Plakat Mit Fleiss und Faden

Ab 1. Oktober 2015 - Stadtmuseum Hohe Lilie

Mit Fleiß und Faden

Stickereien aus drei Jahrhunderten

Ab Donnerstag, dem 1. Oktober 2015 zeigen wir im Sonderausstellungsraum der Hohen Lilie unter dem Titel Mit Fleiß und Faden Stickereien aus drei Jahrhunderten. Kern der Ausstellung ist eine Auswahl von Stickmustertüchern aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die daran erinnern, wie wichtig die Nadelarbeit in den zurückliegenden Jahrhunderten für die Erziehung der Mädchen zu tüchtigen Hausfrauen war. Im Gegensatz zum Nähen, Stricken, Stopfen etc. hatte das Sticken jedoch eine Sonderstellung, da es fast ausschließlich der Verzierung diente. Es handelte sich also im Verständnis der Zeit eigentlich um eine Luxusbeschäftigung, für die man neben der notwenigen Disziplin und mehr oder weniger aufwändigem Material auch viel freie Zeit und Muße benötigte. Entsprechend stammen die bestickten Objekte (vorwiegend Textilien, aber auch Klingelzüge, Notizbuchdeckel etc.) denn auch vornehmlich aus bürgerlichen Haushalten. Erst die Stickmaschinen, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den bekannten Zentren um St. Gallen oder später in Sachsen (Plauen) ihren Siegeszug antraten, sorgten dafür, dass Stickereien bzw. bestickte Textilien zu wohlfeilen Massenartikeln wurden. Lediglich in Nischenmärkten wie etwa der Fahnenstickerei konnte sich die Stickerei als echtes Hand-Werk bis heute erhalten.