Lichtbildvortrag am 28. Mai, um 18:15 Uhr in der Galerie im Schlösschen

"Die Malerei geht ins Freie. Das Bild der Natur im Jahrhundert des Impressionismus"

Joakim Skovgaard: "Ein heißer Sommertag"Joakim Skovgaard: "Ein heißer Sommertag"

Im Rahmen der aktuellen Ausstellung "Dänische Malerei 1830-1910. Die Sammlung Lührs", die bis zum 2. Juni 2013 in der Galerie im Schlösschen präsentiert wird, referiert am Dienstag, dem 28. Mai 2013 um 18:15 Uhr der Kunsthistoriker und Referent der Kulturdirektion Erfurt Dr. Wolfram Morath-Vogel in seinem Lichtbildvortrag zu folgendem Thema:

"Die Malerei geht ins Freie. Das Bild der Natur im Jahrhundert des Impressionismus"
Die Anfänge der modernen Freilichtmalerei liegen in Rom und der "bildschönen" italienischen Landschaft, wo der französische Landschaftsmaler und Rom-Stipendiat Pierre-Henri de Valenciennes seine im Atelier komponierten Bilder schon seit den späten 1770er Jahren durch Studien vorbereitet, die er im Freien malt. Nicht nur der junge Corot und zahlreiche französische Maler, sondern auch deutsche Romantiker und dänische Realisten, die es in Scharen nach Rom zieht, folgen seinem Beispiel. Das Erlebnis des Lichts und des farbigen Sehens ist im Freien ein anderes als im Atelier. Ab etwa 1830 formiert sich in Frankreich ein Zusammenschluss gleichgesinnter Maler am Rande des Waldes von Fontaineblau, die "Schule von Barbizon". Doch zum unaufhaltsamen Welterfolg wird die Konzeption des neuen Sehens erst mit dem Impressionismus. Als künstlerische Erkenntnishaltung erlangt er seine reinste Ausprägung in Frankreich. Und von einem seiner zentralen Repräsentanten werden auch die extremsten Konsequenzen der impressionistischen Wahrnehmungskonzeption gezogen, nämlich im Spätwerk des großen Claude Monet (1840 - 1926). Der Vortrag erörtert nicht die nationalen Varianten des Phänomens im 19. Jahrhundert, vielmehr akzentuiert er die  Bedeutung des Impressionismus für die Entwicklung einer neuen Bildlichkeit, deren geschichtliche Dynamik bis hin zur amerikanischen Avantgarde nach 1945 verfolgt werden kann.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!