Jahresbericht 2006

Mitglieder

Der Museumsverein Naumburg e.V. hatte im Jahr 2006 dreizehn ordentliche Mitglieder, acht ermäßigte Mitglieder und vier Fördermitglieder, also insgesamt 25 Mitglieder.

Aktivitäten des Vereins

Im Berichtsjahr 2006 unterstütze der Museumsverein folgende Aktivitäten:

Im Berichtsjahr 2006 wurde am 9. September die Erste Naumburger Museumsnacht vom Stadtmuseum Naumburg veranstaltet. Die Dr.-Walter-Broche-Stiftung, Lotto-Totto Sachsen-Anhalt und die Öffentlichen Versicherungen Sachsen-Anhalts stellten dafür insgesamt 6.000,00 EUR zur Verfügung. Personell wurde die Museumsnacht tatkräftig vom Naumburger Museumsverein e.V. unterstützt. In allen fünf Einrichtungen des Stadtmuseums haben in der Zeit von 18:00 Uhr bis 24:00 Uhr Künstler bzw. Akteure gewirkt.

In der Hohen Lilie trat die Bremer Künstlergruppe “Les Bricoleurs” auf und ließ französische Chansons erklingen. Im Wenzelsturm verzauberte der Pantomime Siegmar Cholet das Publikum mit Kurzgeschichten aus Frankreich. Die am Aufgang des Wenzelsturms ausgegebenen Knicklichter erfreuten sich großer Beliebtheit und ließen das Turminnere geheimnisvoll und romantisch erscheinen. Im Nietzsche-Haus las Kai Agthe aus Einar Schleefs “Nietzsche-Trilogie” und Friedrich Nietzsches “Ecce homo”. Die musikalische Umrahmung der Lesung erfolgte durch Christoph Walther auf dem Klavier. Im Marientor wurde zweimal der gesellschaftssatirische Film “Jour de fête” von Jacques Tati aufgeführt und Rolf Rüdiger Weise demonstrierte im Max-Klinger-Haus, wie eine Radierung entsteht. Ein abwechslungsreiches und umfangreiches Programm, das auf breite Zustimmung in der Bevölkerung gestoßen ist. Insgesamt sind knapp 250 Besucher unserer Einladung zur Museumsnacht gefolgt.
Ein herzliches Dankschön an dieser Stelle an alle, die in der Museumsnacht die Aufsicht in den Häusern übenommen haben.

Weiterhin unterstütze der Verein die museumspädagogische Arbeit im Stadtmuseum Naumburg. Die Durchführung von Kinderaktionen in den Sommer- und Herbstferien des Jahres 2006 wären ohne die finanziellen Mittel des Vereins nicht denkbar gewesen. Mit Gruppen von 6 bis 18 Kindern wurde ein speziell auf die Stadtgeschichte ausgerichtetes Memory-Spiel gebastelt, welches die Hortgruppe am Ende der Veranstaltung mitnehmen konnte. Die Materialien zur Erstellung der Memory-Karten wurden durch den Museumsverein finanziert. Anhand von insgesamt 16 Symbolen, wozu u.a. die Kirsche, der Schlüssel, die Burganlage oder der Kamm zählten, ist die Stadtgeschichte schlaglichtartig thematisiert worden. Gewusstes wurde so vertieft und Neues angeeignet. Diese Aktion ist thematisch an keine Sonderausstellung gebunden und somit jederzeit durchführbar.
Am 13. Dezember diesen Jahres wird eine weitere Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek durchgeführt werden. In der Kinderveranstaltung mit dem Titel “Weihnachtsbräuche aus aller Welt” wird den Kindern eine Vorstellung davon gegeben, wie Weihnachten in anderen Ländern gefeiert wird und wer, wo und wann die Gaben bringt. St. Nikolaus, Knecht Ruprecht, Santa Claus werden dabei ebenso eine Rolle spielen wie Babuschka, Santa Lucia und Väterchen Frost. Der erste Teil der Veranstaltung wird in der Kinderbibliothek, der zweite Teil im Wenzelsturm stattfinden. Dort können sich die Kinder an “Riechstationen” daran versuchen, spezielle Weihnachtsgewürze zu erraten. Zum Abschluss der Veranstaltung erwartet sie eine Schachtel voll mit Weihnachtsplätzchen. Um Gewürze, Weihnachtsplätzchen und ein wenig Weihnachtsdekoration kaufen zu können, benötigt das Stadtmuseum die finanzielle Unterstützung des Museumsvereins. Falls diese Aktion auf großes Interesse stoßen sollte, würden wir diese Veranstaltung gern nächstes Jahr wiederholen.

