Facelift für das Romanische Haus (Teil 1)

romanisches-haus-2012-10Seit einem guten halben Jahrhundert (!) hatte sich an der Dauerausstellung des Romanischen Hauses in Bad Kösen nichts geändert. Sie präsentierte sich weitgehend unverändert so, wie sie von Jochen Gericke, dem ehemaligen Leiter des Museums, eingerichtet war: weitgehend sachlich, für DDR-Verhältnisse eher ideologiearm. Dennoch wurde der Besucher mit einer Tafel über die "Klassenstruktur des 13. Jahrhunderts" begrüßt, durfte sich das obligatorische Bauernkriegsensemble zu Gemüte führen und sich über die "deutsch-russische Waffenbrüderschaft" freuen. Das alles war - wie sollte es anders sein - auf natürlichem Wege patiniert, Tafeln und Vitrinen marode. Seit (mindestens) zwanzig Jahren wartete das Museum auf eine größere Summe, die für eine Generalüberholung notwendig wäre, die aber bisher nicht kam und deren Kommen in der näheren Zukunft ungewiss (aber doch erhofft) ist.

Wir haben uns nun entschlossen, nicht weiter zu warten und zur Tat zu schreiten. Nachdem wir im letzten Jahr bereits das Obergeschoss geräumt haben (um dort ein provisorisches Magazin einzurichten, was nicht alle Museumsfreunde nachvollziehen wollten), musste nun zum Jahreswechsel auch die Ausstellung im Erdgeschoss weichen: sie wurde komplett entfernt. Für eine Übergangszeit wird in den nächsten Wochen eine provisorische Dauerausstellung eingerichtet, die den ausgestellten Objekten einen etwas zeitgemäßeren Rahmen bieten wird. Zwar stehen für diese Interimslösung keine zusätzlichen Mittel zur Verfügung, doch konnten wir einen Teil der für die Landesausstellung "Der Naumburger Meister" hergestellten Vitrinen für das Bad Kösener Museum sichern, so dass auf jeden Fall eine deutliche Verbesserung der Präsentation erwartet werden darf. Allen Freunden des Bad Kösener Museums (und denen, die es noch werden wollen) kann nur empfohlen werden: schauen Sie im Frühjahr mal wieder herein und lassen Sie sich überraschen...

(Fortsetzung folgt)