Pulverschlag und Brand 1714Vor 500 Jahren: als Herr Peltz ausging und der Hausmann schlief.

Die Stadt und das Feuer

Vor 500 Jahren brannte Naumburg lichterloh. Kein anderes Gebäude in Naumburg  – mit Ausnahme des Wenzelsturmes – zeigt heute noch so deutlich die Spuren jener Katastrophe, wie das Stadtmuseum Hohe Lilie.  Als eines der wenigen Steingebäude der Stadt hatte die  „Kemenate" den Brand überdauert und so zeigt das Gebäude noch heute Spuren sowohl der Zeit davor als auch der Zeit des Neuanfangs. Sogar direkte Brandspuren sind noch nachweisbar.

In jenem Feuer des Jahres 1517 ging das mittelalterliche Naumburg unter. Die in den Jahrzehnten nach dem Brand in kompromissloser Modernität errichteten Renaissance-Häuser prägen das Stadtbild noch heute. Zur Erinnerung an die stadtbildprägenden Stadtbrände haben wir jetzt die „Pulverstele", einen Gedenkstein, der an die Pulverexplosion von 1714 erinnert, in die „Hohe Lilie" verbracht und begleitend dazu die Schilderung des damaligen Unglücks auf diesen Seiten bereitgestellt. Mehr dazu finden Sie unter dem folgenden LINK.

Neuzugang

Seltenes Gemälde der Bischofskurie

Wenige Städte mit einer vergleichbar langen Geschichte wie Naumburg sie aufweist dürften so arm an historischen Ansichten sein wie die Saalestadt. Aus der vorfotographischen Zeit haben wohl einige Ansichten die Zeitläufte überdauert, zumeist Gesamtansichten von Süden, wie sie schon Wilhelm Dilich gegen die Mitte des 17. Jh. gezeichnet hatte und wie sie nach ihm oft genug produziert und reproduziert wurden. Was jedoch schmerzlich fehlt, sind Detailansichten aus der Stadt. Straßenzüge, Gebäude, Genreszenen, Menschen in ihrem städtischen Umfeld waren nur selten Gegenstand von Malereien oder sie sind – wenn es sie in Naumburg jemals gegeben hat – nicht erhalten geblieben. Mag sein, dass das zum Pietismus neigende Naumburger Luthertum und die diesem inhärente Skepsis gegenüber allem Bildhaften hier seine Spuren hinterlassen (oder besser: nicht hinterlassen) hat, die Bilderarmut der Naumburger Geschichte ist jedenfalls nicht zu übersehen.  Dies fällt um so mehr ins Gewicht,  wenn man in Rechnung stellt, dass die Kriegskatastrophen der zurückliegenden Jahrhunderte in Naumburg wenig direkten Schaden angerichtet haben. Was allerdings noch heute spürbare Folgen hinterlassen zu haben scheint, sind die durch wirtschaftliche und politische Verwerfungen hervorgerufenen Wanderungsbewegungen (Migrationen, Fluchten), die dazu führten, dass es zum Bruch vieler Traditionslinien kam. Es kann also durchaus sein, dass viele bildliche Erinnerungsstücke, die uns heute fehlen, die Stadt in zurückliegenden Jahrzehnten und Jahrhunderten verlassen haben.

Manchmal kommt es allerdings auch vor, dass ein Objekt nach langer Abwesenheit zurückkehrt. So im Falle eines kleinen Gemäldes, mit dem wir erst vor wenigen Wochen bekannt gemacht wurden. Es kommt aus dem niedersächsischen Melle in der Nähe von Osnabrück. Die Vorbesitzerin hatte es auf dem Dachboden gefunden und konnte wenig damit anfangen. Ein etwas unbeholfen gemaltes Bild von einem nicht identifizierbaren Gebäude, im Vordergrund ein Brunnen mit der Rückenansicht einer nicht bestimmbaren Brunnenfigur – von Melle aus hätte man wohl nie erraten können, wo das Bild entstanden ist, wenn nicht der Rahmen den Aufkleber eines Naumburger Rahmenhändlers getragen hätte und die Eigentümerin des Bildes kurzerhand bei uns im Stadtmuseum angefragt hätte, ob wir etwas mit der Ansicht anfangen können. Natürlich war es für einen Naumburger leicht zu erkennen, dass es sich um eine Darstellung der Ostseite des  Domvorplatzes handelt mit der Bischofskurie im Zentrum und dem erst kurz vor der Entstehung des Bildes dorthin versetzten Brunnen (die Brunnenfigur des Ekkehart stammt von 1858) im Vordergrund. Es ist genau diese Art von Bildern, die sehr selten sind – wir haben in unserer städtischen Sammlung kein Dutzend davon – und wir sind als Stadtmuseum deswegen besonders froh, dass wir es aus Spendenmitteln zu einem sehr günstigen Preis ankaufen und nach Naumburg zurückholen konnten.


