Jahresbericht 2005

Mitglieder

Der Museumsverein Naumburg hatte im Jahr 2005 elf ordentliche Mitglieder, zehn ermäßigte Mitglieder und zwei Fördermitglieder, also insgesamt 23 Mitglieder.

Aktivitäten des Vereins

Ankauf: Am 30. Mai 2005 kam das Kuratorium der Stiftung des Burgenlandkreises für Kultur und Sport zusammen und entschied über die bis zum 30. April 2005 eingereichten Förderanträge. Der Museumsverein Naumburg e. V. bekam des Zuschlag einer Förderung für sein Projekt des Ankaufs des Radierzyklus “Das Zelt” des Künstlers Max Klinger.

Max Klinger, einer der bedeutendsten deutschen Künstler seiner Zeit, verbrachte, bezaubert von der Schönheit der Landschaft am Saale-Unstrut-Zusammenfluss, seine schönsten Jahre in seinem Haus in Großjena bei Naumburg und fand hier auch seine letzte Ruhestätte.

Das Max-Klinger-Haus ist die einzige authentische Wohnstätte des Radierers, Bildhauers und Malers Max Klinger, die sich bis heute erhalten hat. Vorraussichtlich ab Mai 2006 wird das sanierte Max-Klinger-Haus in Großjena als Einrichtung des Stadtmuseums Naumburg wieder der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Neben zahlreichen Zeichnungen und Gemälden schuf Max Klinger in seinem Haus auf dem Großjenaer Weinberg eine erstaunliche Anzahl von Radierungen. Darunter den Radierzyklus “Das Zelt”, eine Folge von 46 Blättern, an dem er von 1913 bis 1915 arbeitete. Mit der geringen Auflage von nur 100 gedruckten Exemplaren gehört dieser Zyklus zugleich zu den seltensten und zu den gefragtesten grafischen Werken Klingers - handelt es sich dabei doch um eines der wichtigsten Alterswerke des Künstlers.

Der Ankauf des für diesen Standort so außerordentlich wichtigen Kunstwerkes wurde von der Stiftung der Sparkasse des Burgenlandkreises mit einem Betrag in Höhe von 4.000,00 EUR unterstützt. Die Dr.-Walter-Broche-Stiftung stellte 3.500,00 EUR für den Ankauf zur Verfügung, die von Oberbürgermeister Hilmar Preißer überreicht wurden. Aus Eigenmitteln des Vereins stammen weitere 250 EUR.
Der Museumsverein Naumburg e. V. hat den Radierzyklus in die Obhut des Stadtmuseums Naumburg übergeben. In der Dauerausstellung des Max-Klinger-Hauses wird der Radierzyklus als Dauerleihgabe des Vereins den Platz des zentralen Ausstellungsstückes einnehmen.
Der Museumsverein Naumburg e. V. dankt allen Sponsoren für die Hilfe!

Publikation

Aktuell: Der neue Band der Schriftenreihe des Museumsvereins zur Stadtgeschichte ist erschienen.

Gottfried Staffel, Justinianus Wolff, Justinus Heinrich Wolff:
Notabilia. Naumburger Denkwürdigkeiten aus dem 17. Jahrhundert. Erweitert durch das Diarium des Johann Georg Maul.
ISBN 3–9809067–2–8
Übertragen und mit Anmerkungen versehen von Siegfried Wagner und Karl-Heinz Wünsch. Herausgegeben vom Museumsverein Naumburg
208 Seiten, 2005.

Die ersten beiden Jahrzehnte des 17. Jahrhunderts bringen für die alte Handelsstadt Naumburg das Ende einer langen Blütezeit, an die noch heute die imposanten Bauwerke der Stadt, die Wenzelskirche, das Rathaus und die stolzen Bürgerhäuser der Renaissance erinnern.
Der zunehmende Verlust bürgerlicher Selbstverwaltung in der Zeit des erstarkenden Absolutismus und die unmittelbaren wie die mittelbaren Folgen des Dreißigjährigen Krieges führen dazu, dass die Stadt im Laufe des Jahrhunderts in Ihrer wirtschaftlichen, sozialen und demographischen Entwicklung so weit zurückfällt, dass sie sich davon lange Zeit nicht mehr erholen kann.
Die in diesem Band zusammengestellten Aufzeichnungen von vier Naumburger Bürgern aus den Jahren 1608–23, 1631–45, 1680–83 und 1695 bis 1702 entwerfen ein eindrucksvolles Panorama dieser Zeit. Sie versammeln Nachrichtern über Geburt und Tod, Wetterlaunen und Kriminalfälle, Kommu-nalpolitik und Kriegsgeschehen, Glaube und Aber-glauben in knapper Form, so dass die alltäglichen Sorgen der Stadtbewohner ebenso plastisch aufleben wie die über das Land hinwegfegenden Ereignisse der so genannten großen Geschichte.

Naumburg 2005, ca. 200 Seiten, 15,00 Euro
Der Bezugspreis für Vereinsmitglieder beträgt 7,50 Euro

Diese Publikation kann über den Museumsverein oder über das Stadtmuseum Naumburg bezogen werden.

Vortrag und Exkursion zur Bronzezeit

Seit 2002 die "Himmelsscheibe von Nebra" sichergestellt wurde, ist sie in den Medien aktuell. Inzwischen ist die Himmelsscheibe weit über Sachsen-Anhalt hinaus bekannt. Die Bedeutung des Fundes, seine Fertigung und Nutzung wird aber immer noch diskutiert. Der Schatz von Nebra wurde nun im Rahmen einer Landesausstellung bis zum 22. Mai 2005 in Halle präsentiert.

Als Einführung zu einem gemeinsamen Besuch der Ausstellung "Der geschmiedete Himmel" im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle hielt am Freitag, den 4. Februar 2005 um 19 Uhr der Magdeburger Archäologe Harald Kanter einen Vortrag zum Thema "Die Bronzezeit Europas als historische Epoche".

Am darauf folgenden Tag am Sonnabend, den 5. Februar 2005 gab es die Möglichkeit für alle Interessierten gemeinsam nach Halle zu fahren, um die Ausstellung zu besuchen.

Kinderführungen im Stadtmuseum

In der Ausstellung "3 x täglich! Apothekengeschichte(n)" lernten die Kinder die Wirkstoffe von Heilpflanzen, ihre Anwendungsmöglichkeiten und die Verarbeitung der jeweiligen Pflanzen kennen. Einzelne Heilkräuter wurden vorgestellt und konnten an "Riechstationen" auch sinnlich erfahren werden. Vom Anbau der Heilpflanzen bis zur fertigen Arznei führten die weiteren Stationen des Rundgangs. Ein Kurzfilm informierte über die Kultivierung der Heilkräuter. Anschließend wurde in der Ausstellung deren Verarbeitung durch den Apotheker, von der Arzneidroge bis zum fertigen Tee, gezeigt. Dabei konnten Traubenzucker-Tabletten an einem Arbeitsgerät des Apothekers, der Tablettenpresse, selbst hergestellt werden. Eine "Teeverkostung" unter Verwendung der bereits vorgestellten Heilpflanzen bildete den Abschluss der Kinderführung.

Sonstiges

Der Verein ist noch jung - wir haben gerade erst mit der Planung begonnen. Wenn Sie Vorschläge haben, wenn Sie sich für ein bestimmtes Thema interessieren oder selbst einen Beitrag leisten wollen - bitte lassen Sie es uns wissen.