ab 21. Februar 2015 - Stadtmuseum Hohe Lilie

SED - Wenn du nicht gehst, dann gehen wir!

Plakat: SED - Wenn du nicht gehstIm Stadtmuseum Hohe Lilie am Markt wird vom 21. Februar bis 17. Mai eine Ausstellung der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn gezeigt, die bereits in Halle, Wittenberg und Magdeburg zu sehen war. Die Ausstellung unter dem Titel "SED - wenn du nicht gehst, dann gehen wir!" entstand in Kooperation mit der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt, der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt, die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Landesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR. Sie dokumentiert die Friedliche Revolution in der DDR und den Prozess, der zur deutschen Einheit führte.

Ausgangspunkt dieser Ausstellung bildet die gefälschte Kommunalwahl vom 7. Mai 1989, welche den Anfang vom Ende der DDR markiert. Die Ausstellung möchte ein breites Publikum an den Herbst 1989 erinnern und zum Nachdenken über die Bedeutung der Jahre 1989/1990 für die Gegenwart und Zukunft anregen. Das Hauptaugenmerk der Ausstellung gilt den Protagonisten der Bürgerrechtsbewegung, deren Aktionen entscheidend zum Sturz des SED-Regimes, zur Durchlässigkeit der innerdeutschen Grenze und schließlich zur Vereinigung der beiden deutschen Staaten beitrugen.

Die Ausstellung beschäftigt sich mit den Aktivitäten der oppositionellen Basisgruppen sowie der Ausreiseantragsteller im Frühjahr 1989, mit der im Sommer 1989 einsetzenden Fluchtwelle, der Formierung neuer Bürgerbewegungen und Parteien, den landesweiten Demonstrationen und Kundgebungen im Herbst 1989, der Grenzöffnung, der programmatischen Neuausrichtung der Oppositionsgruppen, der Verschiebung der Machtverhältnisse bis zu den ersten freien Wahlen im März 1990 und schließlich mit dem Prozess zur Wiederherstellung der staatlichen Einheit. Die Ereignisse werden den Besuchern anhand von zeitgenössischen Dokumenten, Erinnerungsinterviews mit damaligen Akteuren und Sequenzen aus zeitgenössischen TV-Beiträgen vermittelt.

Zur Eröffnung der Ausstellung am 20. Februar um 18 Uhr findet ein Podiumsgespräch im Saal des Naumburger Tageblatts statt. Als Teilnehmer des Gesprächs konnten Arnold Vaatz (ehemaliger Bürgerrechtler und CDU-Bundestagesabgeordneter), die einstige Naumburgerin Angelika Cholewa (inhaftiert wegen "versuchter Republikflucht", von der BRD freigekauft) und Heiko Lietz (ehemaliger Politiker und Bürgerrechtler, saß für das Neue Forum am Runden Tisch) gewonnen werden. Die Moderation übernimmt der Vorsitzende der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt, Maik Reichel. Im Anschluss an das Podiumsgespräch sind alle Gäste herzlich eingeladen, sich die Ausstellung in der Hohen Lilie anzuschauen.