StA Nmb Sig.: MS 43 (Beilage ohne Siganatur)
Privilegium Magister Sigemuds Schorckels Apoteca Belangende Anno Do 1560

Vonn Gots Gnaden Wir Julius Bestetigter

zum Bischof zu Naumburgk, Bekennen vnd thun kundt fur vnns vnnd vnser nachkommenn, Das vnß der Achtbar vnser lieber getreuer Sigißmundt Schorkell Burger zu Naumburgk vnderthenigst ersucht, Das wir ime in vnser Stadt Naumburgk eine neue Apotekenn, nebenn der voriegenn Apotecken aufzurichtenn gnedigk nach{hengen?}, vnd erlaubenn woltten. Jenen auch sampt seinen Erben zubegnadenn, zubefreihenn und zuprivilegirenn. Das in 12 Jahrenn noch dato antzurechnenn, keine neue Apoteke des orts in der Stadt, uf er Freyheit, noch in denn Naumburgischen Vorstetten auffgericht werde.

Wann wir denn diese bitt vorzimlich, auch vnser Stadt Naumburgk vnnd derselbigen underthanen, vnd einwonnernn, vor nutzlich, ehrlich vnd zutreglich erachten. Als begnadenn, befreyhenn und privilegieren wir, auss crafft vnnd |[2] macht vnserer vns zu Naumburgk zustehender furstlichenn obrigkeit gedachten Sigismunden Schorckell vnd seine erben in craft ditz briefs uf 12 ihar lang nach dato, Nemlich der gestaltt, das sie neben der voriegen Apotekenn, der wir hiemit nicht wollenn derogirtt habenn, eine freie Apoteke des ortts ufrichtenn mugenn, alle materialia vnd Species, Simplicia & composita, darin zu feilem Kauff zuhabenn, welche in eine Apoteke gehorigk. Auch der gleichenn, der Doctorenn description vnd Recepta darinne zuvorferttigenn vnnd tzu preparierenn, welche denn Leuten zu irem gesuntt, zutrgelich vnnd nutz sein werden.

Do sie aber spuren wurden, das medicamenta bey Innen gefordert werden, welche denn Leutenn oder Viehe ann Irem lebenn vnd gesuntt schaden bringen mochten, oder sonst ungeburlich mocht gebaret werden, die sollenn sie von sich nicht reichenn, es sey denn das sie die leutt welch sie Dieselbigenn, fordernn woll kennen vnd von Innen dermassen vorsichert, das solche medicamenta keiner gefahr, schaden vnd nachtheill, menschen oder thier gebraucht werden.

Sie sollen auch zu ider tzeitt, wenn sie solche vordechtige medicamenta reichen in der Apotecken, in die Receptbücher namhaftig und zum vleissigsten vorzeichnen.

Zu deme so soll gedachter Magister, vnd seine Erbenn, die Apoteck tzu ieder tzeitt mit guten fryschenn materialienn vnnd medicamentenn vorsehen, die selbige den leuten in gepurlicher tax lassenn tzukommen vnd niemandtt vber pilligkeitt vbersetzenn oder vberhohenn vnnd do solche geschege vnnd |[3] Clage derhalben endtstehen wurde, wollenn wir vnß vnnd vnnser[er] nachkommen, hiermitt vorbehalten habenn, die Apoteck neben dem Radt zu iedertzeitt visitirenn zulassenn, die mengell der Apoteckenn zuerkunden vnd dieselbige, auch die erhohung oder ungeburliche vbersetzung, der leutt Abtzuschaffenn vnd die tax uf pilliche wege zumessigen vnd zumoderiren darwieder der neue Apotecker sich keines weges behelffen oder setzen soll. Vnd damit deme also desto vleissiger nachgesetzt werde, so soll gedachter Magister Sigemundt Schorkell vnnd ein ieder seiner erben, der die Apoteckenn die 12 Jahr vber verwaltten wirdtt durch denn Raht zur Naumburgk tzur Naumburgk, obberurte Artickell stett vnnd vehst zuhaltenn, voraidet werden, vnnd soll hieruber keinen nachgelassen werden, inn und ausserhalb der Stadt Naumburgk, alß uf der freyheitt oder in vorstettenn Innerhalb 12 Jharenn, so lange dis vnser Priuilegium vnd befreiungen werett, vnd gedachter Magister Schorckell, vnd seine Erbenn die Apotecke dermassen wie obstehett, treulich vnd wohl vorsorgenn werdenn, mehr Apoteckenn aufzurichtenn, vnnd ob sich des iemandtt vnderstehen wurde, soll vnser Gerichtt des orts, tzu iedertzeitt solchs abschaffenn.

Es soll auch kein frembder materialist, ader Tiriackes mahnn, ausserhalb der Jar mergt des orts feilt habenn, anderst dan, do er des erstmals komptt vnnd feill hatt, das ihme solchs einenn Tagk gestattett, vnnd Ime |[4] vnder sagett werde, fürder nicht wieder zukommenn bey straff eines guldenn, halb dem Gericht, vnd halb dem Rath, so offt ehr wieder kommett vonn ihme eintzubringenn.

So aber auch gemellter Magister oder seine Erben in tzeit der befreihung die Apoteck nicht dermassen wie obstehett, versehenn, sondern sich dieser beschreibung vngemes haldenn, oder die leuth vbersetzen werden, Vnd do wier, oder vnserer nachkommen, durch die vnsern neben dem Rath billiche vorschaffunge hierin ihrttenn, nicht gehorsamenn oder vorfolgenn woltten, uff denn fahll behaldenn wir unnß hiemitt vor, diese befreiung zucassiren, aufzuhebenn, vnd gentzlich abtzuthun, Ahne gefherde zu vrkund mitt vnserm vffgedrückten Insiegill Besiegeltt, vnd Gegebenn ahm Donnerstage nach dem sontage Innocavit Anno [1560]