Tätigkeitsbericht 2004

Gründung des Museumsvereins Naumburg e. V.

Am 09.12.2003 um 17 Uhr fand im Stadtarchiv die Gründungsversammlung des Museumsvereins Naumburg statt. Der Verein hat es sich in Zeiten knapper Kassen zur Aufgabe gemacht, konkrete Projekte des Stadtmuseums im Bereich der Stadt- und Regionalgeschichte zu unterstützen und zu fördern. Doch nicht nur Geld soll gesammelt werden, auch aktive Mitarbeit ist gefragt. So sollen Ausstellungen des Museums durch die Organisation begleitender Aktionen, durch Vorträge und Exkursionen den Bürgern und Besuchern der Stadt näher gebracht werden. Darüber hinaus werden Publikationen zur Stadtgeschichte unterstützt. Wer Spaß daran hat, das Interesse für die Geschichte Naumburgs bei anderen Menschen zu wecken und dem Stadtmuseum helfen möchte, ist bei uns genau richtig.

Mitglieder

Der Museumsverein Naumburg hatte im Jahr 2004 zwölf ordentliche Mitglieder, sechs ermäßigte Mitglieder und ein Fördermitglied, also insgesamt 19 Mitglieder.

Aktivitäten des Vereins

Das erste Projekt des Museumsvereins Naumburg e. V. im Jahr 2004 war die Erschließung einer wichtigen Quelle zur Naumburger Stadtgeschichte, nämlich die Herausgabe der “Mannschen Chronik”. Die Übertragung der Handschrift übernahm ehrenamtlich Herr Dr. Karl-Heinz Wünsch, für den Druck stand eine zweckgebundene Spende der Stiftung In Memoriam Hans und Hildegard Altenburg zur Verfügung. Die Vorstellung des Buches “Johann Karl Gottlieb Mann. Chronik der Stadt Naumburg auf die Jahre 1800 bis 1814" fand am 26. Mai 2004 statt und erfreute sich einer großen Resonanz. Die ersten Exemplare wurden bereits verkauft.

Mit Hilfe des Vereins wurde außerdem ein neuer Raum für die Kunst in Naumburg geschaffen. Nach einer Entrümpelungsaktion und einem neuen Farbanstrich stehen nun die Räume in der ersten Etage des Wenzelsturmes für Kunstausstellungen zur Verfügung. Die erste Ausstellung mit der Unterstützung des Museumsvereins konnte am 28. Mai 2004 durch den Oberbürgermeister Hilmar Preißer eröffnet werden. Die Künstler Hartwig Ammann und Bernd Fenk stellten dort eine Auswahl ihrer Werke vor, die sich mit den Themen Architektur und Natur auseinander setzen. Die Ausstellung die bis zum 31. Juli 2004 gezeigt wurde, hatte 864 Besucher und wurde sehr positiv aufgenommen.

Weiterhin stellte der Verein für die Durchführung des Kinderkirschfestes im Museum am Freitag, den 25. Juni 2004 finanzielle Mittel für Bastelmaterialien zur Verfügung. Anlässlich der Sonderausstellung “Lichtspiele – Die Naumburger Kinos und der Filmspiegel” wurden mit den Kindern an diesem Tag Illusionsobjekte aus Omas Zeiten nachgebaut. Dabei arbeitete der Verein mit dem Naumburger Theater- und Kinofreunde e. V. zusammen, der für diesen Tag einen Kinderfilm zur Verfügung stellte. An der Veranstaltung nahmen 51 Kinder teil. Aufgrund der guten Resonanz und den zur Verfügung stehenden Bastelmaterialien konnte diese museumspädagogische Aktion in den Winterferien weitergeführt werden. Hier besuchten noch einmal 192 Kinder aus den umliegenden Horten das Museum und bastelten nach einer spielerischen Führung durch das Museum ein Daumenkino, ein Lebensrad oder eine Wundertrommel.

Im ersten Jahr des Bestehens gestaltete der Verein auch seinen Internetauftritt, der auf der Homepage des Museums unter www.museumnaumburg.de zu finden ist. Dort können die Satzung und der Mitgliedsantrag abgerufen werden und man kann sich über Projekte des Vereines informieren. Als eine weitere Maßnahme der Mitgliederwerbung wurde ein Informationsblatt zum Museumsverein gestaltet und dem Weihnachtsbrief des Oberbürgermeisters beigelegt. Außerdem fand im Berichtszeitraum ein Mitgliedertreffen zum Kennenlernen statt, bei dem erste Vorschläge für eine Vereinsarbeit diskutiert wurden.

Kinderkirschfest im Stadtmuseum

Zum Kinderkirschfest am Freitag, den 25. Juni 2004 kann im Stadtmuseum "Hohe Lilie" am Markt Kinoluft geschnuppert werden. Alte Vorführtechnik gibt es zu bestaunen und im Kino der Sonderausstellung "Lichtspiele-Die Naumburger Kinos und der Filmspiegel" wird ein Kinderfilm gezeigt. Mit Unterstützung des Museumsvereins Naumburg e. V. werden verschiedene Illusionsobjekte aus Omas Zeiten nachgebaut. Neben dem beliebten "Daumenkino" kann ein "Lebensrad" aus Papier gebastelt werden. Das Lebensrad war eines der ersten Geräte, das gemalte Figuren so in Bewegung zeigen konnte, als ob sie lebendig wären. Aber auch das geheimnisvolle "Zoetrop", früher ein beliebtes Kinderspielzeug, wird mit seinen bunten Bildern begeistern.

Buchvorstellung

In der Geschichte der Stadt Naumburg gab es immer wieder Chronisten, die das Schicksal der Menschen für die Nachwelt festgehalten haben. So berichtet der Archidiakon Karl Gottlieb Mann über die ereignisreichen Jahre in Naumburg zwischen 1800 und 1814. Er schildert in seiner Chronik die Not der Kriegsjahre und den Überlebenswillen der Naumburger, die sich mit den ständig verändernden Machtverhältnissen zu arrangieren hatten.
Die Erschließung dieser wichtigen Quelle für die Öffentlichkeit war das erste Projekt des Museumsvereins Naumburg e. V., der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Identifikation der Bürger mit der Stadtgeschichte zu fördern und das Interesse für die Geschichte Naumburgs zu wecken und zu pflegen. Die Herausgabe der “Mannschen Chronik” ist nun erfolgreich abgeschlossen worden. Die mühevolle, buchstabengetreue Übertragung der Handschrift übernahm Herr Dr. Karl-Heinz Wünsch aus Bad Bibra. Das Buch konnte durch die finanzielle Unterstützung der Stiftung In Memoriam Hans und Hildegard Altenburg vom Museumsverein Naumburg e. V. gedruckt werden.

Johann Karl Gottlieb Mann: Chronik der Stadt Naumburg auf die Jahre 1800 bis 1814. Übertragen und mit Anmerkungen versehen von Karl-Heinz Wünsch.
Herausgegeben vom Museumsverein Naumburg

Naumburg 2004, 320 Seiten, 20,00 Euro.
Der Bezugspreis für Vereinsmitglieder beträgt 10,00 Euro!