Tätigkeitsbericht für das Jahr 2009

MITGLIEDER

Der Museumsverein Naumburg hatte im Jahr 2009 neun ordentliche Mitglieder, vierzehn ermäßigte Mitglieder und vier Fördermitglieder, also insgesamt 27 Mitglieder.

KULTURNACHT "BLECH & MUSIK"

Die bereits im Jahr 2008 unterstützte der Museumsverein auch im Jahr 2009 perso­nell und finanziell die Vierte Naumburger Kulturnacht, welche am 5. September stattfand. Für die Durchführung der Kulturnacht stellten uns die Technischen Werke Naumburg 2.000 EUR, die Stadt Naumburg 300EUR und der Burgenlandkreis 250EUR zur Verfügung. In der Hohen Lilie, dem Wenzelsturm, dem Marientor, dem Nietzsche-Haus, der Stadtbibliothek, der Kinder- und Jugendbibliothek, der Rentsch-Gedenkstätte und dem Straßenbahndepot haben in der Zeit von 20.00 Uhr bis 24.00 Uhr Musiker, mehrere Blechblasorchester, Künstler und ein Restaurator gewirkt. Die Kulturnacht stand in diesem Jahr unter dem Motto „Blech und Musik“ entsprechend der zu dieser Zeit laufenden Sonderausstellung, welche kurz zuvor feierlich eröffnet worden war. Im Hof des Marientors, des Nietzsche-Hauses und im Stadtmuseum Hohe Lilie spielten Blechblasmusikorchester auf, die da wären: der Posaunenchor Naumburg, das Blas-, Tanz- und Unterhaltungsorchester Hermsdorf, die Roßbacher Musikanten und die Unstruttaler Blasmusikanten. Weiterhin waren im Nietzsche-Haus zwei Wilesco Dampfmaschinen (leider nur elektrisch) zu sehen. Das auf Rummel beliebte Dosenwerfen wurde nur anfänglich von Kindern angenommen, später fiel dieser Programmpunkt weg. In der Hohen Lilie stellte der Blechblasinstrumentenbauer Matthias Fiedelak sein Handwerk vor und restaurierte alte Blasinstrumente. Die musikalische Ausgestaltung in der Hohen Lilie erfolgte durch den Posaunenchor und den Trompeter Jona Meinhardt. In der Türmerwohnung brachte das Weißenfelser Bläsertrio Ragtime-, Swing- und Klezmer-Klänge zu Gehör, in der Galerie des Wenzelsturms stellte der Kunstschmied Frank Scheibe Kleinkunstobjekte aus, der Designer und Grafiker Dirk Buchwald Blechschmuck und Wandobjekte aus Blech. In der Stadtbibliothek war das virtuose Quintett Exciting Brass zu hören, weiterhin wurden  mehrere Lesungen, ein Nacht-Bücherflohmarkt und eine Mitternachts-Ausleihe angeboten. Etliche vor allem junge Besucher zog die Kinder- und Jugendbibliothek an, in der bis 21 Uhr mit Blech gebastelt werden konnte.

Obwohl das Wetter uns nicht ganz wohl gesonnen war, kamen ca. 500 Besucher in unsere Einrichtungen. Bei diesen Besuchern handelte es sich zumeist um Touristen, weniger um Naumburger Bürger. Ein Grund dafür könnte das Park- und Lichterfest in Bad Kösen gewesen sein, ein anderer eventuell das kalte und ungemütliche Wetter. Schade für die teilweise vom weither angereisten Blechblasorchester, die teils vor zehn Besuchern ihr Programm darboten. Da die Scheinwerfer an der Traverse im Marientor abmontiert waren, hatten die Unstruttaler Blasmusikanten zudem mit der einbrechenden Dunkelheit zu kämpfen. Retter in der Not war Werbedesigner Falko Matte der uns zwei Tageslichtlampen und eine Baulampe zur Verfügung stellte. Ein abwechslungsreiches und umfangreiches Programm, welches leider auf nicht allzu große Zustimmung in der Bevölkerung stieß. Ein herzliches Dankschön an dieser Stelle an alle, die in der Kulturnacht die Auf­sicht in den Häusern übernommen haben.