Die Herausgabe der Braunschen Annalen, dem 3. Band zur Naumburger Stadtgeschichte, steht noch aus. Die Übertragung der Handschrift durch Herrn Dr. Karl-Heinz Wünsch ist zum größten Teil abgeschlossen, für den Druck steht eine zweckgebundene Spende der Stiftung In Memoriam Hans und Hildegard Altenburg zur Verfügung. Die Herausgabe des zweiten Bandes “Kein Zaun war mit zu hoch”, welcher einzelne Lebenserinnerungen Naumburger Bürger als Textsammlung zusammenfasst, ist auf Anfang nächstes Jahr verschoben.

Für und vom Verein wurden im Berichtsjahr 2006 folgende Veranstaltungen organisiert:

Am 23. September 2006 begaben sich 8 Mitglieder des Museumsvereins auf Exkursion nach Magdeburg zur Ausstellung “Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation 962-1806: Von Otto dem Großen bis zum Ausgang des Mittelalters”. Dort mit dem Bus angekommen erhielten sie, zusammen mit allen anderen Teilnehmern der Exkursion, eine 90minütige Führung durch die Ausstellung. Im Kulturhistorischen Museum waren einmalige Zeugnisse aus 500 Jahren Deutsche Geschichte präsentiert.

Am 23. November 2006 lud der Naumburger Museumsverein zur Aufführung des Films “C’est la guerre – So ist der Krieg. Jena / Auerstedt 1806 / 2006 Oder wie feiert man eine Niederlage?” ins Naumburg-Haus ein. Zum Abschluss des Deutsch-Französischen Jahres versuchte der 45-minütige Film von Jens-Fietje Dwars und Jenafilm ein anderes Gedenken an die Schlacht bei Jena und Auerstedt aufzuzeigen: er rekonstruierte Vorgeschichte und Verlauf der Doppelschlacht und befragte zugleich unseren heutigen Umgang mit dem blutigen Erbe.

Heute am 29. November 2006 wird Herr Ulf Dräger, Numismatiker und Leiter des Landesmünzkabinetts Sachsen-Anhalt, einen Vortrag zur Geschichte des Naumburger Münzschatzes im Stadtarchiv Naumburg halten. Er berichtet u.a. über den Münzfund, die Bestimmung der Münzen und die Bedeutung des Fundes für die derzeitige Forschung. Der vom Museumsverein Naumburg e.V. veranstaltete Vortrag ist an interessierte Naumburger und Numismatik-Interessierte gerichtet. Wir hoffen auf eine große Hörerschaft.

Im dritten Jahr des Bestehens aktualisierte der Verein auch seinen Internetauftritt, welcher auf der Homepage des Museums unter www.museumnaumburg.de zu finden ist. Dort kann man die Satzung und den Mitgliedsantrag abgerufen und sich über vergangene und gegenwärtige Projekte des Vereines informieren.

19. November 2006: Verzeichnis Naumburger Gold- und Silberschmiede online.

Prof. Bernt Zeitschel, pensionierter Meeresbiologe aus Kiel, passionierter Silber-Sammler und förderndes Mitglied des Naumburger Museumsvereins, hat in mehr mehrjähriger Arbeit ein Verzeichnis der Naumburger Gold- und Silberschmiede seit dem Spätmittelalter angelegt. Gut 200 Namen sind zusammengekommen, viele davon in mühsamer Kleinarbeit mit Lebensdaten ergänzt und mit Angaben zu ihren Werken versehen. Das Verzeichnis finden Sie unter Projekte/Goldschmiede

Weihnachten hier und anderswo - Adventsnachmittag in Kinderbibliothek und Wenzelsturm

Unter dem Titel “Weihnachten hier und anderswo. Weihnachtsbräuche aus aller Welt” veranstaltete das Stadtmuseum Naumburg in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek und dem Museumsverein Naumburg e.V. am 13. Dezember eine vorweihnachtliche Adventsstunde. In dieser wurde den Kindern nähergebracht, wie und wann in anderen Ländern Weihnachten gefeiert wird. Anhand von Geschichten, Liedern und Gedichten erzählten die Mitarbeiter Frau Plehn und Frau Klapczynski von zentralen Weihnachtsfiguren wie den Nikolaus, Knecht Ruprecht, Babuschka und St. Lucia. Im Anschluss daran erkundeten wir den Wenzelsturm mit Leuchtstäben. Dort erwartete die Kinder eine Vielzahl verschiedener Weihnachtsgerüche, die es dann zu erraten galt. Ein schöner weihnachtlicher Adventsnachmittag für alle Teilnehmer. Unterstützt wurde diese Aktion finanziell und personell durch den Museumsverein Naumburg e.V.. Im Wenzelsturm übernahmen vier Vereinsmitglieder die Aufsicht des unbeleuchteten Treppenaufgangs.

