Begleitprogramm zur Lepsius-Ausstellung

richard-lepsius-1850Richard Lepsius, um 1850Nachdem wir im letzten Jahr in einer Reihe von Vorträgen Richard Lepsius, seine Biographie und seine Bedeutung für die Archäologie vorgestellt haben, wollen wir diesem Jahr, als Begleitprogramm zu unserer Ausstellung, etwas über den Tellerrand hinausschauen und andere Personen, die auf die eine oder andere Weise mit Lepsius in Beziehung stehen, in den Mittelpunkt der Betrachtung rücken.


Buchvorstellung: Dr. Elke Freier, Ägyptologin
“Wer hier hundert Augen hätte…” - Georg Erbkams Reisebriefe aus Ägypten und Nubien
Anschließendes Gespräch über das Buch mit Dr. Franziska Naether, Universität Leipzig

Dienstag, 02. Oktober 2012 – 18:15 Uhr

Georg Gustav Erbkam reiste als Architekt im Expeditionsteam von Richard Lepsius und wurde zum Bahnbrecher für die exakte Aufnahme von Architektur in ihrer Umwelt. Erbkam war während der Expedition der Stellvertreter von Lepsius’, besonders dann wenn dieser krankheitsbedingt ausfiel oder sich zur Organisation der Weiterreise in Kairo aufhielt. Die bisher unveröffentlichten Briefe gestatten einen ungefilterten Blick in die Innenwelt der Expedition, zeigen den arbeitsreichen wie abenteuerlichen Alltag,


Vortrag: Dr. Kerstin Volker-Saad, Ethnologin, Berlin
Blickwechsel: Nubien und der ägyptische Sudan aus der Sicht des Reiseschriftstellers Hermann von Pückler-Muskau

Dienstag, 23. Oktober 2012 – 18:15 Uhr

Hermann Fürst von Pückler-Muskau bereiste 1837 bis 1838, sechs Jahre vor C. R. Lepsius, Ägypten, Nubien und den ägyptischen Sudan. Er war unterwegs als “Genussreisender”, der niemandem Rechenschaft schuldig war, außer seinem lesenden Publikum. Lepsius dagegen hatte einen königlichen Auftrag, die unzähligen Altertümer zu dokumentieren und wissenschaftlich zu bearbeiten. Der Vortrag zeigt die persönlichen Verknüpfungen zwischen Pückler und Lepsius und zeichnet nach, wie deren Veröffentlichungen, gerade wegen ihrer unterschiedlichen Ansprüche, wertvolle Beiträge zur Erkundung Nubiens und des ägyptischen Sudans leisteten.


Filmvorführung: Asche und Phoenix:  Johannes Lepsius - Schutzengel der Armenier
Ein Film von Merlyn Solakhan und Manfred Blank.

Dienstag, 6. November 2012 – 18:15 Uhr

Der deutsche Theologe Johannes Lepsius gründete das Armenische Hilfswerk und gilt als der “Schutzengel der Armenier”. Als im Jahre 1915 die Verfolgungen und Massaker der Türken an der armenischen Bevölkerung der Türkei in einen Völkermord umschlugen, reiste Lepsius in die Türkei, sammelte Zeugenaussagen und Dokumente und veröffentlichte schließlich in Deutschland die Dokumentation “Der Todesgang des armenischen Volkes”, die wenig später verboten wurde. Der Film begibt sich auf die Spuren der Vergangenheit, indem er u.a. der Route der Todesmärsche der Armenier durch die Türkei und die Syrische Wüste folgt. Er beleuchtet aber auch die aktuelle Lage der Armenier in der heutigen Türkei.


Bildvortrag: Dr. Babett Forster, Kunsthistorikerin, Jena
Kalotypien aus Ägypten. Ein Fotosammler auf den Spuren von Richard Lepsius

Dienstag, 20. November 2012 – 18:15 Uhr

Der sächsische Forschungsreisende Alphons Stübel (1835-1904) unternahm seine erste Ägyptenreise 1856-58, die ihn bis nach Nubien führte. Als Reiselektüre diente ihm u.a. eine Ausgabe der Reisebriefe Karl Lepsius'. Einige Jahre später hörte Stübel bei ihm in Berlin Vorlesungen zur altägyptischen Kunst und Kultur. Bei diesem Aufenthalt hatte Stübel nun die Gelegenheit, über fünfzig hochwertige Kalotypien zu erwerben, die - so Stübel - “die erste vollständige Aufnahme der Monumente” darstellten. Zu diesen Aufnahmen gehörten Katalogtexte, geschrieben und editiert von Joseph Bonomi, die Stübel wortwörtlich zu den Fotografien kopierte. Ganz offentsichtlich erfüllte sich der Fotosammler hier sein Bedürfnis, das Gesehene (auf seiner ersten Reise) wiederzusehen und das in Berlin Gehörte (Vorlesungen) nachzulesen.


Finissage: Jenseits von Ägypten: Helmar Heyken führt durch die Ausstellung und erzählt von seinen Reisen durch Nubien.

Sonntag, 25.11.2012, 17:00 Uhr.

Der nubische Teil der Lepsius-Expedition ist weit weniger erforscht und öffentlich zugänglich als der ägyptische. Zwischen 2007 und 2011 reiste Herr Heyken mit verschiedenen Gruppen mehrmals auf den Spuren der Königlich Preußischen Expedition in den Sudan. Das umfangreiche dabei gewonnene Bildmaterial bildet den Kern des Sudanteils der Ausstellung. Am 25.11. geht es darüber hinaus auch um das heutige Reisen und Leben im Sudan.


Kinderaktionen in den Herbstferien (29.10.–02.11.2012) und auf Voranmeldung (Hieroglyphenschreiben, Malen mit der Camera Lucida etc.). Bei Interesse treten Sie bitte mit uns in Kontakt.
lepsius-bild12"Ansicht von Nagra", Illustration aus dem Expeditionsbericht