Plakat Flickwerk22. November 2008 bis 15. Februar 2009

Flickwerk. Vom nachhaltigen Umgang mit den Dingen.

“Aus Alt mach Neu” oder “Not macht erfinderisch” sind Sprichwörter, die in unserer heutigen, schnelllebigen Gesellschaft nicht mehr zutreffen dürften. Sobald etwas aus der Mode gekommen, technisch veraltet oder beschädigt ist, wird es ausgesondert. Auch hochwertige, als „langlebig“, „wertig“, „robust“ oder „unkaputtbar“ angepriesene Dinge fristen oft nur ein Leben von geringer Dauer. Noch vor wenigen Jahrzehnten gehörte es jedoch zum normalen Lebenslauf von Kleidern, Schuhen oder Gerätschaften aller Art, mehrmals repariert, geflickt oder ausgebessert zu werden.

Der Begriff der “Wegwerfgesellschaft” kommt einem in diesem Zusammenhang schnell in den Sinn. Viele Geräte sind heute so konstruiert, dass eine Reparatur nach Ablauf der Gewährleistungs- oder Garantiezeit unwirtschaftlich ist, hohe Ersatzteilpreise und Reparaturpauschalen lassen den Neukauf günstiger erscheinen.
In einer ab dem 22. November laufenden Sonderausstellung des Stadtmuseum Naumburg wird gezeigt, dass man die Dinge früher nachhaltiger genutzt hat. Mit zahlreichen Exponaten aus den unterschiedlichster Bereichen wird vor Augen geführt, wie man noch bis in die jüngste Zeit hinein versucht hat, Dinge so zu „flicken“, dass sie wieder verwendet werden konnten. Eine mit Eisendraht eingebundene irdene Schüssel ist ebenso zu bestaunen wie ein Paar Damenschuhe, die nach dem Zweiten Weltkrieg zu Sandalen umgearbeitet wurden. Im historischen Dachstuhl der "Hohen Lilie" bietet die Ausstellung gerade Eltern und Großeltern eine besondere Gelegenheit, mit ihren Kindern über den nachhaltigen Umgang mit den Dingen ins Gespräch zu kommen.