  Verlängert:    noch bis 5.11.2017 im Stadtmuseum Hohe Lilie

Schwarz gemalt und Weiß gewaschen

Schwarz und Weiß bilden Extreme: Weiß reflektiert das gesamte sichtbare Spektrum des Lichts, Schwarz absorbiert es. Schwarz und Weiß bilden den größtmöglichen Gegensatz, den härtesten Kontrast, ein kategorisches Entweder/Oder. Dies gilt auch für die mit den Farben verbundenen Bedeutungen.
Schwarz wird häufig mit Tod und Trauer in Verbindung gebracht, oder, davon abgeleitet, mit  Seriosität, Ernst, Macht, Gewalt und Geschäft. Im Kontext von Weiß tauchen die Stichwörter Reinheit, Unschuld, Kälte und Vollkommenheit auf – und seltsamerweise ebenfalls: Tod.
Diese – europäisch geprägten – Bedeutungsfelder sind kulturell definiert, über Jahrhunderte durch Erfahrungen und Traditionen verfestigt. Sie sind auch heute noch – obwohl in vielfach abgeschwächter Form – an Alltagsgegenständen ablesbar.
Unsere Ausstellung geht anhand einiger beispielhaften Objekte der Frage nach, warum manche Dinge vorzugsweiße schwarz oder weiß sind, welche Assoziationen diese Farben hervorrufen und welche Botschaften sie transportieren.

Galerie im Schlösschen, Markt 6, Naumburg (Saale).

IV. Fotoschau des Burgenlandkreises

plakat fotoschau blk 200- Die mittlerweile vierte Fotoschau des Burgenlandkreises wird am Donnerstag, dem 30. Juni 2016, um 10.00 Uhr in Naumburg durch Oberbürgermeister Bernward Küper und Landrat Götz Ulrich feierlich eröffnet. Kuratiert wird die in der "Galerie im Schlösschen" am Naumburger Markt gezeigte Ausstellung von dem in Bad Bibra lebenden Künstler Matthias Schöneburg und der Diplom-Fotografin Ingelore Lohse aus Weißenfels.

Mit 1060 eingereichten Fotos von 137 Einsendern konnte die bisher aktivste Teilnahme in dieser Wettbewerbsreihe verzeichnet werden. Die ausgelobten 10 Preise in Höhe von insgesamt 1.300 € wurden durch die Sparkasse Burgenlandkreis, den Weißenfelser Rotary-Club „Heinrich Schütz“ und den Burgenlandkreis gestiftet.

Die Auswahl der gezeigten 120 Arbeiten übernahm eine fachkundige und unabhängige Jury.

Die Galerie ist für interessierte Besucher vom 30.06. bis zum 31.07.2016, jeweils mittwochs von 13-17.00 Uhr, sowie samstags und sonntags von 10-17.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 3,00 (erm. 2,00) Euro und berechtigt gleichzeitig zum Besuch des Stadtmuseums „Hohe Lilie“.

JVA Naumburg

17. Juni 2016, Vortrag in der "Galerie im Schlösschen".

Rebellion im Stasi-Staat:

Der Rückblick eines ehemaligen politischen Häftlings in Naumburg.

Lesung am 17. Juni 2016 um 17 Uhr in der Galerie im Schlösschen.

–  Naumburg ist eine einschneidende Lebensstation in der Biographie des Berliner Kochs und Fotografen Mischa Naue. Seine Erfahrungen als politischer Häftling im DDR-Strafvollzug, aber auch in der Stasi-Untersuchungshaft in Berlin-Hohenschönhausen sowie den Freikauf und Neubeginn in West-Berlin sind Teil seines Buches "Gefangen mit Buddha", das Ende 2015 erschien.
Am Freitag, dem 17. Juni 2016 liest Mischa Naue um 17 Uhr in der Galerie im Schlösschen am Naumburger Markt. Sein Erzählband enthält Episoden aus seiner Kindheit und Jugend in Ost-Berlin. Die miniaturhaften Geschichten stammen aus dem Alltag eines jungen Menschen, der die Grenzen seiner Lebenswelt und des Systems sehr früh zu spüren bekommt. Auf der Suche nach einem eigenen Weg zu selbstbestimmtem Handeln, Glauben und Sein, gerät er in Konflikt mit kleinbürgerlichen Werten und staatlichen Autoritäten. Eigensinn und Freiheitswille bringen ihn hinter Gitter, lassen ihn aber auch unbeirrt an seiner buddhistischen Praxis festhalten, die ihn immer wieder innerlich aufrichtet.
Naue schildert seine Erlebnisse in kurzen, teils schroffen Sätzen. Seine einfache und erfrischend direkte Erzählweise ermöglicht es, seine authentische Geschichte mitzuerleben. Statt einer trockenen Chronik liefert Naue ein lebendiges zeithistorisches Dokument, das den Leser bis zur letzten Zeile fesselt.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Initiative Erinnerungsort Gefängnis Naumburg und des Museumsvereins Naumburg. Sie bildet den Auftakt zum Tag der offenen Tore im ehemaligen Gefängnis Naumburg am Samstag, dem 18. Juni 2016, an dem von 11 bis 18 Uhr Besichtigungen des Hafthauses 1 im Rahmen von geführten Rundgängen mit Zeitzeugen möglich sind.

Beide Veranstaltungen sind öffentlich. Der Eintritt ist frei.

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