Tätigkeitsbericht für das Jahr 2010

MITGLIEDER

Der Museumsverein Naumburg hatte im Jahr 2010 neun ordentliche Mitglieder, vierzehn ermäßigte Mitglieder und fünf Fördermitglieder, also insgesamt 28 Mitglieder.

 

KULTURNACHT "PROBIEREN STATT STUDIEREN"

Wie bereits in den vergangenen vier Jahren organisierte der Museumsverein auch im Jahr 2010 in Zusammenarbeit mit der Stadt Naumburg und weiteren kulturellen Vereinen die Naumburger Kulturnacht, die sich bereits als fester Bestandteil im kulturellen Jahr der Stadt Naumburg etabliert hat. Für die Durchführung der am 18. September veranstalteten Kulturnacht standen dem Museumsverein lediglich Eigenmittel zu Verfügung. Eine finanzielle Unterstützung seitens der Stadt oder des Burgenlandkreises war in diesem Jahr nicht gegeben, so dass wir bei der Organisation der einzelnen Veranstaltungen sparsam kalkulieren mussten. Dennoch ist es uns gelungen, ein abwechslungsreiches, spannendes und interessantes Programm zu kreieren. Neu im Programm waren - neben dem Wenzelsturm, dem Marientor, der Stadtbibliothek, der Kinder- und Jugendbibliothek, der Rentsch-Gedenkstätte und dem Straßenbahndepot - das Romanische Haus Bad Kösen, das Stadtarchiv, das Apothekenmuseum am Markt und die Töpferwerkstatt von Eva-Maria Pintz. Das Stadtmuseum Hohe Lilie und das Nietzsche-Haus konnten aufgrund von Baumaßnahmen nicht einbezogen werden. Da unser diesjähriges Motto der Kulturnacht „Probieren statt Studieren“ auch Familien und Kinder ansprechen sollte, haben wir die Kulturnacht zeitlich etwas vorverlegt. Von 19.00 bis 23.00 Uhr konnten sich unsere kleinen und großen Besucher kulinarisch, musikalisch, sportlich, handwerklich und experimentell ausprobieren. Zahlreiche unsere Mitveranstalter waren vor Ort ansässige Unternehmen wie die Kaffeerösterei Moness, die Konditorei Block, der Biohof Voigt, der Weinkeller Wölk und viele mehr, welche ihre köstlichen Waren in den unterschiedlichen Einrichtungen angeboten hatten. Dankbar sind wir vor allem denjenigen Personen, die sich ohne ein Honorar zu verlangen, in dieser Nacht mit Ihrem Stand präsentiert haben wie z.B. der Pomologin Iris Hölzer, dem Bildhauer Stefan Hutter, der Korbflechterin Helga Graneis, der Museumspädagogin Sylke Müller und und und. Ohne Sie und ohne die personelle Unterstützung seitens des Museumsvereins wäre diese Kulturnacht nicht möglich gewesen. Größere Zwischenfälle gab es in diesem Jahr keine. Wie in den vergangenen Jahren war der Eintritt in fast alle Einrichtungen frei, lediglich Herr Prof. Dr. Marek Bobéth nahm für seine Ausstellungseröffnung  „Prometheus – Panik im Olymp“ Eintritt in Höhe von 6 Euro. Bis auf das etwas abseits gelegene Romanische Haus in Bad Kösen, in welchem an diesem Tag überdies die Sonderausstellung „Jürgen Pretzsch und Matthias Schöneburg - Grafiken, Zeichnungen und Malerei“ eröffnet worden ist, waren sämtliche Veranstaltungsorte durchgängig gut besucht. Zu Stoßzeiten befanden sich teilweise circa 100 Besucher in einer Einrichtung. Am Apothekenmuseum standen die Besucher regelrecht Schlange, um einen Blick in die historischen Räume der ältesten Apotheke Naumburgs zu werfen. Insgesamt waren circa 700 Besucher in unseren Einrichtungen unterwegs, in diesem Jahr mehrheitlich Naumburger Bürger.

Ein herzliches Dankschön an dieser Stelle an alle, die in der Kulturnacht die Auf­sicht in den Häusern übernommen haben.

 

PUBLIKATIONEN

Für den Druck des 4. Bandes zur Naumburger Stadt­geschichte „Kurze Nachricht über die Merkwürdigkeiten der Domkirche“ von Johann Karl Schoch erhielt der Museumsverein von der Stiftung In Memoriam Hans und Hildegard Altenburg eine zweckgebundene Spende in Höhe von 3.000 Euro. Bei dieser Schrift handelt es sich um eine Beschreibung des Domes aus dem Jahre 1773. Johann Karl Schoch war zu dieser Zeit Küster am Dom zu Naumburg. Der Druck der durch Herrn Dr. Karl-Heinz Wünsch und Herrn Dr. Siegfried Wagner übertragenen Schrift steht unmittelbar bevor, pünktlich zur bevorstehenden Landesausstellung.