C’est la guerre – So ist der Krieg. Jena / Auerstedt 1806 / 2006 Oder wie feiert man eine Niederlage?
Ein Schlacht-Fest-Film von Jens-Fietje Dwars und Jenafilm

Die Schlacht bei Jena-Auerstedt hatte am 14. Oktober 1806 den Untergang des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation besiegelt. Fast 50.000 Tote und Verwundete waren der Blutzoll für den Eingang in die Geschichtsbücher, die Leiden der Bevölkerung unsäglich. Genau 200 Jahre darauf wurde das Gemetzel auf den Feldern über Jena von 1500 Hobbykriegern aus 20 Ländern vor 32.000 Schaulustigen nachgespielt und der MDR verkündete stolz, zum ersten Mal in der Fernsehgeschichte eine Schlacht live übertragen zu haben ...

Der 45-minütige Film von Jens-Fietje Dwars und Jenafilm versuchte ein anderes Gedenken: er rekonstruierte Vorgeschichte und Verlauf der Doppelschlacht und befragte zugleich unseren heutigen Umgang mit dem blutigen Erbe. So fügten sich skurrile Szenen und erschütternde Berichte zu einem lebendigen Panorama der Geschichte, bei dem gelacht und geweint werden darf. Mit „Interviews“ nach authentischen Zeugenaussagen von 1806, die heutige Dokufor­mate à la RTL parodieren, Aufnahmen von Schlachtnachstellungen der vergangenen zehn Jahre, Amateur-Filmmaterial aus DDR-Zeiten und poetisch dichten Landschaftsbildern. Eine Parodie auf den Zeitsgeist und wirkliches Gedenken zugleich.

Auf Einladung des Naumburger Museumsvereins stellte der Jenaer Autor den Film am Donnerstag ab 19.30 Uhr im Naumburghaus zur Diskussion. Dwars hat über 20 Bücher teils verfasst, teils herausgegeben. Für zwei seiner fünf Filme erhielt er 2001 und 2004 den Adolf Grimme-Sonderpreis. In Naumburg hat er bereits zwei Ausstellungen im Nietzschehaus gezeigt und wird dort im kommenden Frühjahr eine Schau zur „unheiligen Elisabeth“ präsentieren: zu Nietzsches Schwester.

Der Naumburger und andere Münzschätze - Vortrag des Numismatikers Ulf Dräger

Als Begleitveranstaltung zur Ausstellung "Der Naumburger Münzschatz und andere Schätze", die vom 14.10. bis 13.12. im Stadtmuseum Hohe Lilie gezeigt wurde, gab Ulf Dräger, der Leiter des Landesmünzkabinetts in Halle und als solcher ausgewiesener Kenner der Münzgeschichte Mitteldeutschlands einen Überblick über die in den letzten Jahren gemachten Münzfunde. Besondere Aufmerksamkeit widmete er dabei natürlich dem Naumburger Münzschatz, der in seiner Art - fast 500, zum Teil fast prägefrische Silbermünzen vornehmlich des 16. Jahrhunderts - eine große Seltenheit darstellt.

Exkursion zur Ausstellung "Das Heilige Römische Reich" in Magdeburg.

In Zusammenarbeit mit dem Tourist- und Tagungsservice der Stadt Naumburg wurde eine Busfahrt nach Magdeburg organisiert, um das Kulturhistorische Museum zu besuchen. Die meisten Teilnehmer zeigten sich sehr angetan von der Ausstellung, die eine erstaunliche Anzahl von hochkarätigen Ausstellungsstücken zeigte. Eine Minderheit der Teilnehmer zeigte sich allerdings auch irritiert von dem sehr konservativen, offensichtlich auf die Stiftung nationaler Identiät fixierten Geschichtsbild, das der Ausstellung zu Grunde lag.

Erste Naumburger Museumsnacht

Am 9. September 2006 fand die erste Naumburger Museumsnacht statt. Der Museumsverein war als Mitveranstalter tatkräftigt beteiligt. Ein gutes Dutzend Mitglieder waren zwischen 18 und 24 Uhr im Einsatz, um die musealen Einrichtungen offen zu halten und die zahlreichen Besucher zu betreuen. Besonders die Besteigung des unbeleuchteten Wenzelsturms mit "Knicklichtern" fand großen Zuspruch - die Aktion, die eigentlich für Kinder gedacht war, fand gerade auch unter Erwachsenen begeisterten Zuspruch. Die Museumsnacht, die zunächst als Versuch gedacht war, soll im Jahr 2007 auf jeden Fall wiederholt werden.