PUBLIKATIONEN

Mit etwas Verspätung wurde nun in diesem Jahr der 3. Band zur Naumburger Stadt­geschichte die Braunschen Annalen herausgegeben. Die Druckkosten beliefen sich auf 2963,90EUR. Für den Druck stand uns eine zweck­gebundene Spende der Stiftung In Memoriam Hans und Hildegard Altenburg zur Verfügung.

Zurzeit arbeitet Herr Dr. Karl-Heinz Wünsch und Herr Dr. Siegfried Wagner an der Herausgabe der Schrift „Kurze Nachricht über die Merkwürdigkeiten der Domkirche“ von Johann Karl Schoch. Dabei handelt es sich um eine Beschreibung des Domes aus dem Jahre 1773. Johann Karl Schoch war zu dieser Zeit Küster am Dom zu Naumburg.

ANKAUF/ RESTAURIERUNG

 Am 4. Mai dieses Jahres übergab der Vorstand der Sparkasse Burgenlandkreis ein Gemälde des Berliner Malers Otto Nagel unserer Vorsitzenden Sieglinde Roloff. Dabei handelt es sich um ein Portrait des Schriftstellers Ernst Heinrich Bethge, welcher von 1906 bis 1923 in Naumburg gelebt hatte. Ein im Vorfeld gestarteter Spendenaufruf zur Rettung des Gemäldes erbrachte gut 400 EUR. Nicht genug für den Ankauf des Bethge-Gemäldes. Daher entschloss sich die Stiftung der Sparkasse des Burgenlandkreises dieses kurzerhand für den Naumburger Museumsverein zu erwerben. Um das Gemälde dauerhaft in der Ausstellung präsentieren zu können, übernahm der Museumsverein die Kosten der Restaurierung in Höhe von 285,60EUR. Dafür stand eine zweckgebundene Spende der SPD in Höhe von 253 EUR zur Verfügung. Einen herzlichen Dank an dieser Stelle an den SPD-Ortsverein Naumburg.

 Durch eine zweckgebundene Spende in Höhe von 1000,- EUR des Weinguts Herzer, Rossbach, konnten das Gemälde Max Klingers „Doppelakt“ und einige andere Graphiken bereits durch Herrn Ulrich Böduel restauriert werden (Kosten: 999,60EUR). Weitere sollen im nächsten Jahr folgen. Möglich ist dies durch die so genannte Objektpatenschaft, bei der sich ein Kunstliebhaber für eine Graphik entscheidet, für die er die Kosten der Restaurierung übernimmt.

VORTRÄGE

Der Museumsverein Naumburg e.V. organisierte in diesem Jahr keine Vorträge im Stadtarchiv Naumburg. Themenvorschläge für Vorträge werden jederzeit entgegengenommen.

EXKURSIONEN

Im August dieses Jahres fand zum zweiten Mal ein Sommerfest im Garten der Museumsverwaltung in der Grochlitzer Straße statt. Eine Zusammenkunft mit interessanten Gesprächen über die Arbeit des Museumsvereins und die weiteren geplanten Unternehmungen. Von den insgesamt drei anberaumten Exkursionen fand lediglich eine statt. Ziel der ersten Exkursion sollte am 24. Mai das Stadtmuseum Jena mit der Ausstellung „Das Bauhaus in Jena“ sein, die zweite Museumsfahrt war für den 5. Juli zur Moritzburg Halle geplant. Beide wurden aufgrund mangelnden Interesses abgesagt. Insgesamt acht Teilnehmer starteten am 31. Oktober zum Kulturhistorischen Museum Magdeburg, wo die Sonderausstellung „Aufbruch in die Gotik“ zu sehen war. Auf etwa 1.000 qm Ausstellungsfläche zeigte das Museum Einblicke in eine Epoche, in der neben der Architektur auch die Kunst, Kultur und die Lebenswelt der Menschen einen Umbruch erfuhr. Nach dem Besuch des Museums (mit öffentlicher Führung) aßen die Museumsvereinmitglieder in einer nahe gelegenen Gaststätte Mittag und besichtigten anschließend den Magdeburger Dom. Insgesamt eine gelungene Veranstaltung bei herrlichem Herbstwetter.