 

RESTAURIERUNG

Für die Restaurierung der aus dem Nachlass Klingers stammenden Graphiken konnten in diesem Jahr weitere Objektpaten hinzugewonnen werden. Von den insgesamt knapp 200 Klinger Grafiken sind bisher circa 20 restauriert worden. Noch nicht allzu viel, aber ein Anfang ist gemacht.

 

RADIERWORKSHOP

Die Teilnehmeranzahl an den monatlich in den Sommermonaten stattgefundenen Radierworkshops in Max Klingers Radierstübchen hat in diesem Jahr ein wenig zugenommen, von 14 Teilnehmern im Jahr 2009 auf 17 Teilnehmern im Jahr 2010. Wir hoffen, dass das Radierstübchen in den kommenden Jahren an Akzeptanz und die Druckworkshops an Resonanz weiter zunehmen werden.

 

VORTRÄGE

Der Museumsverein Naumburg e.V. organisierte in diesem Jahr keine Vorträge im Stadtarchiv Naumburg. Themenvorschläge für Vorträge werden jederzeit entgegengenommen. Anlässlich des 90. Todestages Max Klingers und des 200. Geburtstages Carl Richard Lepsius’ fanden dennoch Vortragsreihen statt, die durch das Stadtmuseum Naumburg initiiert worden waren.

 

VERANSTALTUNGEN/ EXKURSIONEN

Durch die Eingemeindung Bad Kösens nach Naumburg gehört seit Anfang letzten Jahres das Romanische Haus mit seiner Käthe-Kruse Puppensammlung zum Stadtmuseum Naumburg und damit auch die dort angestellten Mitarbeiterinnen Frau Kristin Gerth und Frau Bamberg. Rund 12 Mitglieder und Freunde des Museumsvereins lernten am 9. April in einer Führung durch Frau Gerth das Romanische Haus Bad Kösen  mit seiner Käthe-Kruse-Puppenausstellung kennen. Anschließend haben wir den Nachmittag im Café Schoppe gemütlich ausklingen lassen.

 Am 23. Juli fand zum dritten Mal das Sommerfest des Museumsvereins im Garten der Museumsverwaltung in der Grochlitzer Straße statt. Eine Zusammenkunft mit interessanten Gesprächen über die Arbeit des Museumsvereins und die weiteren geplanten Unternehmungen. Der Museumsverein Naumburg unternahm zwei Exkursionen in die nähere Umgebung. Die anfangs geplanten Ausflüge ins Schillerhaus Rudolstadt und ins Angermuseum Erfurt haben aufgrund von organisatorischen Gründen nicht stattgefunden. Ziel der ersten Exkursion war am 24. September die Kroppentalmühle bei Schönburg. Der Ausflug wurde initiiert und geplant von unserem Vereinsmitglied Max Rademacher. Der Müllermeister Herr Reinhard Röhrborn übernahm die Führung durch die Mühle, im Anschluss daran gab es gegen eine kleine Spende reichlich Kuchen und Kaffee. Ein gelungener Ausflug in einem in Vergessenheit geratenen technischen Denkmal.

Insgesamt acht Teilnehmer starteten am 17. Oktober in das Kunsthaus Avantgarde, wo die Sonderausstellung „Max Klinger - Von der herben Zartheit schöner Formen“ zu sehen war. Auf zwei Etagen verteilt zeigte das Kunsthaus Avantgarde eine große, bunte Auswahl an unterschiedlichsten Grafiken, Gemälden und Plastiken Max Klingers. Nach dem Besuch der Sonderausstellung ließen wir es uns nicht nehmen einen Blick in das oberhalb gelegene DDR-Museum hineinzuwerfen. Diskussionen zu Sinn und Zweck von DDR-Museen bestimmten den Ausstellungsrundgang. Im Anschluss daran nahmen einige Museumsvereinsmitglieder in einer nahe gelegenen Gaststätte  das Mittagessen ein. Insgesamt eine gelungene Veranstaltung bei herrlichem Herbstwetter.

 

Die Aktualisierung des Internetauftritts des Vereins, welcher auf der Homepage des Museums unter  www.mv-naumburg.de zu finden ist, steht noch aus. Demnächst wird dort der Tätigkeitsbericht 2010 zu lesen sein. Auf der Homepage kann man weiterhin die Satzung und den Mitgliedsantrag abrufen und sich über vergan­gene und gegenwärtige Projekte des Vereines informieren.