Naumburger Münzgeschichte
MünzstättenMünzer. Initiale in einem Gesangbuch aus Kuttenberg, Böhmen (um 1490).Münzer. Initiale in einem Gesangbuch aus Kuttenberg, Böhmen (um 1490).

Wer Naumburg kennt, der weiß natürlich, daß die Stadt vor Zeiten eine Münzstätte beherbergte. Zu prominent steht das jüngst erst sanierte Gebäude der "alten Münze" in der Neustraße, als daß es nicht jedem Ortskundigen bekannt wäre. Die Größe des Hauses täuscht freilich darüber hinweg, daß die an dieser Stelle - das Gebäude wurde zwischenzeitlich wesentlich verändert - Anfang des 17. Jahrhunderts angesiedelte Kipper-und-Wipper-Münze nur eine äußerst kurze und noch dazu wenig erfreuliche Episode in der Stadtgeschichte blieb. Erstaunt mag der eine oder andere aber doch sein, wenn er erfährt, daß Naumburg lange vorher, durch vier Jahrhunderte des hohen und späten Mittelalters hindurch, schon einmal eine nicht unbedeutende Münzstätte aufwies. Wohl läßt sich heute nicht mehr feststellen, wo sich diese mittelalterliche Münze genau befand, doch können wir gewiß annehmen, daß sie in unmittelbarer Nähe des Domes zu finden gewesen sein wird; denn es waren die Naumburger Bischöfe, welche damals hier Münzen prägen ließen und wir können davon ausgehen, daß die geistlichen Herren Wert darauf legten, diese wichtige Wertschöpfung in ihrem unmittelbarsten Machtbereich stattfinden zu lassen. Eine zweite Prägestätte besaßen die Naumburger Bischöfe in Zeitz. In Strehla bei Meißen befand sich eine Münzstätte, in der die Naumburger Bischöfe gemeinsam mit den Markgrafen von Meißen prägten. Vermutlich ließen dort Wichmann und Dietrich II. zusammen mit den jeweiligen meißnischen Markgrafen Brakteaten schlagen.