Max KlingerMax Klinger - Foto N. Perscheid

Max Klinger (1857-1920)

1857 als Sohn eines Leipziger Seifenfabrikanten geboren, erhielt Max Klinger neben einer sehr guten Schulbildung auch Unterricht in Zeichnen und Klavierspielen. Nach dem Besuch der Kunstschule in Karlsruhe und der Akademie in Berlin betätigte er sich als freischaffender Künstler, noch lange Jahre unterstützt von seinem Elternhaus. Erste Erfolge brachten ihm seine frühen Radierzyklen, bald reüssierte er aber auch als Maler und Bildhauer. In den 1890er Jahren stieg Klinger rasch zu einem der gefragtesten deutschen Künstler auf, der es zu einem erheblichem Wohlstand brachte. Die in diese Zeit fallenden Aufträge für monumentale Gemälde und Skulpturen sind ebenso Ausdruck dieses Ruhms wie zahlreiche Ausstellungen und Ankäufe durch bedeutende Museen und Privatsammler.

Klinger wurde mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen geehrt, darunter Ehrendoktorate und der Orden "pour le Mérite" (1907). Sein Einfluss in der Kunstwelt der Jahrhundertwende war beträchtlich, an der Gründung der Villa Romana in Florenz hatte er größten Anteil. Die stark an ein bildungsbürgerliches Publikum gerichtete Kunst Klingers begann jedoch schon in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg an Akzeptanz zu verlieren. Der Krieg und die darauf folgenden Jahre der Not und des Umbruchs brachten andere Themen, andere Darstellungweisen und andere Künstlerbiographien hervor.

Nach Klingers Tod im Jahr 1920 geriet er daher rasch in Vergessenheit, vielen Zeitgenossen galt er als Symbol einer untergegangenen Epoche. Nur vereinzelte Stimmen sahen in ihm einen Vorreiter der Moderne. Es sollte Jahrzehnte dauern, bis Klingers Werk in seiner überraschenden Vielschichtigkeit von der Kunstkritik wiederentdeckt wurde.