013 - Romanisches Haus Bad Kösen.

Unterm Strich – Karikatur und Zensur in der DDR.

unterm-strich-plakat-400Plakat: Unterm Strich - Karikatur und Zensur in der DDR

- Karikaturen sind „optisches Juckpulver“: Sie reizen, stacheln auf, bringen zum Lachen. Stets spiegeln sie die Zeit ihres Entstehens. Die Wanderausstellung zeigt die Spielräume und Grenzen der Karikatur in der DDR. Sie ermöglicht tiefe Einblicke in Wesen und Wirklichkeit der SED-Diktatur.
„Eine gute Pointe muss eben sitzen!“ Diese Faustregel jeder Satire hatte in der DDR einen Hintersinn, den der Berliner Zeichner Manfred Bofinger 1970 in einer Karikatur
unverblümt offenbarte: Er legte den Satz einem Sträfling in den Mund und spielte so darauf an, dass die wirklich treffenden Pointen in der SED- Diktatur nicht erlaubt waren – kein Wunder, dass auch die Zeichnung selbst unveröffentlicht blieb. Gleichwohl fanden Karikaturen gerade in der DDR ein großes Publikum. Ausstellungen zogen in den 1980er Jahren sogar Zehntausende Besucher an, weil sie zum Thema machten, was die staatlich gelenkten Medien verschwiegen.
Mit typischen Propagandazeichnungen zeigt die Ausstellung das stereotype Weltbild der SED. Zahlreiche Beispiele beanstandeter oder verbotener Karikaturen veranschaulichen die Grenzen des Erlaubten und dokumentieren die Willkür der Zensur. „Schubladenarbeiten“, die nicht veröffentlicht werden konnten, verweisen auf die allgegenwärtige „Schere im Kopf“. Im Herbst 1989 bricht sich der Unmut Bahn. Nach dem Ende des SED-Regimes zeichnen viele Künstler aktuelle Karikaturen. Kritisch kommentieren sie den Ruf nach der deutschen Einheit, skeptisch begleiten sie den Prozess der Vereinigung im Jahr 1990. Die Ausstellung präsentiert Karikaturen aus Privatbesitz, Museen und Archiven, eingebettet in den historischen Kontext. Zahlreiche Fotos, Dokumente und audio-visuelle Medien machen die Rahmenbedingungen der Entstehung gezeichneter Satire anschaulich. Der Rückblick auf die Karikaturen bietet einen unterhaltsamen Gang durch die Geschichte der DDR. Wer die DDR erlebt hat, wird vieles wiedererkennen, wer nicht, kann vieles besser verstehen. Schmunzelnd Geschichte erleben!


Ausstellungsbegleitender Vortrag:

Am 20. Juni um 18:30 Uhr referiert der wissenschaftliche Mitarbeiter der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland/Zeitgeschichtliches Forum Leipzig Dr. Daniel Kosthorst in seinem Vortrag „Karikatur und Zensur in der DDR“ über das Ausstellungsthema.

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