Naumburger Münzgeschichte
Falschgeld

Ge- oder verfälschtes Geld war wohl immer im Umlauf. Lange Zeit war es durchaus üblich, dass Münzherren in wirtschaftlich rückständigeren Regionen die Münzen erfolgreicherer Prägestätten nachzuahmen versuchten. Zwar gab es immer wieder Versuche, diese Art der offiziellen Falschgeldproduktion zu unterbinden, doch wurden die Verbote wohl ebenso oft umgangen. Das ebenfalls streng verbotene Seigern, aber auch das Beschneiden oder Abschleifen der Silbermünzen konnte ein einträgliches Geschäft sein, was natürlich um so mehr für die kriminelle Herstellung gefälschter Münzen gilt.

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Foto: The Bodleian Library, University of Oxford, GB

Eine Warnung vor falschen Gulden-Münzen, Augsburg 1482*, mit der Aufzählung der Merkmale, an denen die Fälschung zu erkennen ist. Im vorletzten Absatz wird gesagt, daß der Materialwert der falschen Gulden nur fünf Weißpfennige betrage und daß sie am Rande in der Stärke eines Halms golden seien, im Inneren aber aus vergoldetem Kupfer bestünden. Das Kupfer sei jedoch so gehärtet, daß man es weder dem Klange nach noch mit Hilfe eines Probiersteins von Gold unterscheiden könne.

*Da uns mehrere Anfragen nach einem Nachweis für diese interessante, aber seltene Quelle erreicht haben: Der Inkunabelnkatalog der BSB München verzeichnet unter den Sig. Z-24 und Z-27 zwei Varianten des abgebildeten Drucks. Darüber hinaus liefert der Gesamtkatalog der Wiegendrucke unter dem Schlagwort "Zeichen der falschen Gulden" gleich mehrere Beispiele für sog. "Falsche-Gulden-Blätter". Die Abbildung dieser Seite stammt aus der Bodleian Library der Universität Oxford (Inc. Cat., Z-007, dort auch in höherer Auflösung).