Newsflash

Geschafft! Seit Juni 2021 sind Stadtmuseum Hohe Lilie, Romanisches Haus Bad Kösen (mit Käthe-Kruse-Sammlung) und Max-Klinger-Haus in Großjena wieder geöffnet. Seit September gilt dies auch mit Einschränkungen für den Wenzelsturm.
Die Hygieneregeln gelten weiterhin (med. Masken, AHA-Regeln).

Hans-G. Hoffmann, Hattersheim/Main (1927-1936)

Herzenswunsch

Aus meiner Kindheit ist mir nur eine besondere Begebenheit in Erinnerung geblieben. 1927 oder 1928 hatte ich mir am kleinen Schaufenster der Firma Phillipps, Lindenring, Ecke Herrenstrasse, die Nase platt gedrückt, um die dort ausgestellte elektrische Eisenbahn genau ansehen zu können. Mein einziger Wunsch war, diese unter dem Weihnachtsbaum vorzufinden.
Am Heilig Abend war aber statt der Eisenbahn auf einer Holzplatte eine Dampfmaschine mit Transmission und verschiedenen Geräten, die sich alle bewegten, montiert. Der Gefährlichkeit wegen durfte ich damit nicht allein spielen. Ich war maßlos enttäuscht und meine Großmutter, der ich sehr leid tat, ging mit mir am 3. Weihnachtsfeiertag zu Phillipps, um mir diese ersehnte Eisenbahn mit einem Rundkreis zu kaufen. Als Trafo diente eine Glühfadenlampe, denn Naumburg hatte damals in der Innenstadt Gleichstrom. Die 3. Schiene durfte man nicht anfassen da man sonst einen kleinen elektrischen Schlag bekam. Diese Eisenbahn war mein Lieblingsspielzeug.

Schaufenster-Drücken

Ein Jugendstreich ist mir noch eingefallen. Früher waren viele Schaufenster zum Laden hin völlig luftdicht abgeschlossen. Das hatte zur Folge, dass man von der Straße aus mit Fingerspitzengefühl (2-3 Fers.) die Schaufensterscheibe mit gespreizten Händen in Schwingung versetzen konnte, sodass die ausgestellte Ware umfiel. Beliebt waren die Fenster der Firmen Schuh-Jungmichel in der Jakobstrasse, Schuh-Mertlik am Markt Ecke Herrenstrasse, sowie Konservendosen bei der Firma Trillhase, Herrenstrasse, Ecke Lindenring.

Tanzstunde in der "Erholung"

Hoffmann07Abschlussball der Tanzschule 1935/36 in der "Erholung"In Naumburg hatten wir als Tanzlehrer einmal das Ehepaar Nibrasch (ob der Name so richtig geschrieben wurde ist mir unbekannt), und das Ehepaar Döring. Frau Döring war nach dem Krieg noch als solche tätig. Es gab vier Schüler-Tanzstunden (Reform-Realgymnasium, Dom-Schule, Stabila und Schulpforta.) Gelehrt wurden Walzer, langsamer Walzer, Foxtrott und Tango. Gleichzeitig war die Tanzstunde “Benimm-Lehrgang” im Umgang der Geschlechter und wie man sich an einer Tafel zu benehmen hat. Anlass zur Partnersuche war die Tanzstunde nicht, für Oberschüler jedoch ein gesellschaftliches Muss. [Bild]
Beliebt war nach dem Abschlussball der Spaziergang zu HEFTS-Gasthof in Großjena zum “Kränzchen” und der Wochentagsbummel Jakobstrasse - Markt - Herrenstrasse von ca. l6.30 - 18.30 Uhr. Hier wurde mit den Augen geflirtet und manche Schülerliebschaft entstand. Ob für die Bekleidung gespart werden musste, kann ich nicht beurteilen, denn wir hatten ein Meterwaren-Geschäft.